Blitzer-Attrappe aufstellen: Erlaubt oder nicht?

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Wenn Anwohner die Sache selbst in die Hand nehmen

Ist es erlaubt, anstatt einer echten Radarfalle eine Attrappe aufzustellen?

Ist es erlaubt, anstatt einer echten Radarfalle eine Attrappe aufzustellen?

Sie missachten die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit, machen jede Menge Lärm und bringen zu allem Übel noch spielende Kinder in Gefahr: Raser in Wohngebieten. Um einem solchen rücksichtslosen Verhalten Einhalt zu gebieten und nicht erst abzuwarten, bis Stadt oder Gemeinde handeln, versuchen verärgerte Anwohner, das Problem selbst zu lösen.

Dies tun sie, indem sie eine Blitzer-Attrappe aufstellen. Hinter Bäumen, Hecken oder Gartenzäunen versteckt wirken die Fake-Blitzer oft täuschend echt und bringen Verkehrssünder teilweise wirklich dazu, langsamer zu fahren. Doch ist es überhaupt erlaubt, eine solche Radarattrappe auf dem Grundstück zu platzieren?

Dieser Frage gehen wir im folgenden Ratgeber auf den Grund. Zusätzlich informieren wir Sie darüber, ob die Möglichkeit besteht, eine solche Blitzer-Attrappe zu kaufen, um auf eigene Faust Raser abzuschrecken.

Ist das Aufstellen einer Blitzer-Attrappe strafbar?

Die Reaktionen auf falsche Blitzer am Straßenrand könnten verschiedener nicht sein. Was den einen ein Schmunzeln ins Gesicht zaubert, stimmt andere ärgerlich und macht sie wütend, weil sie völlig ohne Grund gefühlt eine Vollbremsung hingelegt haben, um nicht geblitzt zu werden.

Das Aufstellen einer Blitzer-Attrappe empfinden einige Autofahrer sogar als gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr. § 315b des Strafgesetzbuchs (StGB) widmet sich diesem Verstoß. In Absatz 1 heißt es:

Wer die Sicherheit des Straßenverkehrs dadurch beeinträchtigt, daß er

  1. Anlagen oder Fahrzeuge zerstört, beschädigt oder beseitigt,
  2. Hindernisse bereitet oder
  3. einen ähnlichen, ebenso gefährlichen Eingriff vornimmt,

und dadurch Leib oder Leben eines anderen Menschen oder fremde Sachen von bedeutendem Wert gefährdet, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.“

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Es handelt sich nicht um einen gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr, wenn Anwohner eine Radarkasten-Attrappe in Wohngebieten aufstellen.

Es handelt sich nicht um einen gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr, wenn Anwohner eine Radarkasten-Attrappe in Wohngebieten aufstellen.

Der genannte Paragraph besagt weiterhin, dass allein der Versuch strafbar ist. Kann dem Täter Vorsatz nachgewiesen werden, muss er sich sogar auf eine Freiheitsstrafe von bis zu zehn Jahren einstellen. Aber handelt es sich überhaupt um eine strafbare Handlung dieser Art, wenn besorgte Anwohner eine Blitzer-Attrappe aufstellen?

In den meisten Fällen befindet sich ein falscher Blitzer auf einem Privatgrundstück. Er gefährdet weder die Verkehrssicherheit durch echtes Blitzen oder Blenden noch schränkt er die Rechte anderer Personen ein. Aus diesen Gründen liegt kein gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr vor. Stellen Sie als Anwohner also eine Blitzkasten-Attrappe auf, tun Sie aus rechtlicher Sicht nichts Verbotenes.

Anders sieht die Sache jedoch aus, wenn der Verkehr dadurch beeinflusst wird. Geht ein vorbeifahrender Autofahrer beispielsweise von einem echten Starenkasten aus und verschuldet aufgrund seines darauffolgenden plötzlichen Bremsmanövers einen Auffahrunfall, könnte er möglicherweise Schadensersatz vom Besitzer der Blitzer-Attrappe verlangen. Dabei handelt es sich allerdings um eine Einzelfallentscheidung.

Blitzer-Dummy kaufen: Ist das möglich?

Blitzer, die „fake“ sind, können tatsächlich online erworben werden. Die Attrappen kosten meist zwischen 90 und 120 Euro. Sie sollten sich jedoch vor dem Kauf genauestens darüber informieren, ob es sich nicht möglicherweise um eine Blitzer-Attrappe im Miniaturformat handelt. In diesem Fall würde sie schließlich ihren eigentlichen Sinn verfehlen.

Oft setzen von Rasern geplagte Anwohner eher darauf, die Radar-Attrappe selbst zu bauen. Dabei orientierten sich einige an einem Vogelhäuschen, was nicht selten dazu führte, dass wirklich Vögel beschlossen, darin zu nisten. Eine Blitzer-Attrappe erfüllt demzufolge sogar zwei Funktionen: Sie schreckt Verkehrssünder ab und dient gleichzeitig so manchem Piepmatz als Heim.

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