Diesel-Gipfel: Alles zu dem Ergebnissen und der Kritik

Diesel-Gipfel: Neue Software für ca. fünf Millionen Diesel-Fahrzeuge

News vom 03.08.2017 um 10:04 Uhr

Es kommt das nächste Software-Update, dies wurde auf dem Diesel-Gipfel beschlossen.

Es kommt das nächste Software-Update, dies wurde auf dem Diesel-Gipfel beschlossen.

Berlin – Am 2.8.2017 trafen sich Bund und Länder mit den Chefs verschiedener Automobilhersteller beim Diesel-Gipfel. Da in vielen deutschen Städten die Luft stark mit Stickoxid belastet ist, soll sich nun etwas ändern – nicht zuletzt, weil Druck aus Brüssel kommt. Auf dem Diesel-Gipfel ging es nun um die Frage, wie der Schadstoffausstoß gesenkt werden kann. In den Fokus rückten die Fahrzeuge der Emissionsklassen Euro 5 und 6.

Beschlüsse beim Diesel-Gipfel

Politik und Wirtschaft beschlossen am Mittwoch, dass ca. 5,3 Millionen Diesel-Fahrzeuge eine neue Software bekommen sollen, sodass sie weniger Schadstoffe ausstoßen. Bei einem Großteil der Fahrzeuge ist nach dem VW-Skandal bereits ein Software-Update angeordnet.

Laut Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt habe die Autoindustrie Unterstützung zugesichert. In den nächsten Monaten sollen die Umrüstungen in Angriff genommen werden.

Laut Dobrindt entstehen dem Verbraucher keine Kosten:

Völlig klar ist: Die Kosten von Umrüstungen muss die Industrie tragen. Den Kunden dürfen keine Extrakosten entstehen“

Durch diese Maßnahmen soll eine Stickoxid-Reduzierung von 25 bis 30 Prozent der nachgerüsteten Fahrzeuge erreicht werden. Doch sind die Umrüstungen freiwillig und es bleibt daher abzuwarten, ob sie angenommen werden. Die Autoindustrie wirbt mit Prämien, wenn die Verbraucher auf umweltfreundlicherer Fahrzeuge umsteigen.

Was sagen die Kritiker?

Die Ausgangssituation könnte schlechter nicht sein: Nach dem Diesel-Skandal ist die Autoindustrie angegriffen. Die Politik scheint machtlos. Zudem waren in den letzten Wochen immer wieder Diesel-Fahrverbote im Gespräch, die die Verbraucher zusätzlich verunsicherten. Der Diesel-Gipfel sollte beruhigen. Doch hat dies geklappt?

Der SWR-Umweltexperte Werner Eckert äußerte sich kritisch:

Die Luft in den Städten kann bestenfalls im Bereich von wenigen Prozent besser werden – rein rechnerisch – selbst wenn die Industrie die Anforderungen auch tatsächlich erfüllt.

Der Konsens über den Diesel-Gipfel ist durchweg kritisch: Die Bundesregierung lasse die Autoindustrie zu billig davonkommen. Die Forderungen nach einer industrieunabhängigen Kontrollbehörde werden lauter, nachdem in den letzten Tagen nun auch das Kraftfahrtbundesamt in die Kritik geraten war.

Weitergehende Informationen zum Diesel-Gipfel sehen Sie hier:

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