Diesel kaufen – Worauf ist zu achten?

Von Gitte, letzte Aktualisierung am: 3. Juni 2019

Der Diesel steht zunehmend in der Kritik

Das Dieselfahrzeug: Kaufen oder nicht kaufen – Das ist hier die Frage.

Das Dieselfahrzeug: Kaufen oder nicht kaufen – Das ist hier die Frage.

Schlagzeilen über Abgasskandale, Kritik an den Steuervorteilen und Diskussion von Fahrverboten – Das Diesel-Fahrzeug verliert zunehmend an Beliebtheit. Immer mehr Autofahrer in Deutschland steigen auf Benziner um oder sogar auf Hybrid- oder Elektrofahrzeuge. Denn sollte tatsächlich das Fahrverbot für den Diesel kommen, sind sie auf der sicheren Seite.

Macht es dann heutzutage überhaupt noch Sinn, sich einen Diesel-Pkw zu kaufen? Sollte man seinen Diesel lieber jetzt verkaufen, bevor sein Wert komplett in den Keller sinkt? Oder ist es gerade klug, die Gunst der Stunde zu nutzen und ein Diesel-Fahrzeug jetzt zu kaufen, um sich ein Schnäppchen zu sichern?

Dieser Ratgeber soll Sie bei der Entscheidung unterstützen: „Dieselfahrzeug kaufen, ja oder nein?“ Er verrät Ihnen, welche Argumente für und gegen den Kauf von Dieselautos sprechen und worauf dabei zu achten ist.

Kann man noch Diesel-Autos kaufen?

Auch wenn der Diesel einen zunehmend schlechter werdenden Stand einnimmt, vom Markt verschwunden ist er noch nicht. Immer noch führen Autohersteller Modelle ein, die auch mit Diesel-Motor angeboten werden. Und das manchmal sogar zu einem günstigeren Preis als vergleichbare Benziner.

Hinzu kommt, dass es immer mehr Gelegenheiten gibt, einen gebrauchten Diesel günstig zu kaufen, weil viele Autobesitzer auf andere Modelle umsteigen.

Macht es also doch Sinn, ein Auto mit Diesel-Motor noch zu kaufen?

Lohnt es sich jetzt noch, ein Diesel-Auto zu kaufen?

Wer sich fragt, ob er sich ein Auto kaufen soll, das mit Diesel fährt, sollte sich der Vor- und Nachteile bewusst sein. Nur dann kann er anhand seines persönlichen Fahrverhaltens und seiner Prioritäten entscheiden, ob es für ihn Sinn macht, ein Diesel-Auto neu oder gebraucht zu kaufen.

Wenn Sie einen Diesel kaufen, sparen Sie an der Tankstelle.

Wenn Sie einen Diesel kaufen, sparen Sie an der Tankstelle.

Steuervor- und nachteile

Pro Liter zahlen Autofahrer für Diesel 18,41 Cent Energiesteuer weniger als für Benzin. Auch insgesamt ist der Preis für Diesel um etwa 20 Cent niedriger. Besitzer von Diesel-Fahrzeugen zahlen demnach weniger beim Tanken.

Allerdings gibt es sowohl aus der Politik als auch aus der Automobilbranche zunehmende Zweifel, ob dieses sogenannte Dieselprivileg noch zeitgemäß und sinnvoll ist. Es bleibt daher die Frage, wie lange dieser Steuervorteil noch besteht und ob er ein hinreichendes Argument ist, einen Diesel zu kaufen.

Hinzu kommt, dass Diesel-Fahrzeuge mit einer höheren Kfz-Steuer belegt werden, die sich aus ihrer Schadstoffklasse und dem Jahr der Erstzulassung ergibt. Besonders, wer einen Gebrauchtwagen mit Diesel-Motor kaufen möchte, sollte deshalb auf das Alter des Fahrzeugs achten.

Vorteil: Der Energieverbrauch

Der Verbrennungsmotor von Dieselfahrzeugen ist effizienter und energiereicher als ein Benzin-Motor, mit einem um 15 bis 20 Prozent höheren Wirkungsgrad. Dies führt dazu, dass ein Diesel-Fahrzeug weniger Treibstoff benötigt.

Wer also an der Tankstelle sparen möchte, sollte sich überlegen, einen Diesel zu kaufen.

Vor- und Nachteile für die Umwelt

Entsprechend dem geringeren Kraftstoffverbrauch des Diesels reduziert sich auch der Ausstoß des Klimagases CO2, was das Diesel-Auto in dieser Hinsicht zu einem klimafreundlicheren Fahrzeug macht als einen Benziner.

Klimafreundlicher heißt aber nicht automatisch umweltfreundlicher. Denn während der Diesel einen niedrigeren CO2-Ausstoß besitzt, produziert er gleichzeitig erhebliche Mengen an Schadstoffen in Form von Stickoxiden. Diese tragen zur Luftverschmutzung bei und können zu Gesundheitsschäden führen, da sie die Schleimhäute und Atemwege angreifen. Außerdem verstärken auch sie die Erderwärmung, wodurch der Klimavorteil aus dem geringeren Kraftstoffverbrauch praktisch wieder aufgehoben wird.

Dies sollten Sie bedenken, wenn Sie einen neuen Diesel bzw. einen Gebrauchtwagen kaufen möchten.

Nachteil: Das drohende Fahrverbot

Aufgrund der Diesel-Abgase haben sich die Stickoxid-Werte in den Städten alarmierend erhöht. Um dem entgegenzuwirken, wurde 2008 die Feinstaub- oder Umweltplakette in Deutschland eingeführt. Diese kennzeichnet die Schadstoffbelastung eines Autos und legt fest, ob es in den Umweltzonen in den Städten gefahren werden darf oder nicht.

In den meisten Umweltzonen dürfen nur noch Fahrzeuge mit grüner Plakette gefahren werden. Diese erhalten nahezu alle Autos mit Benzin-Motor sowie mit Erdgas-, Flüssiggas- oder Ethanolantrieb.
Wer einen Diesel kaufen möchte, sollte darauf achten, welche Umweltplakette er hat.

Wer einen Diesel kaufen möchte, sollte darauf achten, welche Umweltplakette er hat.

Für Diesel-Fahrzeuge ist der Erhalt der grünen Plakette weniger selbstverständlich. Sie benötigen eine Abgasnorm von wenigstens Euro 4, allerdings können manche Euro-3-Diesel mit einem zusätzlichen Partikelfilter aufgerüstet werden, wodurch sie doch noch die grüne Plakette erhalten.

Wer ohne solche Umrüstung mit seinem Diesel-Fahrzeug uneingeschränkt in der Innenstadt unterwegs sein möchte, sollte sich einen Euro-4- oder Euro-5-Diesel kaufen, besser noch einen Euro-6-Diesel.

Denn nur letzterer ist bislang nicht von einem möglichen Fahrverbot bedroht. Fahrzeuge mit höheren Emissionswerten könnten 2018 generell aus den deutschen Städten verbannt werden. Dieses Damoklesschwert schwebt aber nicht über den Diesel-Autos, sondern betrifft auch die Benziner. Diese werden zunehmend mit Partikelfiltern ausgestattet, um die neuen Grenzwerte für den Partikelausstoß unterbieten zu können.

Fazit: Sollten Sie sich einen Pkw mit Diesel-Motor kaufen?

Wenn Sie mit Ihrem Auto lange Strecken fahren, so dass sich ein geringerer Treibstoffverbrauch und eine geringere Energiesteuer bemerkbar machen, und Sie nicht darauf angewiesen sind, mit Ihrem Auto in der Innenstadt zu fahren, bietet es sich an, einen Diesel zu kaufen. Auch wenn der Anschaffungspreis in der Regel etwas höher ist als bei einem Benziner – allerdings nicht, wenn Sie Ihren Diesel-Pkw gebraucht kaufen.

Allerdings sollten Sie sich bewusst sein, dass die Vorteile, die Diesel-Fahrer bislang noch genießen, möglicherweise nicht mehr lange Bestand haben. Wer aber keine Dauerlösung, sondern ein günstiges Auto für den Übergang sucht, sollte sich überlegen, einen Diesel-Pkw noch zu kaufen.

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7 Kommentare

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  1. Julia sagt:

    Der Artikel zeigt eindrucksvoll, wie groß die Verunsicherung ist. Viele Dieselfans setzen daher auf den Umstieg: Jeder Dritte möchte laut einer Studie sein Dieselfahrzeug “schnellstmöglich loswerden”. Das jedoch dürfte kein leichtes Unterfangen werden, denn die Autohändler sind zurückhaltend oder kaufen gar keine Diesel mehr an. Die Preise sind im Keller. Letzte Chance ist dann vielleicht deineautobörse.de, wo es eine Garantie für die Inzahlungnahme gibt. Über eine interne Plattform können Ankäufer nämlich ein selbst nicht benötigtes Fahrzeug an andere Händler weiterveräußern, die dieses dann zum Beispiel ins Ausland verkaufen.

  2. Jerome sagt:

    Dieser Artikel stammt eher aus dem Jahre 2017 und sollte schnell ueberarbeitet, bzw. anders verlinkt werden.
    Er fuehrt naemlich zu noch mehr Verunsicherung.
    Die Realitaet ist in 2018 angekommen, und damit nun auch Diskussionen bezueglich Euro 6 Diesel (siehe aktuelle Diskussion des Landes Berlin/Berliner Senat bzgl. Euro 6 Diesel im Oktober 2018).

  3. Shona sagt:

    Hey Leute wollt ihr mich verarschen
    Also ich frage mich wirklich ob Mann alles mit sich machen lassen muss wenn ich betrüge und erwischt werde werde ich bestraft und die Autoindustrie hat uns in einem großen Stiel betrogen und belogen
    Papa Staat beschließt einfach was und wir sollen jetzt zusehen wie wir klar kommen einen Kredite aufnehmen für ein neues Auto oder Geld verprassen für ein neues Auto
    Ich bin der Meinung das wir betrogen worden sind von der Autoindustrie wir haben nichts falsch gemacht also seht zu und kümmert euch drum Wehr den Rest für ein neues Auto bezahlt und zieht den Bürgern nicht immer ihr hart erarbeitetes Geld aus der Taschen wir bezahlen schon genug
    Und liebe Bürger lässt nicht immer alles mit euch machen oder nickt immer ab irgendwo sollte auch mal eine Grenze sein

  4. Kai sagt:

    Alle in Deutschland angemeldete Fahrzeuge haben entweder keine Euro-Klasse oder Euro 1 bis Euro 6…
    Und, nach aktueller Rechtslage können bereits ab 2019 sogar Euro 6 Diesel von Fahrverboten betroffen sein, unvorstellbar!

    Logisch: ALLE KFZ-Halter in Deutschland sollen sich ein neues Fahrzeug kaufen !!!
    Alle, ohne Ausnahme, müssten sich ein NEUES Fahrzeug kaufen…
    Klar, es gibt Anreize, nach wahrscheinlich nach folgendem Rechenmodell ablaufen werden, HK x internem Faktor = UVP x 1,3 um dann anschließend wieder 30% “Sonderrabatt” zu gewähren, ein tolles Schnäppchen also für alle die dran glauben!
    Woher bitteschön soll das Geld denn kommen, schätze mehr als 90% haben diese Geld überhaupt nicht oder bekommen es auch auf der Bank nicht!
    Was machen die, Arbeitslos werden…?
    Wie bitteschön soll das gehen, hat da mal ein Politiker drüber nachgedacht?
    Selbst wenn jeder das Geld hätte, so viele Autos können wir überhaupt nicht – innerhalb eines Jahres – bestellen, ausliefern oder verkaufen/verschrotten…
    Wir fahren ja nicht zum Spaß durch die Gegend.
    Alle brauchen das eigene Fahrzeug hauptsächlich, um zum Arbeitsplatz zu fahren!
    Mit einer solchen Politik und Vorgehensweise ZWINGT uns die Bundesregierung zu einem Neuwagenkauf, ist das allen klar?
    Alle außereuropäischen Länder freuen sich, die kaufen uns die PKW´s dann für kleines Geld ab… und fahren dann in Ihrem Land damit durch die Gegend, die Abgaswerte verbleiben natürlich auch in dem jeweiligen Land :-(
    Was sich unsere Politiker hier abhalten ist der größte Witz des Jahrhunderts…, Leute wehrt Euch.

  5. Day sagt:

    Ich habe vor ~1,25 Jahren auf dem Hoch der Panik einen Euro6 Diesel–Jahreswagen deutscher Herkunft gekauft welcher aufgrund dieses Umstandes deutlich (…um etwa 7–8k€..) unter seinem eigentlichen Marktwert lag. Zudem spart er mir gegenüber einem Benziner gleichen Models und Leistungsklasse in meinem Fahrtbild jährlich effektiv ~500€ über den Minderverbrauch sowie den günstigeren Sprit (Mehrbesteuerung pro Jahr schon raus gerechnet).

    Bereut habe ich es daher bisher nicht.

  6. Klaus sagt:

    Der Betrug liegt nicht nur bei der Autoindustrie, sondern bei denen, die zweifelhafte Auflagen festsetzen vor dem Hintergrund des Umweltschutzes. Die Klimaschützer sind die Betrüger. Denn es gibt absolut KEINEN Beweis für einen von Menschen gemachten Klimawandel. Hier wird mit Angst und willkürlichen Vorschriften das Leben schwer gemacht. Wer sich schonmal mit CO2 beschäftigt hat, der sollte wissen, dass CO2 schwerer als Luft ist. Also nix nach oben, sondern nach unten. Und CO2 braucht die Natur zum überleben. Die ganzen Angstmacher Argumente sind nur Mittel zum Zweck von Machtausübung. Logisch das die Autoindustrie da auf Dauer nicht mithalten kann und schummelt. Was zwar nicht korrekt ist, aber wer weiss denn schon wirklich, ob die heutigen Abgase überhaupt ins Gewicht fallen. Alle die nur nachplappern was irgendwelche Thinktanks sich einfallen lassen, können sich gar keine Meinung bilden. Also erstmal ernsthaft nachforschen, damit der Unsinn aufhört.

  7. Oliver sagt:

    Wann kommt denn jetzt endlich mal eine Entscheidung darüber?
    Wie lange sollen wir noch warten?

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