Nebelschlussleuchte – Pflicht bei schlechter Sicht!

Kleine Lampe, große Wirkung

Bei stark beeinträchtigten, witterungsbedingten Sichtverhältnissen wird die Nebelschlussleuchte zur Pflicht

Bei stark beeinträchtigten, witterungsbedingten Sichtverhältnissen wird die Nebelschlussleuchte zur Pflicht

Im alltäglichen Verkehr gefühlt nie gebraucht, ist sie trotzdem an jedem Fahrzeug zu finden: die Nebelschlussleuchte. Selbst langjährige Autofahrer werden zugeben, sie noch nie oder kaum benutzt zu haben.

Da sie eben erst in extremen Wetterverhältnissen zum Einsatz kommen darf, sind viele unsicher und lassen deshalb die Finger von ihr. Dies ist meist auch richtig, denn das Einschalten der Nebelschlussleuchte ist aus gutem Grund streng geregelt: das verhältnismäßig helle Licht blendet nachfolgende Fahrer. Dennoch ist bei zu schlechtem Wetter die Nebelschlussleuchte Pflicht. Ab wann dies der Fall ist, ist im Nachfolgenden zusammengefasst.

Aktive Sicherheit: Infos zur Nebelschlussleuchte

Die Nebelschlussleuchte ist ein rotes Zusatzlicht, welches am hinteren Teil des Wagens angebracht ist. Sie soll immer dann eingeschaltet werden, wenn besonders starke Witterungen das Blickfeld zu sehr eingrenzen.

Grundsätzlich gilt die Faustregel: das Einschalten der Nebelschlussleuchte wird zur Pflicht, wenn die Sichtweite durch Nebel, Regen oder Schnee unter 50 Metern beträgt. Hierbei können sich Fahrer gut an Leitpfosten orientieren, da diese stets im Abstand von 50 Metern zueinander stehen.

Die Ausstattung mit Nebelschlussleuchten ist Pflicht in Deutschland, die eingeschaltete Leuchte wird dem Fahrer durch ein gelbes Kontrollsignal am Armaturenbrett angezeigt.

Die Nebelschlussleuchte dient dabei jedoch nicht der eigenen Sicht, sondern um von nachfolgenden Fahrern bei dichtem Nebel etc. gesehen zu werden. Deshalb sollte sie auch keinesfalls anderweitig eingesetzt werden, da andere Verkehrsteilnehmer sonst stark beeinträchtig sind. Die unsachgemäße Benutzung ist deshalb mit einem Bußgeld von mindestens 20 Euro für falsches Einsetzten von Warnzeichen und Beleuchtung belegt. Nebelschlussleuchten haben also einen noch selteneren Einsatz als die Nebelscheinwerfer, welche ebenfalls nur bei bestimmten Sichtverhältnissen benutzt werden dürfen.

Die gelbe Kontrollleuchte gibt an, dass die Nebelschlussleuchte eingeschaltet ist

Die gelbe Kontrollleuchte gibt an, dass die Nebelschlussleuchte eingeschaltet ist

Die Gestaltung von Nebelschlussleuchten kann sehr unterschiedlich ausfallen, da diese bis auf die rote Farbe in der Form nicht vorgeschrieben sind. Mal handelt es sich um eine Lampe, mal auch um zwei. Diese sind an unterschiedlichen Stellen, aber immer am hinteren Teil des Wagens angebracht. Für PKW wurde die Nebelschlussleuchte ausstattungsmäßig zur Pflicht ab dem Baujahr 1991.

Gilt die Pflicht auch für Anhänger und Oldtimer?

Für diejenigen, welche zusätzlich einen Anhänger besitzen, stellt sich nun natürlich die Frage, ob eine Nebelschlussleuchte auch für Anhänger Pflicht ist. Die StVZO sagt hierzu Folgendes:

Mehrspurige Kfz, mit einer Höchstgeschwindigkeit von mehr als 60 km/h, und deren Anhänger müssen mit einer oder zwei, andere Kfz dürfen mit einer Nebelschlussleuchte ausgerüstet sein.

Die Frage ist damit klar beantwortet: ja, auch für mitgeführte PKW-Anhänger ist die Nebelschlussleuchte Pflicht. Sollte der eigene Anhänger noch keine Nebelschlussleuchte besitzen, können diese preisgünstig nachgekauft werden.

Wie sieht es nun mit Wagen älterer Baujahre aus? Solche, die serienmäßig noch nicht mit der Zusatzleuchte ausgestattet wurden? Ist die Nebelschlussleuchte auch Pflicht für Oldtimer?

Oldtimer haben eine begrenzte Nachrüstpflicht, so zum Beispiel im Fall von fehlenden Warnblinkanalagen. Die Nebelschlussleuchte fällt hingegen nicht unter diese Regelung, Oldtimer müssen sie also nicht nachrüsten. Denn: die Betriebserlaubnis für Oldtimer orientiert sich an den Anforderungen, welche zum Zeitpunkt der Erstzulassung gültig waren – derartige Änderungen würden zudem die Originalität und den Wert historischer Fahrzeuge vermindern. Für Oldtimer gilt daher keine Nebelschlussleuchten-Pflicht.

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3 Kommentare

  1. bruenig sagt:

    Komisch beim Anhänger brauchte keine nebelschlussleuchte nachrüsten
    Wollte die tage nen pkw autotrailer anmelden der hat auch keine nebelschlussleuchte. Muss ich jetz bei beiden Anhängern nachrüsten?

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Bruenig,

      dies sollten Sie bei einer Fachwerkstatt bzw. der zuständigen Zulassungsstelle erfragen.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  2. Jutta sagt:

    Das ist ein ewiges Thema… Es gibt allerdings so manche Fahrer, die die Nebelschlussleuchte verkehrt anwenden – und dies hartnäckig. Die fahren dann auch gerne mit eingeschalteter Nebelschlussleuchte 180 km/h. 20 € Bußgeld ist viel zu wenig, zumal die Gefahr, erwischt zu werden, relativ gering ist. Der verantwortliche Umgang mit der Nebelschlussleuchte wird wohl erst dann eine Chance haben, wenn dann auch automatisch die Geschwindigkeit runtergeregelt wird. Auf einmal werden die dann lernen, die tatsächliche Sichtweite anhand der Leitpfosten einzuschätzen, was jetzt noch zu schwer scheint. Wenn aber das Auto mit eingeschalteter Nebelschlussleuchte tatsächlich nur noch 50 oder sagen wir großzügig 60 km/h fährt, werden die Autofahrer das ganz schnell verinnerlichen.

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