Halloween: Kann ein Bußgeld für Streiche drohen?

Von Nicole, letzte Aktualisierung am: 30. August 2019

Konsequenzen für „Süßes oder Saures“?

Hält sich die Mumie nicht an die Vorschriften, muss auch sie an Halloween mit einem Bußgeld rechnen.
Hält sich die Mumie nicht an die Vorschriften, muss auch sie an Halloween mit einem Bußgeld rechnen.

In der Nacht vom 31. Oktober auf den 01. November ziehen Hexen, Mumien, Vampire und sonstige phantastische Gestalten durch die Straßen, um angeblich böse Geister zu vertreiben. Allerdings handelt es sich dabei mittlerweile wohl eher um verkleidete Kinder, die in ihrer Freizeit auf der Jagd nach Süßigkeiten um die Häuser ziehen.

Dabei werden die Bewohner mit der Aufforderung „Süßer oder Saures“ (im Englischen „trick or treat“) vor die Wahl gestellt, ob sie den Kindern Süßkram geben oder anderenfalls riskieren, dass ihnen diese Streiche spielen. 

Doch was droht, wenn diese vermeintlich kleinen Scherze außer Kontrolle geraten? Kann das Treiben an Halloween ein Bußgeld nach sich ziehen? Oder besteht sogar die Möglichkeit, dass bestimmte Verfehlungen als Straftat gewertet werden? Antworten auf diese und weitere Fragen liefert der nachfolgende Ratgeber.

FAQ: Droht an Halloween ein Bußgeld?

Herrscht an Halloween Narrenfreiheit?

Nein, auch an diesem Tag gelten die generellen Vorschriften und bei Verstößen können Bußgelder oder Strafen drohen.

Sind an Halloween Streiche erlaubt?

Harmlose Streiche und auch das Erschrecken von Menschen sind in der Regel nicht strafbar. Allerdings kann ein vermeintlicher Scherz unter Umständen leicht als Sachbeschädigung gewertet werden und Sanktionen nach sich ziehen.

Darf ich kostümiert Autofahren?

Als Fahrzeugführer müssen Sie sicherstellen, dass die Verkleidung sie in keiner Weise einschränkt oder behindert. Darüber hinaus droht an Halloween ein Bußgeld, wenn Sie maskiert Autofahren.

Auszug aus dem Bußgeldkatalog zum Thema „Halloween“

Tatbestand Sanktion
Kostüm beeinträchtigt Sicht / Gehör des Fahrzeugführers
10 Euro
Verstoß gegen das Vermummungsverbot am Steuer
60 Euro
Lärmbelästigung
bis zu 5.000 Euro
Tragen einer Anscheinswaffebis zu 10.000 Euro
Hausfriedensbruch Geldstrafe oder Freiheitsstrafe von 1 Jahr
Sachbeschädigung Geldstrafe oder Freiheitsstrafe von 2 Jahren
Amtsanmaßung Geldstrafe oder Freiheitsstrafe von 2 Jahren

Wann für Streiche Ärger droht

Wer keine Süßigkeiten vorbereitet, muss an Halloween zwar kein Bußgeld befürchten, aber ggf. drohen Streiche.
Wer keine Süßigkeiten vorbereitet, muss an Halloween zwar kein Bußgeld befürchten, aber ggf. drohen Streiche.

Wer für die umherziehenden Kinder keine Süßigkeiten bereithält, muss an Halloween ggf. mit einer kleinen Strafe rechnen. Zu den in der Regel harmlosen Streichen zählt zum Beispiel das Verteilen von Klopapier im Vorgarten oder das Auftragen von Zahnpaste auf die Türklinke.

Allerdings kommt es ab und zu auch mal vor, dass Jugendliche oder junggebliebene bzw. betrunkene Erwachsene in dieser Nacht über die Stränge schlagen, sodass diese mit Konsequenzen rechnen müssen. Doch für welche Verfehlungen kann an Halloween ein Bußgeld oder sogar eine Strafe drohen?

Wer sich unerlaubt Zutritt zu einem Grundstück oder einer Wohnung verschafft, begeht laut § 123 Strafgesetzbuch (StGB) Hausfriedensbruch. Der Gesetzgeber sieht dafür entweder eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr oder eine Geldstrafe vor.

Arten Streiche aus, kann es sich dabei um Sachbeschädigung laut § 303 Abs. 1 StGB handeln. Als Beispiel dafür lassen sich unter anderem die Zerstörung von Briefkästen durch Feuerwerkskörper, das Werfen von Eiern gegen die Hauswand und das Verteilen von Müll im Garten anführen. Die Konsequenzen für diesen Tatbestand erstrecken sich auf eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren.

Nicht zuletzt kann bei Feiern oder durch Gegröle in den Straßen der Tatbestand Lärmbelästigung vorliegen. Hierfür können die Beamten an Halloween ein Bußgeld in Höhe von bis zu 5.000 Euro verhängen.

Der Ausruf „Süßes oder Saures“ wird in der Regel nicht als Nötigung gemäß § 240 StGB gewertet, da es sich hierbei eher um eine für Halloween typische Floskel als um eine tatsächliche Drohung handelt.

Kostümiert unterwegs: Kann die Halloween-Verkleidung zum Bußgeld führen?

Ziehen Scherze an Halloween ein Bußgeld oder eine Geldstrafe nach sich, ist der Spaß schnell vorbei.
Ziehen Scherze an Halloween ein Bußgeld oder eine Geldstrafe nach sich, ist der Spaß schnell vorbei.

Ähnlich wie an Karneval können Menschen auch an Halloween mithilfe von Kostümen in andere Rollen schlüpfen. Allerdings gilt es bei der Verkleidung – trotz aller Ausgelassenheit und Feierstimmung – verschiedene gesetzliche Vorgaben zu beachten. Denn wenn bei einem Verstoß kann unter Umständen an Halloween ein Bußgeld drohen.

Möchten Sie sich zum Beispiel bereits maskiert hinter das Steuer setzen, um zur Halloween-Party fahren, müssen Sie dabei die Regelungen der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) befolgen. So darf das Kostüm gemäß § 3 Abs. 1 StVO weder die Sicht noch das Gehör des Fahrzeugführers beeinträchtigen. Bei einem Verstoß sieht der Bußgeldkatalog ein Verwarngeld in Höhe von 10 Euro vor.

Darüber hinaus schreibt der Gesetzgeber das sogenannte Vermummungsverbot am Steuer vor. In § 23 Abs. 4 StVO heißt es dazu:

Wer ein Kraftfahrzeug führt, darf sein Gesicht nicht so verhüllen oder verdecken, dass er nicht mehr erkennbar ist.

Demnach muss der Fahrzeugführer grundsätzlich identifizierbar sein. Dies gilt auch dann, wenn Sie auf dem Weg zu einer Kostümparty in eine Radarfalle tappen bzw. von einem Blitzer erwischt werden. Wer an Halloween ein Bußgeld in Höhe von 60 Euro vermeiden möchte, sollte daher Masken oder Kopfbedeckungen erst am Veranstaltungsort anlegen oder aufsetzen.

Vorschriften für Kostüme gelten allerdings nicht nur beim Autofahren. So ist es zum Beispiel nicht ratsam, sich an Halloween als Polizist zu verkleiden und dann aus Spaß den Verkehr zu regeln. Denn in diesem Fall kann der Tatbestand der Amtsanmaßung vorliegen. Dabei handelt es sich gemäß § 132 StGB um eine Straftat, die eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren nach sich ziehen kann.

Waffenattrappen: Wann sind diese zu realistisch?

Auf realitätsnahe Waffen sollten Sie verzichten, wenn Sie an Halloween ein Bußgeld vermeiden wollen.
Auf realitätsnahe Waffen sollten Sie verzichten, wenn Sie an Halloween ein Bußgeld vermeiden wollen.

Wer sich an Halloween richtig in Schale wirft, legt auch besonderen Wert auf die passenden Accessoires sowie Requisiten und möchte, dass diese besonders realistisch aussehen. Unter Umständen kann aber genau diese Liebe zum Detail zum Problem werden und an Halloween zu einem Bußgeld führen. Dies kann nämlich der Fall sein, wenn Sie die Verkleidung mit echtaussehenden Waffen zu ergänzen.

Denn der Gesetzgeber in Deutschland untersagt gemäß § 42a Abs. 1 Waffengesetz (WaffG) das Mitführen sogenannter Anscheinswaffen. Diese entsprechen in ihrer Optik regulären Feuerwaffen bzw. es handelt sich dabei sogar um unbrauchbar gemachte Schusswaffen.

Wer diese unerlaubt mit sich führt und dabei von der Polizei erwischt wird, erhält wohl eine bleibende Erinnerung an diese Nacht, denn in einem solchen Fall kann an Halloween ein Bußgeld in Höhe von bis zu 10.000 Euro drohen.

Möchten Sie Ihr Kostüm mit einer Waffe komplettieren, sollten Sie daher darauf achten, dass diese vom Gesamtbild eindeutig als Spielzeug zu erkennen ist. Dafür werden unter anderem Materialen in Neonfarben verwendet.

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