Petition im Bratwurststreit an der A9: Es geht um die Wurst

News vom 19.06.2017 um 11:48 Uhr

Der Bratwurststreit geht in eine neue Runde.

Der Bratwurststreit geht in eine neue Runde.

Rodaborn. Im Streit um die weltweit erste Autobahnraststätte haben mittlerweile über 10.000 Personen eine Online-Petition, welche an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gerichtet ist, unterzeichnet. Seit Jahren kämpft die Wirtin Christina Wagner im sogenannten Bratwurststreit darum, Thüringer Rostbratwürste an der Raststätte Rodaborn verkaufen zu dürfen.

Wirtin droht Zwangsgeld

An der Autobahnraststätte Rodaborn im thüringischen Saale-Orla-Kreis herrscht seit Jahren der Bratwurststreit. Bereits 2009 hatte die Wirtin Christina Wagner zusammen mit ihrer Familie die geschichtsträchtige Raststätte in der Nähe von Triptis gekauft. Der angrenzende Autobahnparkplatz auf der Strecke Berlin-Nürnberg versprach viel Kundschaft.

Aus diesem Traum sollte allerdings nichts werden. Die Konzession für den Gastbetrieb wurde seit 2004 nicht verlängert – ein Antrag auf eine Sondernutzung strikt abgelehnt. Kurzerhand eröffnete Wagner 2010 einen mobilen Imbiss, an dem sie die Thüringer Originale verkaufte. Damit begann der Bratwurststreit mit Landesamt für Bau und Verkehr.

Heute versperrt ein zwei Meter hoher Zaun den Kunden den Weg vom Parkplatz zur ältesten Raststätte der Welt. Pragmatisch wie die Thüringer sind, verkaufte Wagner die Würste mit Hilfe einer Leiter über den Zaun. Die Notlösung stieß der Behörde aber sauer auf, was letztlich zu einem langjährigen Rechtsstreit führte. Der Verkauf von Speisen und Getränken wurde der hartnäckigen Wirtin mittlerweile unter Androhung eines Zwangsgeldes untersagt. Vor Gericht unterlag sie.

Die Raststätte, um die sich der Bratwurststreit dreht, wurde bereits 1936 eröffnet. Noch bis 2004 wurde sie ganzjährig im Zweischichtbetrieb geführt. Nach dem Ausbau der Autobahn musste das Gastgewerbe aber unter Protest geschlossen werden. Die Konzessionen erhielten nur Raststätten der Tank & Rast GmbH.

In der beliebten Kategorie „Realer Irrsinn“ der Sendung Extra-3 wurde der Bratwurststreit bereits thematisiert.

Bratwurststreit: Eine Petition soll helfen

Die Raststätte, welche durch den Bratwurststreit eine zweifelhafte Berühmtheit erlangte, hat deutschlandweit eine große Fangemeinde. Da auf juristischem Weg offenbar keine Einigung erreicht werden konnte, rief die Wirtin eine Petition auf Change.org, der weltweit größten Plattform für Online-Aktivismus, ins Leben – mit Erfolg. Innerhalb von zwei Wochen haben bereits über 10.000 Personen die Petition unterzeichnet.

Falls Sie die Unterschriftenaktion im Bratwurststreit unterstützen wollen, können Sie die Petition auf Change.org unterzeichnen.

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