Das Stoppschild in der StVO: Welche Regeln und Sanktionen gelten hier?

Welches Verhalten ist richtig am Stoppschild?

Die unverwechselbare Form vom Stop-Schild ist fast überall auf der Welt gleich.

Die unverwechselbare Form vom Stop-Schild ist fast überall auf der Welt gleich.

Der öffentliche Straßenverkehr ist im Grunde mit recht einfachen Regeln ausgestattet, die jedermann nach dem entsprechenden Kurs verstehen kann. All diese Regeln sind in der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) festgehalten, welche zunächst für Deutschland gelten. Bekanntermaßen sind die Verkehrsregeln auf der ganzen Welt sehr ähnlich, andernfalls könnte niemand mit dem Auto in den Urlaub fahren, ohne einen Kurs belegen zu müssen.

Zu diesen Verkehrsregeln gelten auch die Vorfahrtsregeln. Wir wollen uns im Folgenden damit beschäftigen, wieso ein Stoppschild fast überall auf der Welt zu erkennen ist, welche Strafe droht, wenn jemand ein Stoppschild missachtet und wie Sie sich korrekt an einem solchen Verkehrszeichen verhalten.

Das Stoppschild in Deutschland: Aussehen und Geschichte

Wie sieht ein Stoppschild aus?

Wie sieht ein Stoppschild aus?

Das erste derartige Zeichen war eher ein Halt-Zeichen als ein Stop-Zeichen. Es wurde hierzulande 1938 eingeführt und stellte ein auf der Spitze stehendes Dreieck mit roten Rand uns blauen Grund in der Mitte dar. In weißen Buchstaben stand auf dem blauen Grund das Wort „Halt“. Wie auf anderen Teilen der Welt wurden verschiedene Formen und Beschriftungen ausprobiert.

Das änderte sich 1968 mit dem Wiener Übereinkommen über Straßenverkehrszeichen. Die Länder hatten das Ziel, Verkehrszeichen wie das Stoppschild international zu vereinheitlichen, um die Verständlichkeit für Autofahrer aus dem Ausland zu erhöhen und somit für mehr Verkehrssicherheit zu sorgen. In diesem Jahr einigten sich die Länder auf das heutige Zeichen 206 in der Anlage 2 der StVO. Es stellt ein rotes Achteck mit weißer Umrandung dar. Ein weißer Schriftzug stellt das Wort Stop dar (nicht das deutsche Wort stopp). Englisch wurde aufgrund seiner Internationalität als verständlich und sicher genug angesehen.

Zwar wurde in Deutschland noch einige Zeit das alte Stoppzeichen genutzt. Als 1972 jedoch die StVO in Kraft trat, wurde auch das neue Stoppschild (in der Schweiz und in Österreich auch Stopptafel genannt) verbindlich gemacht.

Die achteckige Form ist folglich in den meisten Teilen der Welt diesem Schild vorbehalten. Auf diese Weise können Fahrer aus dem Ausland dies auch erkennen, wenn ein anderes Wort drauf steht (bspw. Arrêt im französischsprachigen Teil von Kanada). Selbst, wenn das Zeichen zugeschneit ist, kann es aufgrund seiner einzigartigen Form mühelos erkannt und befolgt werden.

Die StVO zum Stoppschild: Welche Regel ist hier zu beachten?

Das Stoppschild diktiert dem Fahrer Vorfahrtsregeln. In der Anlage 2 der StVO ist das Zeichen mit den Worten bzw. der Bedeutung beschriftet: Halt. Vorfahrt gewähren. Das Schild bedeutet für den heranfahrenden Kfz-Führer konkret folgendes Verhalten:

  1. Fahren Sie vor dem Stoppschild an die Haltelinie heran und bleiben Sie stehen. Gibt es keine Haltelinie, müssen Sie an der Sichtlinie halten. Das ist der Punkt, von dem aus die andere Straße zu überblicken ist.
  2. Lassen Sie den Verkehr auf der Straße vor Ihnen vorüberziehen.
  3. Ihre Räder sollten mindestens für etwa drei Sekunden still stehen – auch wenn niemandem Vorfahrt zu gewähren ist. Dies ist nur eine Empfehlung, eine vorgeschriebene Mindestdauer gibt es nicht. Es ist aber wichtig, dass Sie auf jeden Fall zum Stehen kommen.
  4. Gibt es keinen Verkehr mehr, dem Vorfahrt zu gewähren ist, können Sie weiterfahren.
Achtung: Gibt es an dem Stoppschild eine Ampel, hat diese Vorrang. Sie müssen demnach nicht stehen bleiben, wenn diese grün ist. Das Gleiche gilt für die Zeichen eines Verkehrspolizisten.

In manchen Fällen ist die Haltelinie vor der Sichtlinie. Die StVO ist hier nicht eindeutig, ob der Fahrer an der Halte- oder an der Sichtlinie zu stoppen hat. Rechtsexperten empfehlen hier regelmäßig, an beiden Punkten stehen zu bleiben.

Halten und Parken vor dem Stoppschild

Natürlich müssen Sie vor einem Stoppschild anhalten. Wie nah dürfen Sie jedoch an das Schild heranfahren, um zu halten oder gar Ihr Auto abzustellen? Die StVO sagt in Anlage 2 zum Stoppschild Folgendes:

Wer ein Fahrzeug führt, darf bis zu 10 m vor diesem Zeichen nicht halten, wenn es dadurch verdeckt wird.

Da das Schild beim Halten davor schon nicht verdeckt sein darf, ist diese Regel auch einzuhalten, wenn Sie vor dem Stoppschild parken wollen.

Bußgeldkatalog zu Stoppschild überfahren: Welche Strafe gilt?

Sie haben ein Stoppschild überfahren ohne Gefährdung? Mindestens 10 Euro Verwarngeld fallen an.

Sie haben ein Stoppschild überfahren ohne Gefährdung? Mindestens 10 Euro Verwarngeld fallen an.


Der Bußgeldkatalog stellt es unter Strafe, ein Stoppschild zu überfahren. Mindestens ein Bußgeld von 10 Euro wird von Ihnen verlangt, wenn Sie dabei erwischt werden, wie Sie nicht anhalten, selbst wenn Sie niemanden dabei gefährdet haben. Haben Sie bei dieser Handlung jemanden behindert, werden 25 Euro fällig. Noch höher wird das Bußgeld, wird das Stoppschild ignoriert und anschließend ein Verkehrsteilnehmer gefährdet. Der Bußgeldbescheid wird in diesem Fall 100 Euro verlangen. Hinzu kommt ein Punkt in Flensburg.

Sollten es dabei jedoch zu einem Unfall mit Sachbeschädigung kommen, wird gegen Sie ein Bußgeld in Höhe von 120 Euro sowie ebenso ein Punkt in Flensburg verhängt. Das sind jedoch nicht die einzigen finanziellen Folgen, die Sie zu erwarten haben, wenn Sie einen Unfall bauen, weil Sie nicht an der Haltelinie zum Stehen kamen.

Stoppschilder stehen meist an vielbefahrenen Kreuzungen und gefährlichen Einmündung, wo sie für die notwendige Achtsamkeit der Autofahrer sorgen sollen. Aus diesem Grund wird das Überfahren vom Stoppschild ähnlich bewertet wie das Überfahren einer roten Ampel. Bei diesem Tatbestand wird in der Regel von grober Fahrlässigkeit ausgegangen. Dies kann insbesondere Folgen für die Versicherungsleistung haben. Wenn Sie ein Stoppschild überfahren und einen Unfall bauen, kann der Versicherer sich weigern, die Schäden zu übernehmen.

Sollten Sie ein Stoppschild überfahren und eine Unfall mit Personenschaden verursachen, gilt Ähnliches. Allerdings muss im Einzelfall natürlich der Tatbestand grobe Fahrlässigkeit gegen den der einfachen Fahrlässigkeit abgewogen werden. Hinzu kommt das Schmerzensgeld, das Sie evtl. zahlen müssen. Eine Anzeige, etwa wegen fahrlässiger Körperverletzung, kann folgen.

Stoppschild überfahren in der Probezeit

Fahranfänger, die sich noch in der Probezeit befinden, werden häufig strenger bestraft als ihre Co-Verkehrsteilnehmer mit Erfahrung. Dabei werden die Verkehrsdelikte je nach Schwere in A- und B-Verstöße eingeteilt. Während letztere noch keine direkte Auswirkung auf den Neuling haben, bedeutet ersteres eine Verlängerung der Probezeit um zwei Jahre sowie die verpflichtende Teilnahme an einem Aufbauseminar.

Befinden Sie sich in der Probezeit und werden dabei erwischt, wie Sie ein Stoppschild ignorieren, handelt es sich um einen A-Verstoß und sie müssen mit den beschriebenen Konsequenzen rechnen. Hinzu kommen die üblichen Sanktionen gemäß Bußgeldkatalog.

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