Trotz Schlafapnoe den Führerschein behalten – Ist das möglich?

Wie wirkt sich Schlafapnoe auf die Fahrtauglichkeit aus?

Müssen Sie bei Schlafapnoe den Führerschein abgeben?

Müssen Sie bei Schlafapnoe den Führerschein abgeben?

Bei Betroffenen, die am Schlafapnoe-Syndrom leiden, kommt es im Schlaf wiederholt zu Atemstillständen. Diese dauern im Durchschnitt etwa 20 bis 30 Sekunden. Setzt die Atmung aus, wird der Körper nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Dies führt dazu, dass die Betroffenenen kurz aufwachen, um wieder Luft holen zu können, bevor sie wieder einschlafen.

Dieser Vorgang wiederholt sich nachts immer wieder – oftmals unbemerkt. Durch das häufige kurze Aufwachen wird der Schlaf immens gestört und eine Erholung ist kaum mehr möglich. Dies führt dazu, dass Menschen, die an Schlafapnoe leiden, tagsüber unkonzentriert und müde sind. Eine solche durch Schlafstörungen ausgelöste Tagesschläfrigkeit kann Folgen haben und zum gefürchteten Sekundenschlaf führen.

Aus diesem Grund wird immer wieder diskutiert, ob Patienten mit einer Schlafstörung wie der Schlafapnoe den Führerschein behalten sollten und sich noch hinter’s Steuer setzen dürfen. Wie sind hier die rechtlichen Grundlagen bezüglich der Eignung zum Führen eines Kfz? Schließen sich Schlafapnoe und Autofahren automatisch aus? Kann die Beatmung mit einer CPAP-Maske helfen? Diese und weitere Fragen werden im folgenden Ratgeber beantwortet.

Schlafapnoe und Autofahren – Was ist zu beachten?

Unkonzentriertheit und Übermüdung, die häufig durch Schlafstörungen, wie beispielsweise die Schlafapnoe, ausgelöst werden, stellen ein großes Problem im Straßenverkehr dar. Vor allem der Sekundenschlaf ist in diesem Zusammenhang sehr gefährlich und löst oft einen Unfall, beispielsweise einen Auffahrunfall, aus.

Außerdem verlangsamt eine Schlafapnoe das Reaktionsvermögen. Aus diesem Grund ist es völlig legitim zu hinterfragen, ob Patienten mit einer Schlafapnoe den Führerschein behalten sollten. Die Grundregel der Straßenverkehrsordnung (StVO) besagt nämlich, dass jeder Verkehrsteilnehmer sich so zu verhalten hat, dass kein anderer geschädigt oder gefährdet wird.

Schlafapnoe-Patienten sind häufiger an Unfällen im Straßenverkehr beteiligt als gesunde Menschen . Der durch Müdigkeit bedingte Sekundenschlaf löst häufig Unfälle aus und ist deshalb so gefährlich wie Alkohol- oder Drogenkonsum am Steuer.
Sie müssen in ärztlicher Behandlung sein, damit trotz Schlafapnoe die Fahrtauglichkeit bestehen bleibt.

Sie müssen in ärztlicher Behandlung sein, damit trotz Schlafapnoe die Fahrtauglichkeit bestehen bleibt.

In der Anlage 4 zur Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV) ist diese Erkrankung nicht explizit vermerkt, fällt aber unter den Oberbegriff der Tagesschläfrigkeit.

Liegt eine messbare auffällige Tagesschläfrigkeit vor, dürfen Betroffene nicht am Straßenverkehr teilnehmen.

Bei einer unbehandelten Schlafapnoe kann der Führerschein also entzogen werden, da keine Eignung zum Führen eines Fahrzeugs vorliegt.

Nur wenn die Schlafapnoe behandelt wird und die Tagesschläfrigkeit nachlässt, kann die Fahrerlaubnis wiedererteilt werden.

Hierfür sind jedoch eine ärztliche Begutachtung und regelmäßige Kontrollen vonnöten.

Es gibt zwei Formen der Schlafapnoe, die unterschiedliche Ursachen haben. Bei der obstruktiven Form der Erkrankung sind die Atemwege verengt und können deshalb blockieren. Weniger häufig tritt die zentrale Schlafapnoe auf. Hier liegt die Ursache im Gehirn, welches die Atemmuskeln während des Schlafs nicht korrekt steuert.

Was ist für eine Wiedererteilung der Fahrerlaubnis bei Schlafstörungen nötig?

Wurde die Fahrerlaubnis entzogen, sind Untersuchungen für eine Wiedererteilung nötig. Ein Gutachten muss hierbei von einer anerkannten ärztlichen Stelle, beispielsweise einem Verkehrsmediziner, erstellt werden.

Außerdem muss der Patient nachweisen, dass er sich in Behandlung befindet und die Folgen, also die Tagesmüdigkeit, durch Formen der Therapie nachgelassen haben.

Die Schlafapnoe kann häufig sehr gut behandelt werden, so dass wieder ein erholsamer Schlaf möglich ist und die Tagesmüdigkeit nachlässt. Als Therapie eignet sich bei leichten Formen der Krankheit beispielsweise eine Biss-Schiene.

Oft zeigt die nächtliche Beatmung durch eine Maske (CPAP) gute Erfolge. Auch ein operativer Eingriff kann in manchen Fällen nötig werden, damit ein erholsamer Schlaf ohne ständiges Aufwachen und Einschlafen erreicht werden kann.

Nicht nur für chronisch Kranke, auch für Menschen mit Behinderung spielt Mobilität eine wichtige Rolle. Damit diese trotz Behinderung mobil bleiben können, gibt es viele unterstützende Maßnahmen und Hilfsmittel.

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