Senioren am Steuer: Urteil nach Unglück in Bad Säckingen

Senioren am Steuer – Urteil nach Unglück in Bad Säckingen

News vom 11.05.2017 um 10:18 Uhr

Senioren am Steuer: Ein Unglück in Bad Säckingen heizte die Diskussion erneut an.

Senioren am Steuer: Ein Unglück in Bad Säckingen heizte die Diskussion erneut an.

In Deutschland wird immer wieder kontrovers über das Thema „Senioren am Steuer“ diskutiert. Viele halten sie für eine Gefahr im Straßenverkehr. Ein großer Teil der Betroffenen möchte jedoch nicht freiwillig den Führerschein abgeben und damit auf die Freiheit verzichten, die das Autofahren bietet. Im Mai 2016 hatte ein schweres Unglück die Kontroverse wieder angefacht: Ein 84 Jahre alter Fahrer raste in eine Gruppe von Menschen. Nun wurde ein Urteil gefällt.

Zwei Jahre Haft auf Bewährung für den heute 85-Jährigen

Im Mai 2016 raste der damals 84 jährige Rentner in der Fußgängerzone der südbadischen Stadt Bad Säckingen in eine Menschenmenge vor einem Café. Es waren zwei Todesopfer zu beklagen: Eine 63-Jährige verstarb noch am Unfallort, ein 60 jähriger Mann erlag später im Krankenhaus seinen Verletzungen. Außerdem wurden 27 weitere Menschen teils schwer verletzt. Zu dem Unglück kam es, weil der Rentner Gas und Bremse seines Automatikwagens verwechselt hatte.

Das örtliche Amtsgericht verurteilte den Fahrer nun zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe. Des Weiteren muss er 1.500 Euro an den Weißen Ring – eine Opferschutzorganisation – zahlen.

Das Gericht fällte eine weitere wichtige Entscheidung. Dem 85-Jährigen wird die Fahrerlaubnis dauerhaft entzogen. Als Begründung wird angeführt, dass es ihm die altersbedingten Einschränkungen nicht mehr erlauben, ein Fahrzeug sicher zu führen.

Senioren am Steuer – Wann müssen sie den Führerschein abgeben?

Schon lange führt das Thema „Senioren am Steuer“ zu erhitzten Diskussionen. Viele ältere Autofahrer gehen davon aus, dass sie auf Grund ihrer größeren Erfahrung sicher unterwegs sind. Die oft schleichenden Verschlechterungen der Reaktionsfähigkeit sowie der Sehfähigkeit werden jedoch meist kaum wahrgenommen. Das Magazin „Kontrovers“ des Bayerischen Rundfunks hat sich näher mit der Problematik auseinandergesetzt:

Wie ist es nun aber um die Gesetzeslage in Deutschland bestellt? Grundsätzlich gibt es keine Altersgrenze, ab welcher der Führerschein im Alter abgegeben werden muss. Nur wenn die Behörde von Auffälligkeiten – etwa einem Unfall – erfährt, kann sie eine medizinische Untersuchung anordnen. Werden hierbei Defizite aufgedeckt, kann die Fahrerlaubnis entzogen werden.

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