Reimport-Neuwagen: Sind Angebote zum Schnäppchenpreis empfehlenswert?

Was ist zu beachten, wenn Sie einen Reimport-Neuwagen kaufen?

Wenn Sie einen Reimport-Neuwagen kaufen, können Sie viel Geld sparen.

Wenn Sie einen Reimport-Neuwagen kaufen, können Sie viel Geld sparen.

Ein Neuwagen ist etwas ganz Besonderes: Der spezielle Duft, das Wissen, dass noch niemand vorher mit dem Auto gefahren ist und die moderne Technik tragen einen Teil zu seinem speziellen Prestige bei. Doch dieser Luxus ist nicht gerade günstig zu haben. Im Jahr 2016 gaben die Deutschen laut DAT-Report 2017 rund 29.650 Euro für einen Neuwagen aus.

Obwohl es die vielen verschiedenen Möglichkeiten der Kfz-Finanzierung Menschen mit schmalerer Brieftasche erlauben, ein solches Fahrzeug in Raten abzubezahlen, sucht der Sparfuchs unter den Autokäufern immer noch nach neuen Optionen, um den Kaufpreis zu drücken und ein günstigeres Angebot für ein fabrikneues Auto zu finden.

Früher noch ein echter Geheimtipp, werden in diesem Zusammenhang die sogenannten Reimport-Neuwagen immer beliebter. Wodurch zeichnen sich diese Autos aus? Sind die Reimporte als Neuwagen zu empfehlen? Welche Vor- und Nachteile hat ein solches Angebot? Diese und weitere Fragen beantworten wir im folgenden Ratgeber.

Günstige Reimporte: Warum sind Neuwagen so preiswert?

Bei einem Reimport-Neuwagen handelt es sich um ein Fahrzeug, welches in Deutschland produziert wurde. Allerdings war es nicht für den deutschen Markt vorgesehen, sondern wurde in ein anderes – meist europäisches – Land ausgeliefert, wo es dann verkauft werden sollte. Im Anschluss wird es jedoch tatsächlich zurück nach Deutschland eingeführt und dort zum Kunden gebracht. Aus diesem Grund wird von einem Neuwagen-Reimport gesprochen.

Das große Plus, wenn Sie ein solches Fahrzeug kaufen, liegt darin, dass Sie viel Geld sparen können. In der Regel ist ein Reimport-Neuwagen rund 25 bis 30 Prozent günstiger als ein vergleichbares Modell, welches für den deutschen Markt produziert wurde. Je nach Hersteller und Typ sind sogar noch größere Rabatte bei einem Angebot möglich.

Dabei lässt sich der Preisunterschied nicht etwa durch eine niedrigere Qualität erklären. Vielmehr gibt es diverse Faktoren, die dafür sorgen, dass die Fahrzeuge beim Reimport so viel günstiger sind. Zum einen ist in diesem Zusammenhang die Mehrwertsteuer zu nennen. Während der Steuersatz in Deutschland 19 Prozent beträgt, liegt dieser in vielen europäischen Ländern auf einem höheren Niveau. In Dänemark sind es zum Beispiel 25 Prozent.

Der große Vorteil für deutsche Käufer liegt darin, dass sie nicht den ausländischen Steuersatz, sondern nach der Einfuhr lediglich die deutsche Mehrwertsteuer zahlen müssen. Und noch ein weiterer Gesichtspunkt ist hinsichtlich der Steuern zu beachten. In einigen Ländern – etwa den Niederlanden und Dänemark – werden auf Autos zusätzliche Steuern erhoben. Die dänische Zulassungssteuer liegt etwa bei bis zu 180 Prozent. Damit die Fahrzeuge für die dänischen Kunden trotzdem erschwinglich bleiben, setzen die Hersteller insgesamt einen niedrigeren Kaufpreis als in Deutschland an.

Des Weiteren müssen Sie weniger Euro für einen Reimport-Neuwagen ausgeben, wenn das allgemeine Preisniveau in einem Land unter dem deutschen liegt. In vielen süd- und osteuropäischen Ländern liegt das Durchschnittseinkommen niedriger als in Deutschland. Damit die Autobauer dort trotzdem einen Absatz generieren können, werden die Preise dementsprechend gesenkt.

Reimport-Neuwagen: Nachteile der EU-Fahrzeuge

Der Neuwagen-Reimport aus Dänemark ist oft besonders günstig.

Der Neuwagen-Reimport aus Dänemark ist oft besonders günstig.

Der größte Vorteil, wenn Sie einen Reimport-Neuwagen kaufen, liegt natürlich in seinem günstigen Preis. Jedoch gibt es auch einige Nachteile, die Sie beachten sollten. Nicht zu vernachlässigen ist der Fakt, dass der Kauf mit einem erheblichen Verwaltungsaufwand einhergeht. Möchten Sie den Kauf und die Überführung selbst übernehmen, sind folgende Schritte unabdingbar:

  • Fahrt ins Ausland, um den Wagen zu begutachten und zu kaufen
  • Überführung nach Deutschland – entweder auf einem Trailer oder mit dem Auto selbst: Für die letztere Option müssen Sie ein Überführungskennzeichen beantragen – deutsche Kurzzeitkennzeichen reichen nicht aus
  • Kontakt mit der Versicherung aufnehmen und die eVB (elektronische Versicherungsbestätigung) beantragen
  • Zulassung in Deutschland unter Vorlage aller wichtiger Dokumente, z. B. dem Kaufbeleg im Original und den COC-Papieren
  • Zahlung der Mehrwertsteuer beim zuständigen Finanzamt innerhalb von zehn Tagen nach der Überführung

Möchten Sie diesen Aufwand umgehen, sollten Sie Ihren Reimport-Neuwagen bei einem Händler kaufen. Dieser übernimmt dann alle Formalitäten. Sie sollten sich jedoch im Voraus über den Händler informieren und sicherstellen, dass er die nötige Erfahrung besitzt, um den Vorgang reibungslos über die Bühne zu bringen.

Das sollten Sie wissen: Auch wenn Reimport-Neuwagen nicht schlechter sind als ihre Pendants, die für den deutschen Markt hergestellt wurden, so kann es doch Unterschiede geben. Vor allem bei den Sicherheitsmerkmalen und den Extras können in manchen Ländern andere Standards gelten. Informieren Sie sich deshalb im Vorfeld über die genaue Ausstattung des Fahrzeugs.

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (60 Bewertungen, Durchschnitt: 4,20 von 5)
Loading...

Verfasse einen neuen Kommentar