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Wassernotstand in Deutschland – Bußgeld für Wasserentnahme

News von Franziska L.

Veröffentlichungsdatum: 14. Juni 2023

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

„36 Grad und es wird noch heißer.“ Was in einem Lied nach verlockendem Sommerspaß klingt, wird in Deutschland allmählich zu einem ernsthaften Problem. Seit Jahren ist es zu warm und zu trocken, es regnet und schneit zu wenig, das Grundwasser – eine wichtige Trinkwasserquelle – sinkt. In einigen Regionen ist ein Wassernotstand bereits möglich. Die Bürger werden dann angehalten, ihren Wasserverbrauch einzuschränken. Einzelne Gemeinden, etwa in Hessen, drohen im Falle einer unzulässigen Wasserentnahme mit einem Bußgeld von bis zu 100.000 Euro.

 Wasserknappheit im eigentlich wasserreichen Deutschland

Aufgrund der anhaltenden Trockenheit herrscht teilweise Wassernotstand in Deutschland.
Aufgrund der anhaltenden Trockenheit herrscht vielleicht bald teilweise Wassernotstand in Deutschland.

Auch wenn in der Bundesrepublik noch kein genereller Wassernotstand herrscht, ist die Situation vielerorts bereits sehr angespannt. Die Behörden vieler Gemeinden reagierten in der Vergangenheit bereits auf solche Zustände:

Baden-Württemberg stand 2020 im Ländervergleich etwa mit Brandenburg gut da. Und dennoch wurde das Wasser in einigen Regionen knapp. In Heilbronn beispielsweise wurde die Wassernutzung eingeschränkt. Die Landwirte durften ihre Felder nur noch nachts beregnen. Sie mussten ihre Wasserentnahmen um die Hälfte drosseln.

Die brandenburgischen Flüsse „Schwarze Elster“ und die Spree waren teilweise ausgetrocknet oder führten nur noch einen Bruchteil der üblichen Wassermenge. Wegen anhaltender Trockenheit und geringer Wasserstände untersagte die Landeshauptstadt Potsdam, Wasser aus Flüssen, Seen, Bächen und Gräben zu entnehmen. Das Verbot galt bis zum 30.9.2020. Wer illegal Wasser entnimmt, zahlt bis zu 50.000 Euro Geldbuße.

Einige hessische Kommunen riefen den Wassernotstand aus, weil das Trinkwasser infolge der Trockenheit knapp wurde. Die Landkreise Kassel und Hersfeld-Rotenburg verboten das Wasserschöpfen – auch von Hand – in Seen, Bächen und Flüssen (außer in der Fulda und der Weser). Wer dennoch dabei erwischt wurde, musste mit einem Bußgeld von bis zu 100.000 Euro rechnen.

Anfang August 2020 brach in Lauenau (Niedersachsen) sogar vorübergehend die Trinkwasserversorgung zusammen. Zwar hatte sich die Lage wieder entspannt, Wassersparen war jedoch weiterhin angesagt.

Borgholzhausen in Nordrhein-Westfalen rief seine Einwohner auf, Wasser zu sparen und sprach ein Verbot für das Rasensprengen und Pool-Befüllen aus. Ähnliche Verbote galten in einigen Regionen in Rheinland-Pfalz (z. B. Westerwaldkreis), weil auch hier Wassernotstand herrscht. Autowaschen auf Privatgrundstücken ist ebenfalls tabu.

Sachsen litt an der anhaltenden Dürre. Die Talsperre in Bautzen etwa war nur noch zu 60 Prozent befüllt. Die Wasserentnahme wurde in diesem Bundesland fast flächendeckend verboten. Das Verbot, Wasser aus Oberflächengewässern zu entnehmen, galt auch in bestimmten Thüringer Regionen. Die Regelungen waren hier von Kreis zu Kreis unterschiedlich. Das Bußgeld für unerlaubte Wasserentnahme kann bis zu 50.000 Euro betragen.

Wichtig: Zwar ist in Deutschland aktuell kein Wassernotstand ausgerufen, allerdings ist dieses Szenario aufgrund der aktuellen Wetterlage nicht auszuschließen. Sollten Verbote im Zusammenhang mit der Entnahme oder Nutzung von Wasser ausgesprochen werden, riskieren Sie hohe Bußgelder, wenn Sie sich nicht an die Vorgaben halten!

Tipps zum Wassersparen: So geht´s

Wegen Wasserknappheit ist es in einigen Kommunen untersagt, Grünflächen zu sprengen und Pools bzw. Planschbecken zu befüllen.
Wegen Wasserknappheit kann es in einigen Kommunen untersagt werden, Grünflächen zu sprengen und Pools bzw. Planschbecken zu befüllen.

Nicht nur Gemeinden müssen handeln, um den Wassernotstand abzuwenden. Unabhängig von den geltenden Vorschriften rufen die Kommunen zum Sparen auf. Es kommt auf jeden Einzelnen an. Helfen Sie mit, unsere Wasservorräte zu schonen.

  • Verzichten Sie darauf, Pool oder Planschbecken zu befüllen und den Rasen zu sprengen oder Ihr Auto auf dem Privatgrundstück zu waschen.
  • Stellen Sie Regentonnen auf, um Wasser zu sammeln, und nutzen Sie dieses zum Gießen.
  • Bewässern Sie Ihren Garten gezielt statt flächig.
  • Wenn Sie seltener mähen, verhindern Sie, dass der Rasen austrocknet und braun wird.
  • Drehen Sie den Wasserhahn nur halb auf.

Weitere nützliche Tipps und Informationen haben wir für Sie in unserem Ratgeber zum Thema „Wasser sparen“ zusammengefasst.

Über den Autor

Franziska
Franziska L.

Nach ihrer juristischen Ausbildung arbeitete Franziska in verschiedenen Branchen. Seit 2017 unterstützt sie die bussgeldkatalog.org-Redaktion. Durch ihre fachliche Ausrichtung liegen ihr Texte zu unterschiedlichsten rechtlichen Fragestellung unter anderem im Verkehrsrecht und Umweltrecht. Ein Schwerpunkt liegt zudem auf der Qualitätskontrolle im Rahmen des Lektorats/Korrektorats.

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4 Kommentare

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  1. Borchert P
    Am 11. Juli 2023 um 16:23

    Passt zur jetzigen Regierung. Verbote und Strafen aussprechen. Das soll noch Demokratie sein ? Und mal ganz im Ernst – u.a. wird für die Produktion von Akkus für z.B. E-Autos Unmengen an Trinkwasser vergeudet – Und wir sollen sparen, weil wir uns einen Pool im Garten gönnen, der mit Atomstrom aus unseren Nachbarländern – dort teuer eingekauft – betrieben wird… Ja nee ist klar…

    • Paul
      Am 19. Juli 2023 um 22:33

      Was soll die Regierung schon machen? wenn kein Wasser da ist ist kein Wasser da. Keine Regierung kann da was gegen machen

  2. Michael
    Am 14. Juni 2023 um 16:47

    Prospekte voll mit Aktionen für Pools. Und das noch in Angeboten. Hier wird die Menschheit zur Wasserverschwendung aufgerufen. Ein Pool im Garten ist keine Seltenheit mehr. Dann muß der Pool größer sein wie der Pool vom Nachbar. Dazu kommt noch unnötiger Stromverbrauch für die Pumpe mit Filteranlage. Der Verkauf von Pools soll untersagt werden und Pools im Garten verboten werden. Die meisten Pools werden genau vor der Hitzewelle gefüllt. Gerade in dieser Zeit ist besonders Wassersparen angesagt weil es woanders zB. auf Äcker eher benötigt wird. Hier soll eine Strafe verhängt werden bei illegaler Wasser Entnahme. Wo führt das hin? Machen wir es doch so. Wer ein Pool hat zahlt dem Landwirt 50000€ damit er illegal sein Acker bewässern kann, damit sein Salat wachsen kann. So kann der Poolbesitzer/in auf dem Wochenmarkt sein frischen Salat kaufen. Oder wächst der Salat ohne Wasser?

  3. Beate
    Am 7. Juli 2022 um 15:53

    Wasserschöpfen mit Hand 100000 Euro Strafe. Spargel und Erdbeerfelder rund um die Uhr bewässern 0 Euro auch wenn das Gemüse und Obst umgeeggt werden weil es viele Kunden nicht mehr bezahlen können. Weiter so

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