Wegen Feinstaub: Fahrverbot in deutschen Städten nicht zielführend

Von Sandra, letzte Aktualisierung am: 2. Juli 2019

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Feinstaub kein (alleiniger) Auslöser: Fahrverbot für Diesel basiert auf anderen Daten

Ist ein Fahrverbot wegen Feinstaub sinnvoll, wenn es zahlreiche andere Quellen für diesen Schadstoff gibt?

Ist ein Fahrverbot wegen Feinstaub sinnvoll, wenn es zahlreiche andere Quellen für diesen Schadstoff gibt?

Vor allem im letzten Jahr sind die Schadstoffe, die durch den Autoverkehr in den Städten entstehen, in den Fokus der Öffentlichkeit und auch der politischen Debatten geraten. Einer der Auslöser war die Deutsche Umwelthilfe (DUH), die in zahlreichen deutschen Städten auf die Einhaltung der Stickoxid-Grenzwerte klagt.

Die Grenzwerte sind von der EU vorgeschrieben, werden aber von vielen Städten weder eingehalten noch wurde ihnen größere Beachtung geschenkt. Seit den Klagen der DUH gibt es jedoch verschärfte Maßnahmen zur Reduktion von Stickoxiden.

Was dabei oft außer Acht gelassen wird, ist der Grenzwert für Feinstaub. Die Fahrverbote werden in aller Regel aufgrund hoher Stickoxid-Werte erlassen, Luftreinehaltepläne konzentrieren sich ebenfalls vornehmlich auf diese chemische Verbindung. Dabei wird die gesundheitsschädigende Wirkung der Feinstaubpartikel drastisch unterschätzt.

Fahrverbote in Städten, Ländern und allgemein: Weiterführende Infos

Diesel-Fahrverbote haben daher wenig mit der Reduktion von Feinstaub zu tun, da dabei verschiedene Schadstoffklassen eine Rolle spielen. Wollen Sie sich zu den Diesel-Fahrverboten in Deutschlands Städten oder zum Diesel-Fahrverbot allgemein informieren, können Sie dies in unseren zahlreichen Ratgebern zum Thema tun:

Ranghöchste Forschungsorganisation: Feinstaub ist gefährlicher als Stickoxide

Auch in Hamburg ist Feinstaub kein Fahrverbot-Auslöser. Der Fokus liegt auf älteren Diesel-Modelle.

Auch in Hamburg ist Feinstaub kein Fahrverbot-Auslöser. Der Fokus liegt auf älteren Diesel-Modelle.

Nachdem die Diskussion um die Stickoxid-Grenzwerte die ganze Nation erfasste, bat Bundeskanzlerin Angela Merkel die ranghöchste Forschungsorganisation Deutschlands um eine Stellungnahme: die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina. Anfang April 2019 wurde das Statement veröffentlicht – mit einem überraschenden Ergebnis: So fordert Leopoldina, die Grenzwerte für die Stickoxide außer Acht zu lassen – diese seien keinesfalls zu hoch –, sondern stattdessen die für Feinstaub runterzusetzen.

Diese Schadstoffklasse ist laut der Stellungnahme sehr viel gesundheitsschädigender als die der Stickoxide. Darüber hinaus kritisiert die Forschungsorganisation die bisher getroffenen Maßnahmen zur Luftreinhaltung: Feinstaub sei in vielen Städten noch immer ein vernachlässigtes Thema.

Hinzu kommt, dass auch unterhalb des EU-weit festgelegten Grenzwertes für Feinstaub von einem Gesundheitsrisiko auszugehen ist. Aus diesem Grund – weil es generell ein vernachlässigtes Thema ist, dessen Gefahr nicht anerkannt ist – können wir nicht Feinstaub für das Fahrverbot in Stuttgart, München, Berlin und anderen Städten verantwortlich machen.

Zwar ist der Straßenverkehr eine der Hauptquellen für Feinstaub. Ein Fahrverbot sei aber allein deswegen nicht zielführend, weil es zahlreiche andere Auslöser gibt. Dazu zählen Verbrennungsprozesse für die Energieversorgung, für den Haushalt, Industrie und Landwirtschaft.

Im Straßenverkehr ist die hohe Feinstaubkonzentration vor allem auf folgende Faktoren zurückzuführen:

  • Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren (wie Diesel und Benziner)
  • Abrieb von Straßenbelag, Bremsbelägen und Straßenbelag

Zusätzlich legen die Wissenschaftler jedoch dar, dass sie kurzfristige und kleinräumige Maßnahmen wie das Fahrverbot in Frankfurt für eine Feinstaub-Reduktion sowieso für wenig erfolgsversprechend halten. Stattdessen müssten bundesweite Strategien zur Luftreinhaltung angestrebt werden, in der alle Schadstoffe aus jeglichen Quellen berücksichtigt werden.

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Welche anderen Lösungsansätze werden vorgeschlagen?

Die Organisation spricht in ihrem Papier einige Empfehlungen aus – dazu gehört u. a. die erwähnte Fokussierung auf Feinstaub und die Umsetzung eines bundesweiten Luftreinhalteplans. Viel konkreter wird sie jedoch nicht bei den Vorschlägen, wie Feinstaub ohne ein Fahrverbot in deutschen Städten reduziert werden kann. Dafür versuchen die Städte mit eigenen Ideen, bessere Luftwerte zu erreichen. Auch das Umweltbundesamt listet auf seiner Webpräsenz Maßnahmen auf, mit denen jeder einzelne zu einer Entlastung solcher Schadstoffe beitragen kann.

Um zur Feinstaub-Reduktion kein Fahrverbot notwendig zu machen, könnten Bürger mithelfen und bspw. öfter mit dem Fahrrad fahren.

Um zur Feinstaub-Reduktion kein Fahrverbot notwendig zu machen, könnten Bürger mithelfen und bspw. öfter mit dem Fahrrad fahren.

Zu den vorgeschlagenen Maßnahmen aus den erwähnten Quellen gehören folgende:

  • Nachrüstung von Heizungen mit Feinstaubfiltern
  • Besondere Maßnahmen während eines Feinstaubalarms (bisher nur in Stuttgart) wie der Verbot von Komfortkaminen
  • Bildung von Fahrgemeinschaften
  • Verstärkte Förderung des öffentlichen Nahverkehrs
  • Nasse Reinigung der Straßen (in Stuttgart im Test), um den Feinstaub, neben dem Fahrverbot als Maßnahme im Verkehr, am Aufwirbeln zu hindern
  • Reduzieren der Fahrtgeschwindigkeit bei Pkw
  • Verwendung von ausschließlich zulässigem Brennstoff wie abgelagertes, unbehandeltes Holz
  • Verzicht von Holz- und Laubverbrennung im Garten

Wieso ist Feinstaub so gefährlich?

Bisher hat also allein Feinstaub noch kein Fahrverbot in den Städten ausgelöst. Wie erwähnt, wird ein solches vor allem an der Stickoxid-Konzentration festgemacht. Dennoch entstammt auch Feinstaub zu einem nicht unbeachtlichen Teil dem Straßenverkehr.

Dabei ist nicht die chemische Zusammensetzung für den Menschen gefährlich, wie es bei den Stickoxiden aus einem Diesel-Auto der Fall ist, sondern der Umstand, dass es sich dabei um für den menschlichen Körper fremde Partikel handelt, die der Körper nicht (immer) abbauen kann.

Dabei gilt: Je kleiner die Partikel, desto tiefer können diese in den Organismus eindringen. Sie dringen dann in die Bronchien, in die Lungenbläschen und sogar in die Blutgefäße vor und verursachen dabei möglicherweise schwere Schäden. Langfristige Belastungen durch Feinstaub können daher zu Atemwegserkrankungen, Herz-Kreislauf-Problemen und zu Diabetes führen.

Zwar werden die vorgeschriebenen Grenzwerte größtenteils eingehalten. Wie oben geschrieben, kann es jedoch bereits bei einer Belastung unter dem festgesetzten Wert zu gesundheitsschädigenden Risiken durch Feinstaub kommen. Ein Fahrverbot reduziert dabei zwar zu einem kleinen Teil den Straßenverkehr, da bestimmte Diesel-Fahrzeuge ausgeschlossen werden. Dieser Verkehr wird jedoch lediglich in ein anderes Stadtgebiet verlagert, während die noch immer gestatteten Fahrzeuge unverändert Feinstaub produzieren und aufwirbeln.

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