Diesel kaufen – Worauf ist zu achten?

Der Diesel steht zunehmend in der Kritik

Das Dieselfahrzeug: Kaufen oder nicht kaufen – Das ist hier die Frage.

Das Dieselfahrzeug: Kaufen oder nicht kaufen – Das ist hier die Frage.

Schlagzeilen über Abgasskandale, Kritik an den Steuervorteilen und Diskussion von Fahrverboten – Das Diesel-Fahrzeug verliert zunehmend an Beliebtheit. Immer mehr Autofahrer in Deutschland steigen auf Benziner um oder sogar auf Hybrid- oder Elektrofahrzeuge. Denn sollte tatsächlich das Fahrverbot für den Diesel kommen, sind sie auf der sicheren Seite.

Macht es dann heutzutage überhaupt noch Sinn, sich einen Diesel-Pkw zu kaufen? Sollte man seinen Diesel lieber jetzt verkaufen, bevor sein Wert komplett in den Keller sinkt? Oder ist es gerade klug, die Gunst der Stunde zu nutzen und ein Diesel-Fahrzeug jetzt zu kaufen, um sich ein Schnäppchen zu sichern?

Dieser Ratgeber soll Sie bei der Entscheidung unterstützen: „Dieselfahrzeug kaufen, ja oder nein?“ Er verrät Ihnen, welche Argumente für und gegen den Kauf von Dieselautos sprechen und worauf dabei zu achten ist.

Kann man noch Diesel-Autos kaufen?

Auch wenn der Diesel einen zunehmend schlechter werdenden Stand einnimmt, vom Markt verschwunden ist er noch nicht. Immer noch führen Autohersteller Modelle ein, die auch mit Diesel-Motor angeboten werden. Und das häufig zu einem wesentlich günstigeren Preis als vergleichbare Benziner.

Hinzu kommt, dass es immer mehr Gelegenheiten gibt, einen gebrauchten Diesel günstig zu kaufen, weil viele Autobesitzer auf andere Modelle umsteigen.

Macht es also doch Sinn, ein Auto mit Diesel-Motor noch zu kaufen?

Lohnt es sich jetzt noch, ein Diesel-Auto zu kaufen?

Wer sich fragt, ob er sich ein Auto kaufen soll, das mit Diesel fährt, sollte sich der Vor- und Nachteile bewusst sein. Nur dann kann er anhand seines persönlichen Fahrverhaltens und seiner Prioritäten entscheiden, ob es für ihn Sinn macht, ein Diesel-Auto neu oder gebraucht zu kaufen.

Wenn Sie einen Diesel kaufen, sparen Sie an der Tankstelle.

Wenn Sie einen Diesel kaufen, sparen Sie an der Tankstelle.

Steuervor- und nachteile

Pro Liter zahlen Autofahrer für Diesel 18,41 Cent Energiesteuer weniger als für Benzin. Auch insgesamt ist der Preis für Diesel um etwa 20 Cent niedriger. Besitzer von Diesel-Fahrzeugen zahlen demnach weniger beim Tanken.

Allerdings gibt es sowohl aus der Politik als auch aus der Automobilbranche zunehmende Zweifel, ob dieses sogenannte Dieselprivileg noch zeitgemäß und sinnvoll ist. Es bleibt daher die Frage, wie lange dieser Steuervorteil noch besteht und ob er ein hinreichendes Argument ist, einen Diesel zu kaufen.

Hinzu kommt, dass Diesel-Fahrzeuge mit einer höheren Kfz-Steuer belegt werden, die sich aus ihrer Schadstoffklasse und dem Jahr der Erstzulassung ergibt. Besonders, wer einen Gebrauchtwagen mit Diesel-Motor kaufen möchte, sollte deshalb auf das Alter des Fahrzeugs achten.

Vorteil: Der Energieverbrauch

Der Verbrennungsmotor von Dieselfahrzeugen ist effizienter und energiereicher als ein Benzin-Motor, mit einem um 15 bis 20 Prozent höheren Wirkungsgrad. Dies führt dazu, dass ein Diesel-Fahrzeug weniger Treibstoff benötigt.

Wer also an der Tankstelle sparen möchte, sollte sich überlegen, einen Diesel zu kaufen.

Vor- und Nachteile für die Umwelt

Entsprechend dem geringeren Kraftstoffverbrauch des Diesels reduziert sich auch der Ausstoß des Klimagases CO2, was das Diesel-Auto zu einem klimafreundlicheren Fahrzeug macht als einen Benziner.

Klimafreundlicher heißt aber nicht automatisch umweltfreundlicher. Denn während der Diesel einen niedrigeren CO2-Ausstoß besitzt, produziert er gleichzeitig erhebliche Mengen an Schadstoffen in Form von Stickoxiden. Diese tragen zur Luftverschmutzung bei und können zu Gesundheitsschäden führen, da sie die Schleimhäute und Atemwege angreifen.

Dies sollten Sie bedenken, wenn Sie einen neuen Diesel bzw. einen Gebrauchtwagen kaufen möchten.

Nachteil: Das drohende Fahrverbot

Aufgrund der Diesel-Abgase haben sich die Stickoxid-Werte in den Städten alarmierend erhöht. Um dem entgegenzuwirken wurde 2008 die Feinstaub- oder Umweltplakette in Deutschland eingeführt. Diese kennzeichnet die Schadstoffbelastung eines Autos und legt fest, ob es in den Umweltzonen in den Städten gefahren werden darf oder nicht.

In den meisten Umweltzonen dürfen nur noch Fahrzeuge mit grüner Plakette gefahren werden. Diese erhalten nahezu alle Autos mit Benzin-Motor sowie mit Erdgas-, Flüssiggas- oder Ethanolantrieb.

Wer einen Diesel kaufen möchte, sollte darauf achten, welche Umweltplakette er hat.

Wer einen Diesel kaufen möchte, sollte darauf achten, welche Umweltplakette er hat.

Für Diesel-Fahrzeuge ist der Erhalt der grünen Plakette weniger selbstverständlich. Sie benötigen eine Abgasnorm von wenigstens Euro 4, allerdings können manche Euro-3-Diesel mit einem zusätzlichen Partikelfilter aufgerüstet werden, wodurch sie doch noch die grüne Plakette erhalten.

Wer ohne solche Umrüstung mit seinem Diesel-Fahrzeug uneingeschränkt in der Innenstadt unterwegs sein möchte, sollte sich einen Euro-4- oder Euro-5-Diesel kaufen, besser noch einen Euro-6-Diesel.

Denn nur letzterer ist bislang nicht von einem möglichen Fahrverbot bedroht. Fahrzeuge mit höheren Emissionswerten könnten 2018 generell aus den deutschen Städten verbannt werden. Dieses Damoklesschwert schwebt aber nicht über den Diesel-Autos, sondern betrifft auch die Benziner. Diese werden zunehmend mit Partikelfiltern ausgestattet, um die neuen Grenzwerte für den Partikelausstoß unterbieten zu können.

Fazit: Sollten Sie sich einen Pkw mit Diesel-Motor kaufen?

Wenn Sie mit Ihrem Auto lange Strecken fahren, so dass sich ein geringerer Treibstoffverbrauch und eine geringere Energiesteuer bemerkbar machen, und Sie nicht darauf angewiesen sind, mit Ihrem Auto in der Innenstadt zu fahren, bietet es sich an, einen Diesel zu kaufen. Vor allem, weil der Anschaffungspreis in der Regel deutlicher niedriger ist als bei einem Benziner – erst recht, wenn Sie Ihren Diesel-Pkw gebraucht kaufen.

Allerdings sollten Sie sich bewusst sein, dass die Vorteile, die Diesel-Fahrer bislang noch genießen, möglicherweise nicht mehr lange Bestand haben. Wer aber keine Dauerlösung, sondern ein günstiges Auto für den Übergang sucht, sollte sich überlegen, einen Diesel-Pkw noch zu kaufen.

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