Machtlose Behörden? Von Wegen! Als letzter Ausweg wird das Auto beschlagnahmt

News vom 17.03.2017 um 11:27 Uhr

Schluss mit lustig: Die Polizei beschlagnahmte die Autos eines notorischen Rasers.

Schluss mit lustig: Die Polizei beschlagnahmte die Autos eines notorischen Rasers.

Hartnäckige Verstöße fordern harte Strafen heraus: Das Verwaltungsgericht Köln entschied, dass notorischen Rasern das Auto beschlagnahmt werden darf. Ein 18-Jähriger musste sich von seinen zwei teuren Sportwagen trennen.

Nach über 20 Verstößen war Schluss

Ein 18-Jähriger ist der Kölner Polizei schon seit 2014 als Verkehrssünder bekannt. Obwohl er keinen Führerschein besaß, setzte er sich wiederholt hinters Steuer seiner zwei Autos. Dabei nötigte und bedrängte er andere Verkehrsteilnehmer und lieferte sich sogar rasante Verfolgungsjagten mit den Kölner Polizeibeamten. Bußgelder und Belehrungen zeigten keinerlei Wirkung.

Die beiden Autos, ein Nissan Z 350 und ein BMW Z4 wurden schließlich von der bis dahin machtlosen Polizei in Gewahrsam genommen. Der 18-Jährige klagte vor dem Verwaltungsgericht um die Herausgabe seiner PS-starken Schlitten. Doch zwecklos: Das Gericht erteilte dem jungen Mann eine Schlappe, die Autos bleiben unter Verschluss.

Mit diesen Konsequenzen müssen Raser rechnen: Der deutsche Bußgeldkatalog basiert auf einem Stufensystem. Je gröber der Verstoß, desto teurer oder unangenehmer fällt die Strafe aus. Fünf Ahndungsstufen greifen im Regelfall:

  1. Verwarngeld
  2. Bußgeld
  3. Punkte in Flensburg
  4. Fahrverbot
  5. Entzug der Fahrerlaubnis

Das Verwaltungsgericht Köln legitimierte eine sechste Stufe: Die Beschlagnahmung der Fahrzeuge des Täters.

Darf der junge Raser jetzt einen Führerschein erwerben?

Möchte der junge Mann legal Auto fahren und einen Führerschein erwerben, wartet sicherlich ein steiniger Weg auf ihn. Die Behörden können aufgrund seiner wiederholten Delikte eine Sperrfrist von mindestens 6 Monaten festlegen, innerhalb welcher er keine Fahrerlaubnis bekommen darf. Nach Ablauf dieser Wartezeit ist es aber noch nicht vorbei: Bei solch beharrlichen Gesetzesübertretungen muss der 18-Jährige aller Wahrscheinlichkeit eine MPU (medizinisch-psychologische Untersuchung, ugs. Idiotentest) absolvieren, bevor er wieder motorisiert auf die Straße gelassen wird.

Wiederholte Verstöße sieht das Verkehrsrecht gar nicht gern: Notorische Verkehrssünder müssen damit rechnen, höhere Strafen zu bekommen. Bei mehrfachen Verstößen gegen Geschwindigkeitsbegrenzung gibt es sogar eine explizite Regelung: die Wiederholungstäterregel.

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