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Gefahrenbremsung: Schnelle Reaktionsfähigkeit ist gefragt

Die Gefahrenbremsung in der Fahrschule üben

Die Gefahrenbremsung kann vor einem folgenreichen Zusammenstoß schützen.

Die Gefahrenbremsung kann vor einem folgenreichen Zusammenstoß schützen.

In der praktischen Ausbildung zum Führerschein müssen viele Aufgaben von dem Fahrschüler gemeistert werden. Zunächst muss er das Anfahren lernen, danach wird das Verhalten im fließenden Verkehr geschult.

Beherrscht er all diese Mechanismen, können weitere, spezifische Situationen geübt werden. Eine solche ist beispielsweise die Gefahrenbremsung (auch Notbremsung genannt). Dabei kommt es darauf an, das Fahrzeug auf Kommando schnellstmöglich zum Stillstand zu bringen.

Auch in der Theorie ist der Bremsweg bzw. Anhalteweg ein zentrales Thema. So existiert eine Faustformel für die Gefahrenbremsung. Wie genau diese definiert ist und ob es einen Unterschied bei der Gefahrenbremsung mit Motorrad oder Pkw gibt, erfahren Sie im nachfolgenden Ratgeber.

Gefahrenbremsung: Formel für den Bremsweg

Um die Formel für die Gefahrenbremsung bestimmen zu können, muss zunächst ein Blick auf die Berechnung vom Bremsweg unter „normalen“ Umständen geworfen werden. Dies ist die Strecke, die bei einer Bremsung zurückgelegt wird, bis das Fahrzeug zum Stehen kommt.

Die Angabe erfolgt in Metern, vom Beginn des Bremsvorgangs bis zu dessen Ende. Allerdings kann die Berechnung keinen Anspruch auf ein exaktes Ergebnis erheben, da auch immer der Zustand der Straße einen gewissen Teil dazu beiträgt. Weiterhin ist entscheidend, wie stark die Bremse durchgetreten wird.

Die Formel dient daher nur als Richtwert. Für den Bremsweg unter normalen Bedingungen gilt folgende Berechnungsgrundlage:

Bremsweg = Geschwindigkeit in km/h x Geschwindigkeit in km/h
10 10

Dabei wird von einer mittelstarken bis starken Bremsung ausgegangen. Damit ist allerdings noch nicht die Berechnung der Gefahrenbremsung per Faustformel abgedeckt. Für diese Notbremsung mit einem Auto muss der errechnete Wert nämlich noch einmal durch zwei geteilt werden.

Dies bedeutet also, dass der Bremsweg für eine Gefahrenbremsung folgendermaßen zu errechnen ist:

Sie ermitteln den Bremsweg nach der eben beschriebenen Formel. Das Ergebnis wird im Anschluss durch zwei geteilt. Somit erhalten Sie den korrekten Wert bei einer Gefahrenbremsung.

Mit dieser Formel ist es möglich, in der Theorieprüfung den Bremsweg bei einer Gefahrenbremsung zu berechnen. Sie sollten sich die Formel einprägen, da während der Beantwortung der Fahrschulfragen keine Formelsammlung oder ähnliche Hilfsmittel genutzt werden dürfen.

Gut zu wissen: Um den Anhalteweg bei einer Gefahrenbremsung zu ermitteln, muss zusätzlich der Reaktionsweg in die Berechnung miteinbezogen werden. Dieser kann ebenfalls rechnerisch ermittelt werden. Das Ergebnis wird zu dem Bremswert addiert.

Gefahrenbremsung mit dem Auto

Die Notbremsung mit dem Auto ist bei potenziell gefährlichen Situationen durchzuführen.

Die Notbremsung mit dem Auto ist bei potenziell gefährlichen Situationen durchzuführen.

Doch wie sieht eine Notbremsung nun in der Praxis aus? Grundsätzlich ist dieses Manöver nur zu empfehlen, wenn der Fahrer eine Gefahr wahrnimmt, die ein schnelles Abbremsen des Fahrzeugs erforderlich macht. Dies kann beispielsweise der Fall sein, wenn ein Ball auf die Fahrbahn rollt und ein Kind diesem hinterherrennt.

Um auf solche Situationen angemessen vorbereitet zu sein, ist die Gefahrenbremsung ein wichtiger Bestandteil der fahrpraktischen Ausbildung in jeder Fahrschule. Daher wird ein solcher Gefährdungsfall simuliert und das korrekte Bremsen geübt.

Dazu wird eine Strecke gewählt, auf der sich möglichst keine anderen Verkehrsteilnehmer befinden. Der Fahrschüler muss das Auto bis auf eine gewisse, vom Fahrlehrer vorgegebene, Geschwindigkeit beschleunigen und geradeausfahren.

Auf Kommando muss das Auto schlagartig abgebremst werden. Der Fahrlehrer ruft dazu meist „Halt“ oder „Stopp“. Beim Bremsvorgang selbst ist es wichtig, dass der Fahrschüler sowohl die Kupplung als auch die Bremse maximal durchtritt.

Nur so kann das Fahrzeug schnellstmöglich zum Stillstand gebracht werden. Dieser Vorgang wird in der Regel einige Male wiederholt. Bei vielen Fahrschülern ist zu beobachten, dass sie gerade bei den ersten Versuchen die Bremse oder die Kupplung nicht „bis zum Anschlag“ durchtreten.

Ein Fehler, der also bei vielen Anfängern zu finden ist und mit dem Sie sich nicht alleine fühlen sollten. Wichtig ist die Erkenntnis, dass Sie nichts kaputt machen können, wenn Sie „voll in die Eisen“ gehen. Ein Auto ist so gebaut, dass es diese plötzliche Krafteinwirkung bei einer Gefahrenbremsung problemlos aushält.

Wichtig: Sie müssen unbedingt Bremse und Kupplung voll durchtreten. Wird letztere nicht richtig bedient, würgen Sie im Zweifelsfall den Motor ab.

In der Fahrschule eine Gefahrenbremsung durchführen im Video

Im Video wird noch einmal verdeutlicht, wie die Gefahrenbremsung mit dem Pkw durchzuführen ist und worauf Sie dabei besonders achten sollten:

Mit dem Motorrad die Gefahrenbremsung durchführen

Bei der Gefahrenbremsung mit dem Motorrad ist besondere Vorsicht geboten, da es sonst zu einem Sturz kommen kann.

Bei der Gefahrenbremsung mit dem Motorrad ist besondere Vorsicht geboten, da es sonst zu einem Sturz kommen kann.

Auch in der Ausbildung für den Motorradführerschein ist die Gefahrenbremsung ein wichtiger Bestandteil. Dabei ist noch größeres Geschick gefragt als bei einem Pkw. Hier sind nämlich zwei Bremsen (Vorder- und Hinterrad) zu betätigen.

Die Übungseinheit läuft dabei folgendermaßen ab: Zu Beginn stellt der Fahrlehrer Hütchen auf, die den Punkt, an dem die Bremsung durchgeführt werden soll, festlegen. Bis zu dieser Markierung wird das Motorrad mit einer Maximalgeschwindigkeit von 50 km/h gefahren.

Ist der Bremspunkt erreicht, müssen beide Bremsen samt Kupplung gleichzeitig betätigt werden, wobei der Vorderradbremse eine tragendere Rolle zuteil wird. Sie muss ein wenig stärker betätigt werden, da sich das Gewicht beim Bremsvorgang nach vorne verlagert.

Dabei ist darauf zu achten, dass keine der beiden Bremsen das Rad komplett blockiert, sonst wäre die Gefahr eines Sturzes nicht auszuschließen. Tritt dieser Fall ein, muss die Bremse leicht gelöst werden. Daher ist während des gesamten Vorgangs eine hohe Konzentration gefordert.

Ist die Gefahrenbremsung für die praktische Prüfung notwendig?

In der Führerscheinklasse B gehört die Gefahrenbremsung bei der Prüfung zu den sogenannten „Grundfahraufgaben“. Dies bedeutet allerdings nicht, dass dieses Szenario in jeder Prüfung Anwendung findet.

Der Prüfer hat einen gewissen Spielraum und kann aus mehreren Grundfahraufgaben auswählen. Wird dieser Vorgang allerdings geprüft, übernimmt der Fahrlehrer für diesen das Kommando. Er trägt dafür Sorge, dass diese Aufgabe nur dann ausgeführt wird, wenn andere Verkehrsteilnehmer dadurch nicht behindert werden.

Sie müssen das Fahrzeug bis auf circa 40 km/h beschleunigen und dann auf ein akustisches Signal entsprechend durch eine Gefahrenbremsung zum Stillstand bringen. Mögliche Fehlerquellen, die dem Fahrprüfer auffallen könnten, sind:

  • Zu geringe Ausgangsgeschwindigkeit
  • Kein schlagartiges Betätigen der Bremse
  • Nichterreichen der nötigen Verzögerung (Bremse zu spät getreten)
  • Wesentliche Abweichung von der Fahrlinie durch fehlerhaftes Lenken
  • Abwürgen des Motors
Kommt diese Aufgabe in der Prüfung auf Sie zu, sollten Sie Ruhe bewahren und auf Ihre Fähigkeiten vertrauen. Um Ihnen Sicherheit zu geben, wird der Fahrlehrer die Gefahrenbremsung vorab mit Ihnen ausreichend üben. Dem Bestehen der praktischen Fahrprüfung steht also nichts im Wege.

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