Fahrsicherheitstraining mit dem Motorrad – Gefährliche Situationen richtig meistern

Fahrsicherheitstraining für das Motorrad: Mehr Sicherheit durch Wissen und Beherrschung

Mit dem eigenen Motorrad kann ein Fahrsicherheitstraining absolviert werden.

Mit dem eigenen Motorrad kann ein Fahrsicherheitstraining absolviert werden.

Dass ein Fahrsicherheitstraining eine sinnvolle und vor allem wichtige Angelegenheit ist, wissen wohl viele Verkehrsteilnehmer. Auch dass das Training heutzutage nicht mehr nur auf PKW-Fahrer ausgelegt ist. Es gibt Kurse für Berufskraftfahrer, für Auto- und Quadfahrer. Einer der beliebtesten Kurse ist jedoch das Fahrsicherheitstraining für das Motorrad.

Besonders nach dem Winter, wenn die Maschinen aus den Garagen und Hinterhöfen wieder hervorgeholt werden, bedarf es oft einer Auffrischung in Bezug auf die richtige Verhaltensweise in brenzligen Situationen. Hier ist ein Motorradsicherheitstraining ein guter Weg den Einstieg, nach einigen Monaten Pause, anzugehen.

Aber nicht nur für Wiedereinsteiger oder geübte Fahrer ist so ein Sicherheitstraining eine gute Idee. Auch Fahranfänger profitieren von den geschulten Anweisungen und den Hinweisen, wie bestimmte Situationen gut zu meistern sind. Nicht nur Autofahrer müssen in Bruchteilen von Sekunden richtig reagieren können, auch Motorradfahrer sind von schnellen und vor allem richtigen Reaktionen abhängig.

Motorradunfälle können durch die richtige Handlungsweise oft verhindert oder abgemildert werden. Diese Verhaltensweisen können erlernt und gefestigt werden. Hier ist eine Fahrsicherheitstraining für das Motorrad ein guter Schritt. Dem Kraftfahrer sollen die Grenzen des Fahrzeugs sowie seines eigenen Könnens aufgezeigt werden. Teilnehmern könne in den Kursen lernen, wie sie bestimmte Situationen einschätzen und bewältigen können.

Wie so ein Training aussieht, worauf dort besonders geachtet wird und wer an diesen teilnehmen darf, sind Fragen, die im nachfolgenden Ratgeber beantwortet werden sollen.

Sicherheitstraining für Motorradfahrer: Die Geschichte des Sicherheitstrainings

In Deutschland werden besondere Schulungen für Kraftfahrer als Fahrsicherheitstraining (kurz auch oft SHT) bezeichnet. Diese Schulungen und Kurse dienen dazu, dem Fahrer einen besseren Überblick über sein eigenes Verhalten und dem seines Fahrzeugs in schwierigen Situationen zu vermitteln.

Ein Fahrertraining mit dem Motorrad kann für mehr Sicherheit sorgen.

Ein Fahrertraining mit dem Motorrad kann für mehr Sicherheit sorgen.

Die Kurse oder speziellen Trainings für die unterschiedlichen Kraftfahrzeuge werden in der Regel in einem Fahrsicherheitszentrum durchgeführt und von besonders geschulten Trainern begleitet. Neben dem fahrpraktischen Teil gehört auch ein theoretischer Teil zu den Schulungen. Das Fahrsicherheitstraining, ob mit Motorrad oder PKW, soll eine Ergänzung zur Fahrschulausbildung darstellen.

Die ersten Fahrsicherheitstrainings wurden Anfang der 1970er entwickelt und waren von Beginn an Teil der Verkehrssicherheitsarbeit in Deutschland. Sowohl die Verkehrsministerien als auch die Verkehrswachten, der ADAC und Automobilehersteller waren an der Entwicklung der Sicherheitstrainings beteiligt. Zunächst nur für den PKW entwickelt, gab es schnell jedoch auch ein Fahrertraining für das Motorrad.

Der sogenannte „Schleuderkurs“ war einer der ersten Bestandteile vom Training. Dieser wurde in den folgenden Jahren weiterentwickelt und erweitert, sodass er ab 1975 unter dem Namen „DVR-Sicherheitstraining“ (DVR = Deutscher Verkehrssicherheitsrat) etabliert wurde.

Der Deutsche Verkehrsrat war maßgeblich an der Entstehung und Weiterentwicklung des Fahrsicherheitstrainings beteiligt. Zu ihm gehören unter anderem folgende Mitglieder:

  • Verkehrsministerien der Länder,
  • der Deutschen Verkehrswacht,
  • Verkehrsclubs,
  • Automobilhersteller
  • auch Gewerkschaften,
  • Berufsgenossenschaften,
  • Versicherungen,
  • Wirtschaftsverbänden
  • und die Kirche.
Der eingetragene Verein beschäftigt sich mit der Förderung von Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit.

Das erste Fahrsicherheitstraining für ein Motorrad wurde 1978 durchgeführt. Für dieses war noch der ADAC zuständig, der das Training entwickelte und ausführte. Eine Weiterentwicklung erfolgte dann durch das „Institut für Zweiradsicherheit“. Dieses legte für die nächste Stufe fest, dass das Training aus Sicht der Psychologie und Pädagogik konzipiert werden soll.

Die nächste Stufe wurde 1999 durch den DVR eingeleitet, welche bis heute gültig ist und das Fahrsicherheitstraining für ein Motorrad bestimmt. Derzeit stellt die Altersgruppe zwischen 35 und 65 Jahren, nach Angaben des DVR, die größte Gruppe der Teilnehmer dar.

Heute sind die Kurse speziell auf die jeweiligen Fahrzeuge ausgelegt und so konzipiert, dass sie den Fahrern eine vorausschauende Fahrweise vermitteln. So wird den Verkehrsteilnehmern die Möglichkeit gegeben, Gefahren im Straßenverkehr rechtzeitig zu erkennen und angemessen auf diese zu reagieren.

Darüber hinaus soll auch der Umgang mit der technischen Ausrüstung der Fahrzeuge geschult werden, sodass Bremssysteme und elektronische Fahrhilfen entsprechen genutzt und so auch die Verkehrssicherheit erhöht werden kann.

Inzwischen gibt es Kurse für jeden Bedarf – ob Basiskurse, die einen Tag dauern oder auch Wochenend-Lehrgänge für Berufskraftfahrer. Das Fahrsicherheitstraining hauptsächlich über den ADAC, die Deutsche Verkehrswacht, viele Autohersteller und teilweise auch private Veranstalter angeboten.

Nicht nur bei den Trainings für PKW- und LKW-Fahrer wird, neben dem theoretischen Wissen, auch die richtige Beherrschung des Fahrzeugs trainiert. Bei einem Fahrsicherheitstraining für ein Motorrad steht dieser Aspekt besonders im Vordergrund.

Mit dem Motorrad richtig umgehen zu können, bildet eine wichtige Grundlage, die Sicherheit im Straßenverkehr zu erhöhen. Das Fahrtraining mit dem Motorrad soll den Teilnehmern vermitteln, wie sie in kritischen Situationen durch das richtige Wissen und die Beherrschung der Maschine Gefahren vorbeugen oder diese sogar abwenden können.

Die Motivation, an einem Motorradsicherheitstraining teilzunehmen, kann unterschiedlich sein. Es kann sich um einen jungen Fahranfänger handeln, der mehr Sicherheit im Umgang mit seinem Gefährt erlangen möchte. Oder es sind geübte Fahrer, die sich nach dem Winter oder einer längeren Pause, wieder etwas mehr Fahrpraxis in einer sicheren Umgebung aneignen wollen.

Das Ziel eines Fahrsicherheitstrainings ist es, dass die Motorradfahrer lernen, Gefahren zu erkennen, Gefahren zu vermeiden und Gefahren zu bewältigen.

Motorrad: Fahrertraining für jedermann?

Wer darf eigentlich an einem Fahrsicherheitstraining für ein Motorrad teilnehmen? Muss unbedingt das eigene Motorrad dafür verwendet werden? Wie sehen die Voraussetzungen aus, die für eine Teilnahme erfüllt sein müssen?

Dies sind Fragen, die sich Motorradfahrer oft stellen, wenn sie sich mit dem Thema Fahrsicherheitstraining befassen. Grundsätzlich kann jeder teilnehmen, der einen gültigen Führerschein für das Motorrad mit dem der Kurs absolviert werden soll, besitzt.

Mit dem eigenen Motorrad: Ein Sicherheitstraining findet in einem Fahrsicherheitszentrum statt.

Mit dem eigenen Motorrad: Ein Sicherheitstraining findet in einem Fahrsicherheitszentrum statt.

In einigen Fahrsicherheitszentren, zumeist von den Motorradherstellern betrieben, ist es möglich, auch ohne einen gültigen Führerschein an einem Training teilzunehmen. Diese richten sich dann größtenteils an Fahranfänger, die ihre ersten Fahrversuche in einer geschützten und sicheren Umgebung absolvieren wollen und gleichzeitig auch das Verhalten der Maschine erfahren möchten.

Dieses spezielle Training für Einsteiger findet, wie alle Fahrsicherheitstrainings, auf dem Gelände der Veranstalter statt, sodass hier der Tatbestand des Fahren ohne Fahrerlaubnis nicht vorliegt. Meist wird auch die Maschine und die notwendige Sicherheitskleidung gestellt.

Auch ist es für Fahranfänger, die noch keinen Führerschein besitzen, möglich, auf einem Verkehrsübungsplatz das Motorrad auszuprobieren. Diese Übungsplatz sind nicht immer Bestandteil eines Fahrsicherheitszentrums.

Der Motorradfahrer kann, je nach Vorkenntnis und Fahrerfahrung, Kurse auswählen, die seinem Stand entsprechen. Meist werden Einstieg-, Basis-, Intensiv- und Perfektionstrainings angeboten. Auch Tagesausfahrten nach erfolgtem Training oder Kurse auf Rennstrecken sind oft buchbar.

Interessierte können sich an die ortsansässigen Verkehrsclubs oder auch an ihre Versicherung wenden, um Informationen zu einem Motorrad-Fahrtraining zu erhalten.

Sicherheitstraining für Motorradfahrer und alle anderen Kraftfahrer: Wer führt diese durch?

Wie bereits erwähnt, werden die Trainings in Deutschland von verschiedenen Veranstaltern angeboten. Insgesamt sind etwa 30 Anbieter tätigt, die alle den Richtlinien des DVR folgen. Die meisten der Anlagen werden in Deutschland vom ADAC – mit etwa 60 Verkehrsübungsplätzen – und der Verkehrswacht betrieben. Die Verkehrswacht führt das Fahrsicherheitstraining im Auftrag der Berufsgenossenschaften im Rahmen der Unfallverhütung durch.

Die Kurse werden grundsätzlich in einem Fahrsicherheitszentrum durchgeführt. Das trifft nicht nur auf PKW- oder LKW-Trainings zu, sondern auch auf das Fahrsicherheitstraining für das Motorrad.

Auf einem Verkehrsübungsplatz, kann zwar das Fahren geprobt und die Fahrzeuge ausprobiert werden, ein Fahrsicherheitstraining wird dort jedoch nicht durchgeführt. Zumal die Übungsplätze auch oft nicht für die notwendigen Anforderungen ausgelegt sind.

Die Fahrsicherheitsanlagen müssen für die Ausführung der Fahrtrainings zugelassen sein und unterliegen den Regeln des DVR. Dies gewährleistet die Qualität der Kurse als auch gewisse Standards in der Ausführung der Trainings. Die tätigen Trainer, Lehrer und Moderatoren werden von den Anbietern für die jeweiligen Kurse beschäftigt. Sie durchlaufen eine besondere Schulung und werden für Ihre Tätigkeit vom DVR zertifiziert. Liegt dieses Zertifikat nicht vor, darf der Trainer keinen Kurse durchführen.

Die Anlagen, auf denen ein Fahrsicherheitstraining mit dem Motorrad durchgeführt werden kann, sind künstlich angelegte Areale, die vom öffentlichen Straßenland abgegrenzt sind. Sie sind auch deutlich als nicht-öffentlicher Straßenraum gekennzeichnet.

Meist sind die Anlagen so konzipiert, dass sie sowohl von PKW als auch von Motorrädern sowie durch LKW und Busse befahren werden können. Spezielle Zentren für LKW und Busse sind entsprechend gekennzeichnet und in den Kursangeboten hinterlegt. Darüber hinaus gibt es auch Fahrsicherheitszentren auf denen besondere Anforderungen an Rettungs- oder Bergungsdienste trainiert werden können.

Fahrsicherheitszentren: Der richtige Ort für ein Fahrtraining mit dem Motorrad

Bei einem Fahrsicherheitstraining mit dem Motorrad, stehen die Beherrschung der Maschine und der Überblick über die Verkehrssituation im Vordergrund. Dies wird in einem Fahrsicherheitszentrum durch verschiedene Übungen simuliert. Hier werden erschwerte Witterungsbedingungen und plötzlich auftretende Hindernisse ebenso „erfahren“, wie die Kurvenlage des Motorrads durch ein Schräglagentraining.

Die Anlagen sind, je nach Auslegung und Kursangebot, angemessen dimensioniert und bieten entsprechend große Auslauf- und Sicherheitsflächen. Es finden sich hier gerade Flächen für Brems- und Ausweichmanöver sowie kurze Bergstrecken, Kreisbahnen und Bogenelemente für Übungen zur Kurventechnik.

Darüber hinaus gibt es auch Gleitflächen, die entweder aus Metall oder aus Kunststoff bestehen. Diese Flächen werden im Fahrsicherheitstraining mit dem Motorrad für Simulationen von winterlichen oder regnerischen Straßenverhältnissen genutzt. Auch können auf diesen Flächen Fahrsituation bei hohen Geschwindigkeiten dargestellt werden.

Alle Übungen und auch die Areale, auf denen diese stattfinden, sind so konzipiert und gestaltet, dass der Kursteilnehmer die Situationen auf den Alltag übertragen kann. Der Lerneffekt, der so entsteht, trägt maßgeblich zu veränderten Verhalten im Straßenverkehr bei.

Der Motorradfahrer lernt so, wie er selbst und auch wie seine Maschine in bestimmten Fahrsituationen reagiert. So gesehen sind diese Kurse auch ein Fahrtechniktraining auf dem Motorrad.

Die Ausstattung der Fahrsicherheitsanlagen kann variieren und orientiert sich meist an der Auslegung und dem Kursangebot. Elemente, wie Schleuderplatten, Wasserfontänen oder flutbare Fahrspuren, sind teilweise elektronisch oder per Computer gesteuert. So kann zum Beispiel in einer Übung mehrere Elemente kombiniert werden.

Fahrsicherheitstraining für ein Motorrad: Die Kosten

Die Teilnahme an einem Fahrsicherheitstraining ist freiwillig, ausgenommen sind hier die vom Arbeitgeber geforderten Kurse oder die, die Teil einer Berufsausbildung sind. Die Kosten muss in den meisten Fällen jedoch der Teilnehmer tragen. Daher lohnt es sich oft, einen Preisvergleich durchzuführen und sich so den passenden Anbieter herauszusuchen.

Einige Veranstalter bieten besondere Events, z. B. ein Motorrad-Fahrtraining auf einer Rennstrecke.

Einige Veranstalter bieten besondere Events, z. B. ein Motorrad-Fahrtraining auf einer Rennstrecke.

Bei einem Fahrsicherheitstraining für eine Motorrad liegen die Preise oft zwischen 80,- und 200,- Euro. Hierbei sollten Interessierte jedoch auf den Wochentag achten, da einige Anbieter zwischen Werktag und Wochenende unterscheiden. Kurse am Wochenende sind meist teurer und oft auch gefragter. Darüber hinaus gelten zum Beispiel bei den Autoclubs unterschiedliche Preise für Mitglieder und Nicht-Mitglieder.

Zusätzliche Kosten können unter anderem auch durch eine Verpflegung vor Ort oder eine zusätzlich geforderte Unfallversicherung entstehen. Sind diese Punkte nicht im gebuchten Paketpreis enthalten, sollten sich Teilnehmer über etwaige Extrakosten vor Kursantritt informieren.

Motorrad Kurventraining als Teil des Fahrsicherheitstrainings: Der Ablauf

Motorradfahrer, die sich für einen Kurs anmelden möchten, können oft bereits bei der Buchung des Trainings den passenden Termin auswählen. Meist sind dies auch Sammeltermine mit mehreren Teilnehmern. Die Anzahl der Kursteilnehmer wird bei einem Fahrsicherheitstraining relativ gering gehalten, so dass die Trainer auch auf die Teilnehmer konzentrieren können. Die Größe der Gruppe beträgt meist zwischen acht und 12 Fahrern.

Das Training sollte dann mit dem eigenen Motorrad absolviert werden. Bei einigen Anbietern gibt es jedoch auch die Möglichkeit, sich für die Dauer von einem Training ein Motorrad auszuleihen. Dies sollte aber vor der Buchung abgeklärt werden.

Die Dauer des Trainings richtet sich nach der ausgewählten Kursart. Sie kann zwischen drei und acht Stunden betragen, auch Wochenendkurse sind möglich. Meist werden die Kurse das ganze Jahr über angeboten, jedoch kann es bei einem Fahrsicherheitstraining mit dem Motorrad bei schlechten Witterungsbedingungen auch zu Absagen kommen. Bedingt durch den eingeschränkte Nutzungszeitraum von Motorrädern – die meisten Fahrer lassen die Maschinen im Winter stehen – wird der Großteil der Trainings zwischen Frühjahr und Herbst angeboten.

Bei der Auswahl des Kurses und der Einstufung in einen Schwierigkeitsgrad spielen die Vorkenntnisse des Fahrers eine Rolle. Hier gibt es zum Beispiel Aufbaukurse, Kurse für Fortgeschrittene oder ein Perfektionstraining. Auch ein Fahrsicherheitstraining mit Motorrad für Frauen oder für Senioren wird oft für eine Einstufung angeboten.

Wie auch bei Kursen für den PKW oder den LKW, beginnt das Fahrsicherheitstraining für das Motorrad mit einem theoretischen Teil. In dieser Einführung wird ausführlich auf die Kenntnisse und auch auf die Wünsche der Teilnehmer eingegangen. Hier soll herausgefunden werden, wo der Einzelne steht, wo er gerne hin möchte und was mit dem Fahrertraining erreicht werden soll.

Des Weiteren wird dann auf die Fahrphysik sowie auf die aktuelle Technik und deren Grenzen eingegangen.

Teilweise werden auch Auffrischungs-Übungen zur Ersten Hilfe angeboten, die dann während der Theoriephase absolviert werden können.

Der Teilnehmer wird vor der praktischen Phase mit einem Funkgerät ausgestattet, das ihn mit dem Trainer verbinden. Hierbei handelt es sich jedoch um eine einseitige Verbindung. Der Fahrer kann den Kursleiter hören, jedoch nicht mit diesem sprechen. Der Trainier kann so korrigierend eingreifen und die Übung mit dem Teilnehmer zusammen durchlaufen.

Vor den praktischen Übungen bieten einige Kurse zum Verkehrssicherheitstraining auf speziellen Anlagen auch eine kurze Einführung zu den einzelnen Abschnitten des Fahrsicherheitszentrums an. Dies kann entweder noch während der Theorie erfolgen oder als kleine Rundfahrt auf dem Kurs. Teilnehmer sollen sich so schon vorher mit den Sicherheitszonen vertraut machen.

Eine Übung ist das Fahrtechniktraining mit dem Motorrad.

Eine Übung ist das Fahrtechniktraining mit dem Motorrad.

Das eigentliche Fahrsicherheitstraining mit dem Motorrad setz sich denn aus verschiedenen Übungen zusammen. Zunächst erfolgt das sogenannte „Warmfahren“. Hierzu gehören unter anderem:

  • Das „Motorradturnen“ – stehend, einbeinig, auf dem Tank sitzend, um die Beherrschung der Maschine einzuschätzen.
  • Es folgt eine extreme Langsamfahrt für die Balanceschulung.
  • Danach erfolgt eine Slalomfahrten, um die sogenannte „Schwingtechnik“ zu üben.
  • Für die Blickschulung und die richtige Kopfhaltung werden Kreisfahrten durchgeführt.
  • Zuletzt werden dann Bremsübungen, wie die Vollbremsung bis zum Stand und Ausweichübungen („Lenkimpulstechnik“) ausgeführt.

Nach dem Warmfahren folgen dann Übungen auf den Teilabschnitten der Trainingsstrecke. Hier werden dann verschiedene Witterungsbedingungen simuliert und das Verhalten in kritischen Situationen, wie ein plötzlich auftauchendes Hindernis, trainiert.

Hauptbestandteilen des Trainings:

  • Übungen zum Bremsen, z B. wie am Limit oder auf verschiedenen Untergründen sicher gebremst wird
  • Übungen zum Handling des Motorrads
  • Übungen zur Schräglage, z. B. Schräglagentechniken
  • Eine Blickschulung
  • Anleitungen und Übungen zur Lenktechnik
  • Gefahrensituationen in der Kurve richtig einschätzen und richtig durchlaufen
  • Hintergrundinfos zu Assistenzsystemen
  • Ausweichen eines plötzlich auftretenden Hindernisses
  • Das Motorrad in schwierigen Situationen stabilisieren

Auch mentale Elemente spielen beim Fahrsicherheitstraining mit dem Motorrad eine Rolle. Denn oft beginnt die Unfallvermeidung und die Verkehrssicherheit bereits im Kopf. Umsichtiges Fahren und Handeln sind hier besonders wichtig. So bieten viele Veranstalter auch Nachbesprechungen zu den Trainings sowie einen Austausch zwischen den Teilnehmern und den Trainern.

Vor einem Sicherheitstraining für Motorradfahrer muss die Verkehrssicherheit geprüft werden.

Vor einem Sicherheitstraining für Motorradfahrer muss die Verkehrssicherheit geprüft werden.

Ein weiterer Teil des Sicherheitstrainings kann ein besonderes Schräglagentraining mit dem Motorrad sein. Dies wurde eingeführt, um bei Motorradfahrern die Angst vor starken Schräglagen abzumildern. Hierzu wird dann nicht das eigene Motorrad des Teilnehmers verwendet, sondern ein speziell umgerüstetes Motorrad mit zwei seitlichen Auslegern. Dies verhindert das Umkippen in der Schräglage.

Bei diesem Training ist es auch möglich, den Rollwinkel variabel einzustellen. Meist sind fünf Grad Schritte üblich, die sich zwischen 20 und 55 Grad bewegen.

Fahrsicherheitstraining mit dem Motorrad im Realverkehr

Außer dem klassischen Sicherheitstraining für Motoräder gibt es heute auch eine neue Form. Diese wurde vom DVR entwickelt und findet im realen Straßenverkehr statt. Hierbei handelt es sich um Touren mit mehreren Teilnehmern, die unter Anleitung eines Trainers während der Gruppenfahrten verschiedene Verkehrssituationen üben. Um diese Art des Fahrsicherheitstrainings bekannt zu machen, haben der DVR und die Unfallforschung der Versicherer (UDV) gemeinsam mit Fachzeitschriften die German-Safety-Tour (Deutsche-Sicherheits-Tour) gegründet.

Während der German-Safety-Tour (GST) werden zehn Fahrsicherheitstrainings mit je zehn Teilnehmern durchgeführt. Es finden fahrpraktische Übungen zur Verbesserung der Fahrzeugbeherrschung statt. Fremd- und Selbstbeobachtung sind eine wesentlicher Bestandteil dieser Trainings. Den Teilnehmern werden Aufgaben gestellt, die während der Ausfahrt zu absolvieren sind.

So sollen die sie beispielweise besonders auf den Fahrbahnverlauf oder auf den Gegenverkehr achten. Die Ausfahrten werden per Videoaufzeichnung mitverfolgt und später ausgewertet. Dieses Fahrsicherheitstraining mit dem Motorrad legt auch großen Wert auf die sozialen Aspekt beim Fahren und in Bezug auf die Verkehrssicherheit.

Das sogenannte „Training im Realverkehr“ wurde bereits durch den DVR zertifiziert. Es wird jedoch derzeit noch nicht überall in Deutschland angeboten.

Egal ob als klassisches Training oder als Training im Realverkehr, die Kurse sollen den Teilnehmern Möglichkeiten aufzeigen, die Fähigkeit zu erlangen, bedrohliche Situationen rechtzeitig zu erkennen, sodass diese nicht zu einer Gefahr werden.

Motorrad-Sicherheitstraining: Diese Vorbereitungen sollten getroffen werden

Bevor Fahrer an einem Fahrsicherheitstraining für ein Motorrad teilnehmen, sind einige Vorbereitungen notwendig. Ob der Veranstalter über die allgemeinen Vorbereitungen weitere Anforderungen für die Teilnahme stellt, sollte im Vorfeld geklärt werden.

Besonders auf den Versicherungsschutz sollte hier geachtet werden. Teilweise ist eine zusätzliche Versicherung im Paketpreis einhalten. Bei einigen Anbietern wird jedoch keine zusätzliche Versicherung für Motorräder geboten. Das Motorrad, mit dem der Fahren den Kurs durchläuft, muss jedoch immer amtlich angemeldet und haftpflichtversichert sein.

Fahrsicherheitstraining mit dem Motorrad: ein Drift-Training kann Teil der Übung sein.

Fahrsicherheitstraining mit dem Motorrad: ein Drift-Training kann Teil der Übung sein.

Folgende Vorbereitungen sollten vor einem Fahrsicherheitstraining mit einem Motorrad getroffen werden:

    • Das Motorrad muss in einem verkehrssicheren Zustand sein. Hier sollten Beleuchtung, Bremsen, Motorfunktion und der Zustand der Reifen geprüft werden. Defekte Motorräder oder abgefahrene Reifen stellen ein Sicherheitsrisiko dar
    • Den Luftdruck und den Ölstand kontrollieren.
    • Es sollte auch sichergestellt werden, dass der Kraftstofftank voll ist.

Die meisten Veranstalter setzten voraus, dass die Teilnehmer in kompletter Schutzkleidung erscheinen. Dies wird aus Sicherheitsgründen meist auch bei der Buchung des Kurse mitgeteilt. Zur Schutzkleidung gehören der Helm und Motorradhandschuhe, sowie eine Motorradjacke und –hose aus Leder – oder einem anderen sicherem Material. Hier sollten auch die Motorradstiefel nicht vergessen werden.

Neben der Verkehrssicherheit sollten Teilnehmer auf beachten, dass sie das Motorrad auch bedienen können. Das heißt, wer das erste Mal unterwegs ist, sollte nicht sofort an einem Fahrsicherheitstraining mit diesem Motorrad teilnehmen. Hier empfehlen sich einige Fahrten auf einem Verkehrsübungsplatz, um zumindest die Grundfunktionen der Maschine zu beherrschen.

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