Ärztliches Gutachten zur Fahreignung

Von Sandra, letzte Aktualisierung am: 11. August 2019

Bitte beachten Sie: Dieser Artikel behandelt ausschließlich das ärztliche Gutachten nach § 11 Satz 2 FeV bzw. § 13 und § 14 FeV. Ein solches verkehrsmedizinisches Gutachten kann angeordnet werden, wenn Zweifel an der Fahreignung bestehen und darüber entschieden werden soll, ob jemanden die Fahrerlaubnis erteilt bzw. verlängert wird. Im Text wird nicht die medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) thematisiert, die bei schweren Verkehrsverstößen wie Alkoholfahrten oder zu bei zu vielen Punkten in Flensburg angeordnet wird.

Ärztliches Gutachten über die Fahreignung

Das Gutachten über die Fahreignung wird von einem Facharzt durchgeführt.

Gibt es Zweifel an Ihrer Fahreignung?

Hat die Fahrerlaubnisbehörde Zweifel an Ihrer Fahreignung, kann sie zur Vorbereitung ihrer Entscheidung über die Erteilung oder Verlängerung der Fahrerlaubnis ein ärztliches Gutachten anfordern. Ebenfalls hängt die Frage, ob sie Beschränkungen oder Auflagen anordnet, häufig vom Ergebnis des ärztlichen Gutachtens ab.

Welche Gründe gibt es für ein ärztliches Gutachten?

Es gibt viele Anlässe, warum die Führerscheinstelle von Ihnen ein ärztliches Gutachten verlangen kann. Das Spektrum reicht dabei von körperlichen Erkrankungen wie Diabetes, Herz- und Gefäßerkrankungen oder Erkrankungen des Nervensystems über psychische Erkrankungen bis hin zu Alkohol- und Drogenauffälligkeiten.

Im entsprechenden Schreiben der Behörde werden Sie zu den genauen Anlässen für die Zweifel an Ihrer Fahreignung informiert. Ihnen wird auch mitgeteilt, innerhalb welcher Frist Sie das ärztliche Gutachten durchführen müssen. Ein solches Gutachten kann mehrmals und zu verschiedenen Sachverhalten angeordnet werden.

Häufige Gründe für ein ärztliches Gutachten sind:

  • Körperlichen Erkrankungen
  • Psychischen Erkrankungen
  • Arzneimittel-, Alkohol- und Drogenkonsum

Wer kann ein ärztliches Gutachten durchführen?

Ruft die Führerscheinstelle Sie zu einer solchen Untersuchung auf, werden Sie darüber informiert, wer das Gutachten durchführen kann.

Je nach Einzelfall sind das:

  • Fachärzte mit verkehrsmedizinischer Qualifikation
  • Ärzte des Gesundheitsamts
  • Betriebsärzte bzw. Arbeitsmediziner
  • Fachärzte für Rechtsmedizin
  • Begutachtungsstellen für Fahreignung (BfF)

Grundsätzlich gilt, dass der untersuchende Facharzt nicht Ihr behandelnder Arzt sein darf. Haben Sie sich nach diesen Vorgaben für einen Gutachter entschieden, müssen Sie diese Entscheidung der Fahrerlaubnisbehörde mitteilen. Diese nimmt dann Kontakt zum Arzt auf, der das ärztliche Gutachten durchführt. Dabei wird erörtert, welche Fragen in Bezug auf die Fahreignung geklärt werden sollen.

Die Begutachtungsstellen für Fahreignung (BfF) bieten zum Thema „Ärztliches Gutachten zur Fahreignung“ häufig Beratungen an. Aufgrund ihrer Erfahrungen im Bereich medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) können dort auch verkehrsmedizinische Gutachten erstellt werden. Die Kosten erfragen Sie am besten vor Ort.

Die Behörde prüft das ärztliche Gutachten.

Nachdem Sie sich für einen Facharzt entschieden haben, prüft die Führerscheinstelle Ihre Unterlagen und nimmt Kontakt zum Arzt auf.

Medizinisches Gutachten – Was erwartet Sie?

Die Untersuchung ist weniger umfangreich als eine MPU. Es geht auch nicht darum, eine Prognose zu erstellen, stattdessen soll die gegenwärtige Situation in Bezug auf Ihre Fahreignung abgeklärt werden. Je nach Einzelfall können verschiedene Methoden zum Tragen kommen.

Körperliche und psychische Erkrankungen

Erfährt die Führerscheinstelle von Erkrankungen, welche die Verkehrssicherheit gefährden könnten wie beispielsweise Epilepsie oder orthopädische Erkrankungen, kann sie ein verkehrsmedizinisches Gutachten anordnen, um die Zweifel an Ihrer Fahreignung abklären zu lassen.

Im Fokus der Untersuchung stehen, z. B.:

  • allgemeiner Gesundheitszustand
  • der Bewegungsapparat
  • die Sinnesfunktionen
  • die Reaktionsfähigkeit
  • die Belastbarkeit
  • das Nervensystem
  • die „psychische Verfassung“
  • ggf. labortechnische Untersuchungen
  • regelmäßiger Konsum bestimmter Arzneimittel

Der Arzt wird Sie entsprechend Ihrer Krankheit begutachten und in Fragen zur Fahrtauglichkeit beraten. Möglicherweise kann er Sie auch bei der Wiedererlangung des Führerscheins unterstützen und Sie darüber informieren, unter welchen Umständen Sie ein Auto führen dürfen. Gemäß § 11 FeV Satz 6 haben Sie stets das Recht, ein fachärztliches Gutachten für den Führerschein einzusehen.

Ärztliches Gutachten zu Drogen- und Alkoholkonsum

Ärztliches Gutachten bei Drogen

Häufig wird ein ärztliches Gutachten wegen Drogenkonsum angeordnet.

Bezweifelt die Fahrerlaubnisbehörde Ihre Fahreignung aufgrund von Alkohol oder Drogen, geht es in dem Gutachten darum, Fragen zu Ihren Konsumgewohnheiten und deren Auswirkung auf Ihre Fahrtauglichkeit abzuklären. Neben dem Gespräch und der Feststellung Ihrer allgemeinen Gesundheit stehen dann häufig labormedizinische Untersuchungen an.

Diese können sein:

Anhand der Laborergebnisse und des Gesprächs soll der Arzt herausfinden, ob ein regelmäßiger Konsum von Alkohol oder Drogen vorliegt. Häufig werden dazu Drogenscreenings durchgeführt bzw. bei Verdacht auf Alkoholabhängigkeit entsprechende Blutuntersuchungen. Der Facharzt kann Ihnen dabei helfen, einen unbegründeten Verdacht auszuräumen. Aber auch, wenn eine Alkoholabhängigkeit oder Drogenkonsum (z. B. Cannabis) vorliegt, kann der Arzt Sie bei der Wiedererlangung des Führerscheins unterstützen.

Was kostet das ärztliche Gutachten?

Diese Frage ist nicht einfach zu beantworten. Die Kosten sind stark davon abhängig, wer das Gutachten erstellt und welche Untersuchungen durchgeführt werden. Der Einzelfall ist für ein fachärztliches Gutachten entscheidend.

Die Gebühren erfragen Sie am besten im Vorfeld bei der entsprechenden Stelle. Dort können Sie sich individuell zu Ihrem Fall beraten lassen und ggf. einen Termin vereinbaren. Aber generell gilt: Für ein ärztliches Gutachten tragen Sie die Kosten selbst.

Konnten wir Ihnen weiterhelfen? Dann bewerten Sie uns bitte:
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (144 Bewertungen, Durchschnitt: 4,31 von 5)
Loading...

197 Kommentare

Neuen Kommentar verfassen

  1. Bitte um Hilfe sagt:

    Hallo Freunde ich hab eine Frage in den Gutachten welche Wirt Gras cocain vestgestellt was ist wen man Tabletten zu sich nimmt in einer Menge die dem Beipackzettel nicht entspricht Wirt das auch festgestellt ? Danke im Foraus

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo,
      eine pauschale Einschätzung dazu ist uns nicht möglich. Es kann aber durchaus möglich sein, dass verschiedene Wirkstoffe bei einer Blutuntersuchung auffallen. Wenden Sie sich ggf. an Ihren Arzt.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  2. Alexander sagt:

    Hallo,
    der neue Freund meiner Schwester verlor vor einigen Jahren nach einer Alkoholfahrt seinen Führerschein. Nun hat er ihn vor ca. 6-7 Wochen wieder beantragt. Dabei kam heraus, dass es nach Entzug des Führerscheins einen Vorfall gab, bei dem er mit Kokain und Cannabis aufgegriffen wurde. Konsum konnte ihm damals nicht nachgewiesen werden, die Führerscheinstelle fordert jetzt aber aufgrund dieses Vorfalls ein ärztliches Gutachten von ihm. Er hat in der Zwischenzeit über einige Jahre täglich Cannabis (4-5 Joints/Tag) konsumiert ist nun seit ca. 5 Wochen clean. Da er nun erfuhr, dass THC bis zu 12 Wochen im Urin nachweisbar ist, versucht er nun bereits seit 5 Wochen (erfolgreich!), den Arzttermin rauszuzögern. Er will nun vorab privat eine Urinprobe abgeben, und falls die nicht “sauber” ist, per Silikonpenis synthetischen Urin abgeben, nachdem ein Kumpel ihm von einem Arzt erzählte, der da so lax sei, dass er selber seit Monaten trotz Drogenkonsums durchkommt. Meine Fragen nun:
    1. Gibt es da wirklich keine wirksamen Fristen (angeblich hat er Zeit bis 13.9., also mehr als 2 Monate, was ja total sinnlos ist) für die Abgabe der Urinprobe nach Beantragung?
    2. Darf er den Urin bei einem Arzt abgeben, der in einem anderen Bundesland liegt und 150km entfernt ist? Ich hätte gedacht, dass die Abgabe im heimischen Landkreis erfolgen muss und/oder der Arzt sogar vorgeschrieben wird.
    3. Ich will meiner Schwester nicht schaden, da sie schwer in den Typen verliebt ist, aber ich kann das so mit meinem Gewissen nicht vereinbaren, zumal er bereits angekündigt hat, wenn er den Lappen erst wieder habe, würde er wieder kiffen. Wie geht die Führerscheinstelle mit einem anonymen Hinweis um? Wird das ernst genommen? Wird der Kandidat über den Hinweis informiert, oder macht man lediglich Druck, dass er schneller zur Abgabe “antreten” muss?
    Im voraus herzlichen Dank!

  3. Jenny sagt:

    Hallo, ich habe eine Frage, und zwar habe ich letztes Jahr meinen Führerschein angefangen, wurde aufgefordert ein ärztliches Gutachten mit drogenscreening zu machen, damals wegen Cannabis. Es wurde nichts gefunden und war alles sauber. Jetzt muss ich eine Verlängerung für mein führerschein machen. Muss ich diesen Test denn dann auch nochmal machen? Danke schonmal im voraus für Antworten.

  4. Marko sagt:

    Hallo ich wurde von den polizei beamten angehalten und kontroliert, nach einem urin (schnelltest) ergab sich posotiv auf BTM , jedoch bluttest negativ , jetzt will die führerschein stelle meinen führerschein entziehen , weil ich den konsum vor 1nem jahr zugegeben habe , ich bin aber bereit freiwilig eine haaranalyse abzugeben , da ich weis das ich nie was genommen habe , wie kann ich im schlimsten fall meinen führerschein widerbekommen?

  5. Dan sagt:

    Was ist wenn ich krank geworden bin aber im brief mir eine frist gesetzt worden ist ?
    Mfg

Verfasse einen neuen Kommentar

Tipp: In unserem Bußgeldkatalog Forum bekommst Du noch schneller eine Antwort auf Deine Frage! Hier gelangen Sie zum Forum...


Bußgeldkatalog als PDF
Der aktualisierte Newsletter 2019 vom VFR Verlag zum Download und Ausdrucken.
Jetzt kostenlos per E-Mail anfordern:
Mit dem Absenden akzeptieren Sie unsere Datenschutzerklärung.