Mit Parkinson Autofahren - Mobil mit Behinderung 2018

Mit Parkinson Autofahren: Ein Risiko im Straßenverkehr?

Ist es erlaubt mit Parkinson Auto zu fahren? Das sagt die FeV

Autofahren bei Parkinson ist je nach Verlauf und Ausprägung der Krankheit möglich.

Autofahren bei Parkinson ist je nach Verlauf und Ausprägung der Krankheit möglich.

Steht die Diagnose Morbus Parkinson im Raum, ist dies nicht nur für Angehörige, sondern auch für Betroffene ein Schock. In Deutschland haben rund 280.000 Menschen diese Diagnose erhalten. Da die Erkrankung sehr langsam verlaufen kann und dementsprechend die Symptome gerade zu Beginn sehr schwach ausgeprägt sein können, wird bei manchen Patienten erst nach Jahren die Diagnose „Morbus Parkinson“ gestellt. Darüber hinaus ist eine definitive Aussage über den Verlauf und die Intensität der Krankheit erst nach einiger Zeit möglich.

Erhält ein Patient eine solche Diagnose, möchte er, dass sein Leben so geregelt wie möglich weiter geht und sich nur wenig ändert. Dazu zählt es auch, mobil und selbstständig zu bleiben. Verstärken sich die motorischen Schwierigkeiten, kann es dem ein oder anderen schon schwer fallen, Fahrrad zu fahren.

Umso wichtiger ist es, möglichst lange Autofahren zu können – trotz Parkinson. Doch ist dies überhaupt erlaubt und welche körperlichen Einschränkungen können dazu führen, dass die Fahrerlaubnis entzogen wird?

Die rechtliche Lage zum Thema Morbus Parkinson und Autofahren

Grundsätzlich gilt eine einmal erteilte PKW-Fahrerlaubnis zeitlich unbeschränkt. Dies bedeutet, dass der Führerschein nicht gleich bei der Diagnose abgegeben werden muss. Gerade bei langsam und schwach verlaufenden Fällen kann der Patient noch lange Autofahren und das mit Parkinson.

Klare rechtliche Regelungen gibt es deshalb nicht. Die Fahrerlaubnisverordnung (FeV) hält in ihrer vierten Anlage dazu fest, dass bei leichten Fällen und erfolgreicher Therapie dem Autofahren mit Parkinson nichts im Wege steht. Liegen bereits Beschränkungen oder Auflagen vor und werden im Zuge der Parkinsonerkrankung festgehalten, erfolgt eine Nachuntersuchung in Abständen von ein, zwei oder vier Jahren. Das Führen eines LKW oder Busses ist mit der Diagnose Parkinson laut FeV nicht erlaubt.

Wird die Fahrerlaubnisbehörde auf den Patienten aufmerksam, weil der Arzt oder Dritte die Erkrankung meldeten oder ein Unfall passiert, verlangt diese ein Gutachten eines Neurologen. Dieser muss eine Zusatzqualifikation im Bereich der Verkehrsmedizin vorweisen. Das Gutachten muss dann der Behörde vorgelegt werden. Diese entscheidet, ob weitere Untersuchungen folgen, um die Fahrtauglichkeit zu überprüfen.

Symptome wie Bewegungsstarre, ein starker Tremor, Demenz oder Aufmerksamkeitsstörungen können dazu führen, dass die Fahrerlaubnis entzogen wird. Darüber hinaus können die Medikamente die Fahreignung (vorübergehend) einschränken.

Unter Umständen wird ein Attest des Gesundheitsamtes verlangt. In Betracht kommt ebenfalls eine MPU mit Fahrprobe, sofern die Fahrerlaubnisbehörde dies für angemessen hält. Die Kosten muss der Patient selbst tragen.

Die Fahrtauglichkeit selbst prüfen oder einen Fahrlehrer fragen

Sie möchten trotz Parkinson Autofahren? Dann sprechen Sie mit Ihrem Arzt über Ihre Fahreignung.

Sie möchten trotz Parkinson Autofahren? Dann sprechen Sie mit Ihrem Arzt über Ihre Fahreignung.

Dem Autofahren bei Parkinson steht also erst einmal nichts im Wege. Allerdings wird dabei auf die Eigenverantwortung der Patienten gesetzt. Betroffene sollten Rücksprache mit ihrem Arzt halten und die Problematik besprechen. Fühlen sich Parkinsonpatienten beim Führen eines Fahrzeugs unsicher, so kann ein Fahrlehrer objektiv die Fahreignung bewerten. Auch beim TÜV kann eine solche Fahrprobe absolviert werden.

Merken Patienten, dass sie beim Autofahren plötzlich müde und unkonzentriert werden, sollten diese Kontakt zum Neurolegen aufnehmen. Auch plötzliche Sehschwierigkeiten sollen abgeklärt werden.

Hält sich ein Patient nicht an die Empfehlungen des Arztes oder stellt ein Risiko für andere Verkehrsteilnehmer und sich selbst dar, kann dieser die Schweigepflicht aufheben und die Fahrerlaubnisbehörde informieren.

Studien ergeben, dass Parkinson-Patienten beim Autofahren unsicherer sind als gesunde Fahrer. Aus diesem Grund kann es sinnvoll sein, auf ein Automatikgetriebe umzusteigen oder entsprechende Umbauten im Wagen vorzunehmen.

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