Strafzettel aus Österreich - Bußgeldbescheid 2018

Strafzettel aus Österreich: Vom Ordnungsmandat zur Verwaltungsstrafe

Verschiedene Bußgelder für dieselben Verstöße

Ein Strafzettel aus Österreich kann hohe Geldbeträge einfordern.

Ein Strafzettel aus Österreich kann hohe Geldbeträge einfordern.

Mit seinen 112 Milliarden Tonnen pro Quadratmeter führt Österreich die Liste von Europas Schwergewichten an. Ebenso gewichtig wie die Landmasse sind auch die Bußgelder und Strafen, die Verkehrssünder mit Auto, Fahrrad oder Motorrad laut Bußgeldkatalog in Österreich zahlen müssen.

Im Unterschied zu Deutschland orientiert sich ein Knöllchen aus Österreich ab einer gewissen Bußgeldhöhe jedoch nicht an einem einheitlichen Bußgeldkatalog.

Beträgt ein Bußgeld in Österreich für deutsche Urlauber mehr als 90 Euro, greifen Kataloge, die je nach Behördensprengel (also je nach der Behörde, die für die jeweilige Gemeinde zuständig ist) um bis zu 50 Prozent in ihren Summen variieren.

Erfahren Sie in diesem Ratgeber, wie ein Strafzettel aus Österreich funktioniert und welche Sanktionsformen er enthalten kann.

Bußgeldbescheid aus Österreich: Welche Sanktionsarten existieren?

Im Urlaub pflegt so manch ein Autofahrer einen etwas genügsameren Umgang mit den Verkehrsregeln im Ausland als bei sich zu Hause. Mangelndes Wissen oder auch eine entspannungsbedingte Gelassenheit führen dann mitunter dazu, dass Bußgelder bei einer Reise in Italien, Frankreich oder eben auch Österreich in Kauf genommen werden müssen.


Während in Deutschland vergleichsweise geringe Beträge zu zahlen sind, können die teilweise hohen Summen auf einem Strafzettel aus Österreich die Urlaubslust schnell in Reisefrust verwandeln.

Hierbei existieren im österreichischen Recht verschiedene Möglichkeiten beispielsweise eine Geschwindigkeitsübertretung zu ahnden.

Geringe Verstöße: Organmandat und Anonymstrafverfügung

Für sogenannte Organstrafverfügungen, die auch als Organmandat bezeichnet werden, gibt es Kataloge, die bundesweit nahezu einheitlich sind. Die gesetzliche Grundlage dazu findet sich in § 50 des Verwaltungsstrafgesetzes (VStG).

Ob ein Strafzettel aus Österreich ein solches Organmandat enthält, liegt im Ermessen des zuständigen Beamten der Polizei, der ein solches im Rahmen einer Verkehrskontrolle verhängen kann.

Ein Strafzettel aus Österreich kann als Organmandat ausgestaltet sein.

Ein Strafzettel aus Österreich kann als Organmandat ausgestaltet sein.

Die Höchstgrenze liegt jedoch grundsätzlich bei 90 Euro. Verstöße, die als Organmandat behandelt werden können, sind beispielsweise rechtswidrige Überholvorgänge oder das Überfahren einer Haltelinie.

In § 49a VStG ist die Anonymstrafverfügung geregelt, die ebenfalls Grundlage für einen Strafzettel aus Österreich sein kann. Bei dieser Variante wird darauf verzichtet, einen unbekannten Täter zu ermitteln.

Dafür erhält der Zulassungsbesitzer die Anonymverfügung, deren Strafobergrenze bei 365 Euro liegt.

Hier kann nicht auf einen einheitlichen Katalog zurückgegriffen werden. Stattdessen werden die von den einzelnen Behördensprengeln separat aufgestellten Bestimmungen genutzt, die mitunter Unterschiede von bis zu 50 Prozent aufweisen.

Schwere Verstöße: Verwaltungsstrafe und Vormerkung

Schwerwiegende Verstöße, wie die Missachtung des vorgeschriebenen Abstandes oder Gefährdung von Fußgängern, werden in einem Verwaltungsstrafverfahren geahndet.

Auf dieser Grundlage führt ein Strafzettel aus Österreich zu deutlich höheren Bußgeldern, die im Strafregister eingetragen werden.

Seit 2005 existiert zusätzlich zu den vorgesehenen Sanktionen das sogenannte Vormerksystem, welches vergleichbar mit dem Verkehrszentralregister (Flensburger Punkte) in Deutschland ist.


Bei folgenden mittelschweren amtlich festgelegten Verstößen erfolgt durch den Strafzettel aus Österreich eine Vormerkung:
VormerkungsverstoßBetrag auf dem Strafzettel aus Österreich
Gefährdung von Fußgängern, die Schutzweg vorschriftsmäßig benutzt haben72 bis 2180 Euro
zu geringer Sicherheitsabstand72 bis 2180 Euro
Missachtung der Vorfahrt durch Überfahren des Rotlichts oder des Stoppschildes72 bis 2180 Euro
Befahren einer durch rotes Licht und/oder Schranken gekennzeichneten Eisenbahnkreuzung 21 bis 726 Euro
Benutzung des Pannenstreifens und Behinderung eines Einsatzfahrzeugs oder eines Fahrzeuges des Straßendienstes 72 bis 2180 Euro
Verstoß gegen die Tunnelverordnung und/oder die Bestimmungen zum Gefahrguttransport21 bis 726 Euro
Missachtung der Ladungssicherungbis zu 5.000 Euro
Inbetriebnahme eines Fahrzeuges mit schweren technischen Mängelnbis zu 5.000 Euro

Nach diesem System gilt es zumeist, nicht lediglich ein Bußgeld aus Österreich zu bezahlen. Es kann die Absolvierung eines Kinder- oder Ladungssicherungskurses, eines Fahrsicherheitstrainings, einer Übungsfahrt in einer Fahrschule oder einer psychologischen Nachschulung angeordnet werden. Sammelt ein Verkehrsteilnehmer innerhalb von drei Jahren die dritte Vormerkung, kommt es zu einer Entziehung des Führerscheins.

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