Unfall im Kreisverkehr: Schuldfrage bei Crash im Kreisel

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Kreisverkehr – Knotenpunkt im Straßenverkehr

Wer muss bei einem Unfall im Kreisverkehr haften?

Wer muss bei einem Unfall im Kreisverkehr haften?

Ob mit oder ohne Hügel in der Mitte, als Miniversion oder im Turboformat – der Kreisverkehr ist buchstäblich eine runde Sache. Er vermeidet beispielsweise Konfliktsituationen durch Fahrfehler beim Linksabbiegen.

Zudem sorgt diese Fahrbahnunterbrechung für ein reduziertes Tempo, was wiederum Geschwindigkeitsverstößen vorbeugt. Dadurch wird ein hohes Maß an Verkehrssicherheit gewährleistet.

Doch trotz dieser Schutzfunktionen, lässt sich ein Unfall auch im Kreisverkehr nicht immer vermeiden. Ein Crash kann beispielsweise dann geschehen, wenn der einfahrende Kfz-Führer das Tempo der sich bereits im Kreisel befindenden Pkw unterschätzt.

Wer bei einem im Kreisverkehr stattgefundenen Unfall Schuld hat, klärt der folgende Ratgeber.

Vorfahrt im Kreisel

Kommt es in einem Kreisverkehr zu einem Unfall, spielt nicht selten die Vorfahrt eine wesentliche Rolle bei der Schuldfrage. Die entscheidende Vorschrift dazu findet sich in § 8 der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO).

Den Verkehrsteilnehmern, die sich auf der Kreisbahn befinden, ist immer dann ein Vorfahrtsrecht einzuräumen, wenn die Einmündung des Kreisverkehrs mit entsprechenden Schildern markiert ist. Dabei muss es sich um die Verkehrszeichen zum Kreisverkehr (215) und zur Gewährung der Vorfahrt (205) handeln.

Entsprechend dieser Regelung ist beim Kreisverkehr die übliche Regelung „rechts vor links“ ausgesetzt. Daher muss die Einfahrt mit besonderer Vorsicht erfolgen.

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Unfall im Kreisverkehr: Wer ist schuld?

In der Regel hat bei einem Unfall im Kreisverkehr der Einfahrende das Nachsehen. So entschied es 2014 das Landgericht Saarbrücken (Az.: 13 S 196/113) in einem Schadensfall, der sich in einem Kreisel zutrug.

Dabei kollidierte ein Autofahrer beim Befahren des Kreisverkehrs mit einem anderen Fahrzeug und weigerte sich im Nachhinein, die Forderungen nach Entschädigung der anderen Unfallpartei zu begleichen. Angeblich habe sich der Kläger bereits vollständig auf der Fahrbahn befunden, als es zu dem Unfall im Kreisverkehr kam.

Bei einem Unfall im Kreisverkehr wird oft von einem Vorfahrtsverstoß als Unfallursache ausgegangen.

Bei einem Unfall im Kreisverkehr wird oft von einem Vorfahrtsverstoß als Unfallursache ausgegangen.

Das Gericht ließ diese Argumentation nicht gelten. Da der konkrete Unfallhergang nicht rekonstruierbar war, wurde eine Schuld zulasten des Wartepflichtigen angenommen. Dieser Entscheidung liegt die Annahme zugrunde, dass eine Kollision, die im Einfahrtsbereich des Kreisels stattfindet, für einen Vorfahrtverstoß des Einfahrenden spricht.

Denn der allgemeinen Lebenserfahrung folgend ist der Einfahrende wartepflichtig und handelt somit entgegen dieses Gebots. Dass die räumliche Zuordnung der Kollision zur Einmündung für die Schuld des Einfahrenden spricht, lässt sich außerdem dadurch begründen, dass das Fahrzeug, welches die Kreisfahrbahn bereits befährt, zunächst eine gewisse Strecke im Kreisel zurückgelegt haben muss, ehe es die Unfallstelle erreicht.

Es liegt also aufgrund der angenommenen Missachtung der Vorfahrt der Anscheinsbeweis einer Alleinschuld des Einfahrenden vor.

Im Klartext heißt das Folgendes: Ein Unfall in einem Kreisverkehr, dessen Vorfahrtbeschränkungen durch eine entsprechende Beschilderung geregelt ist, lässt üblicherweise den Anscheinsbeweis zu, dass der Einfahrende aufgrund eines Vorfahrtverstoßes als Unfallverursacher zu betrachten ist.

Im Zweifel sollten Betroffene aber die Polizei rufen und mit deren Hilfe die Sachlage offiziell feststellen lassen. So kann der eigentlich Unschuldige einer falschen Anzeige vorbeugen und sich viel Ärger ersparen.

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