Verkehrszeichenerkennung: Orientierungshilfe im Schilderwald

Von Sandra, letzte Aktualisierung am: 24. September 2019

Verkehrszeichenerkennung per Kamera

Die Verkehrszeichenerkennung erkennt relevante Verkehrsschilder und zeigt diese im Display des Fahrzeugs an.
Die Verkehrszeichenerkennung erkennt relevante Verkehrsschilder und zeigt diese im Display des Fahrzeugs an.

Verschiedene Hersteller statten ihre Fahrzeuge mittlerweile optional mit einer Vielzahl von Fahrassistenzsystemen aus. Diese sollen dem Fahrer, wie der Name es bereits verrät, im Straßenverkehr helfen und das Fahren somit angenehmer und sicherer machen. Zu den bekannteren Systemen zählen etwa das Antiblockiersystem (ABS), der Tempomat und die Einparkhilfe. In den letzten Jahren haben derartige Systeme allerdings eine rasante Entwicklung vollzogen.

So ist es mittlerweile etwa möglich, dass ein entsprechend ausgerüstetes Auto selbständig abbremst, um einen Auffahrunfall zu verhindern. Auch wenn ein Fahrer droht, die Fahrspur zu verlassen, kann ein spezielles System das Fahrzeug daran hindern. Zu den neueren Fahrassistenzsystemen zählt auch die automatische Verkehrszeichenerkennung. Sie registriert zu beachtende Verkehrsschilder und zeigt diese im Display des Navigationssystems oder in der Anzeige im Armaturenbrett an. Der Fahrer kann sich somit beispielsweise jederzeit darüber informieren, welche Geschwindigkeitsbegrenzung aktuell gilt. Überschreitet er diese oder überholt er trotz eines Überholsverbots, wird der Assistent eine Warnung ausgeben.

FAQ: Verkehrszeichenerkennung

Was hat es mit der Verkehrszeichenerkennung auf sich?

Es handelt sich um ein Fahrerassistenzsystem, welches Verkehrszeichen (z. B. Tempolimits) erkennt und den Fahrer darauf aufmerksam macht, für den Fall, dass dieser es übersehen hat.

Wie erkennt das System Verkehrszeichen?

Mithilfe einer Kamera am Innenspiegel, hält es nach Verkehrsschildern und Geschwindigkeitsbegrenzungen Ausschau.

Welche Probleme können bei automatischen Verkehrszeichenerkennung auftreten?

Je nach Hersteller schwächelt das System, wenn es darum geht, Verkehrszeichen im Dunkeln (z. B. im Tunnel) zu erkennen.

Unterstützen Sie Ihr Navi mit einer Verkehrszeichenerkennung!

Manche Fahrassistenzsysteme stellen sich als wahres Wunderwerk der Technik heraus. Dahingegen ist die Verkehrszeichenerkennung in ihrer Funktionsweise recht simpel: Eine Kamera, zumeist am Innenspiegel, erfasst die Verkehrszeichen auf der Straße. Auf diese Weise werden auch erst kürzlich aufgestellte Schilder, beispielsweise in Baustellen, registriert. Damit aber nicht genug: Eine kamerabasierte Verkehrszeichenerkennung wertet nicht nur Daten anhand von Schildern aus. Vielmehr werden diese mit anderen Assistenzsystemen abgeglichen, etwa mit dem Navigationssystem, dem Regensensor und der Uhrzeit.

Verkehrszeichenerkennung mit Smartphone, Dashcam oder Navi: Es gibt mehrere Möglichkeiten zur Nutzung.
Verkehrszeichenerkennung mit Smartphone, Dashcam oder Navi: Es gibt mehrere Möglichkeiten zur Nutzung.

Anhand dieser zusätzlichen Daten erstellt die Auto-Verkehrszeichenerkennung in der Regel nur die relevanten Verkehrszeichen im Display. Regnet es beispielsweise nicht, wird ein Schild, das eine Geschwindigkeitsbegrenzung bei Nässe vorgibt, möglicherweise nicht angezeigt. Gleiches gilt für ein Tempolimit, welches zu einer Uhrzeit gilt, die außerhalb Ihrer Fahrt liegt. Üblicherweise werden Sie gewarnt, wenn Sie den registrierten Verkehrszeichen zuwiderhandeln. Das kann auf akustischem, optischem oder haptischem Weg geschehen.

Mitunter können Sie auch eine Verkehrszeichenerkennung mit adaptivem Geschwindigkeitsbegrenzer käuflich erwerben. Hierbei handelt es sich um ein weiteres Fahrassistenzsystem, welches sich der aktuell zulässigen Höchstgeschwindigkeit anpasst, sofern der Fahrer diese überschreitet. Das kann auch gegen dessen Willen geschehen, aber üblicherweise ist es möglich, diese Funktion durch einen Kickdown auszuschalten. Auch Systeme, die lediglich auf eine Überschreitung der durch die Verkehrszeichenerkennung ermittelte Höchstgeschwindigkeit hinweisen, gibt es. Diese greifen nicht selbständig in die Fahrweise ein. Die Funktionsweise der Verkehrszeichenerkennung können Sie sich in dem folgenden beispielhaften Video anschauen:

Neuere Modelle verwenden statt der Anzeige im Armaturenbrett immer häufiger ein sogenanntes Head-up-Display. Das hat den Vorteil, dass der Fahrer seine Blickrichtung nicht ändern muss, um die gewünschten Informationen abzurufen. Vielmehr projiziert die Kamera-unterstützte Verkehrszeichenerkennung die relevanten Zeichen an die Frontscheibe und somit direkt in das Blickfeld des Fahrers.

Welche Probleme können auftreten?

Die kamerabasierte Verkehrszeichenerkennung hat in manchen Situationen Schwierigkeiten, LED-Schilder zu erkennen.
Die kamerabasierte Verkehrszeichenerkennung hat in manchen Situationen Schwierigkeiten, LED-Schilder zu erkennen.

Zwischen den Produkten einzelner Hersteller sind teils deutliche Unterschiede auszumachen. Tendenziell gibt es aber Situationen, in denen mehrere Systeme Probleme haben. Dazu zählt etwa, Geschwindigkeitsbegrenzungen im Dunkeln bzw. in Tunneln zu erkennen. Auch LED-Zeichen, die an Schilderbrücken angebracht sind, stellen sich häufiger als Problem heraus.

Mitunter registriert die Verkehrszeichenerkennung zwar Tempolimits, aber nicht deren Aufhebung. Dementsprechend wird Ihnen in manchen Situationen weiterhin eine Geschwindigkeitsbegrenzung im Display angezeigt, obwohl diese bereits nicht mehr gilt. Weiterhin haben manche Assistenten Schwierigkeiten damit, Schilder bei abbiegendem Spurverlauf korrekt zuzuordnen. Überklebte Temposchilder, wie sie häufig in Baustellen vorkommen, können unter Umständen nicht als ungültig wahrgenommen werden.

Vor dem Kauf eines entsprechend ausgerüsteten Neuwagens empfiehlt es sich, auf einer Probefahrt einen ausführlichen Test des verbauten Systems durchzuführen. Bedenken Sie aber, dass Sie sich nie vollständig auf ein Fahrassistenzsystem verlassen sollten. Die Navigation mit einer Verkehrszeichenerkennung stellt nur eine Unterstützung für den Fahrer dar.

Nachrüstung einer Verkehrszeichenerkennung: Ist das möglich?

Wollen Sie eine Verkehrszeichenerkennung nachrüsten, kann das etwa in einer Vertragswerkstatt vorgenommen werden.
Wollen Sie eine Verkehrszeichenerkennung nachrüsten, kann das etwa in einer Vertragswerkstatt vorgenommen werden.

Grundsätzlich können Sie eine Kamera inklusive passender Verkehrszeichenerkennung im Fahrzeug nachrüsten, wenn Sie kein bereits derartig ausgestattetes Auto Ihr Eigen nennen. Dabei kommt es allerdings darauf an, was Ihr Fahrzeug bereits leisten kann.

Haben Sie bereits wegen anderer Fahrassistenten eine Kamera sowie ein Navi, können Sie die Verkehrszeichenerkennung unter Umständen codieren. Trauen Sie sich das selbst nicht zu, ist es auch möglich, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, um die Verkehrszeichenerkennung freischalten zu können. Vertragswerkstätten bieten diesen Service häufig an.

Um ein Head-Up-Display nachzurüsten, müssen Sie im Übrigen nicht Ihre komplette Frontscheibe austauschen: So ein Display können Sie auch in Form eines Einzelgeräts, welches in der Regel die On-Board-Diagnose-Schnittstelle (OBD) als Datenquelle nutzt, kaufen. Zur besseren Sichtbarkeit der Anzeige bei Tageslicht gibt es spezielle Folien, die auf der Scheibe aufgebracht werden müssen.

Verkehrszeichenerkennung als App

Wollen Sie kein Extra-Gerät kaufen oder lässt sich der Assistent in Ihrem Fahrzeug nicht nachcodieren? Dann können Sie auch einmal eine App für Verkehrszeichenerkennung auf dem Handy ausprobieren. Das kann sich auch anbieten, wenn Sie einen Neuwagen kaufen, denn häufig sind bestimmte Fahrassistenzsysteme nur in kostspieligen Komplettpaketen oder in höheren Ausstattungsvarianten erhältlich. In so einem Fall müssen Sie also nicht nur in die Assistenten investieren, sondern gleich in ein insgesamt viel teureres Auto.

Sie muss nicht immer integriert sein: Auch ein mobiles Navi kann mit Verkehrszeichenerkennung ausgestattet sein.
Sie muss nicht immer integriert sein: Auch ein mobiles Navi kann mit Verkehrszeichenerkennung ausgestattet sein.

Nutzen Sie auf diese Weise eine Verkehrszeichenerkennung, muss die Kamera des Smartphones intakt sein, denn sie ersetzt die sonst übliche Kamera am Innenspiegel. Bevor Sie eine entsprechende App in der Praxis einem Test unterziehen, sollten Sie dafür sorgen, dass Ihr Smartphone sicher auf dem Armaturenbrett liegt. Anti-Rutsch-Matten können hier helfen, aber auch spezielle Halterungen. Diese stellen außerdem sicher, dass die Kamera jederzeit auf die Straße ausgerichtet ist, sodass Verkehrszeichen erkannt werden.

Unter Umständen heizt sich das Smartphone beim Gebrauch als Assistent für Verkehrszeichenerkennung deutlich schneller auf als beim normalen Gebrauch. Herrschen dann auch noch hohe Außentemperaturen, ist es möglich, dass der Akku wegen Überhitzung Schaden nimmt.

Auch mobile Navigationsgeräte können mit einer Verkehrszeichenerkennung ausgerüstet sein. Im Gegensatz zum Smartphone werden sie während des Betriebs in der Regel nicht so heiß, dass ein Akku-Schaden möglich ist. Auch eine Dashcam mit Verkehrszeichenerkennung stellt eine gute Alternative dar. Das gilt allerdings nur, sofern dies überhaupt erlaubt ist. In Deutschland sind Dashcams aktuell rechtlich umstritten.
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