BMVI investiert in Wasserstoffmobilität: 6 Projekte werden gefördert

News vom 24.10.2019 um 13:16 Uhr
Das BMVI fördert die Wasserstoffmobilität und investiert 23,5 Millionen Euro.
Das BMVI fördert die Wasserstoffmobilität und investiert 23,5 Millionen Euro.

Deutschland bemüht sich, die Klimaschutzziele zu erreichen, und fördert Alternativen zum Verbrennungsmotor. Neben den Zuschüssen für Elektromobilität, Fahrradverkehr und öffentliche Verkehrsmittel ist auch die Entwicklung der Brennstoffzelle eine Möglichkeit, von Diesel und Benziner wegzukommen. Aus diesem Grund investiert das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) nun in Wasserstoffmobilität.

23,5 Millionen Förderung für 6 Projekte

Am 17. Oktober überreichte Verkehrsminister Andreas Scheuer Schecks in Höhe von insgesamt rund 23,5 Millionen. Damit werden sechs Projekte vom BMVI zur Wasserstoffmobilität gefördert:

  • 521.241 Euro für die Entwicklung von wasserstoffbetriebenen Kehrmaschinen und Abfallsammelfahrzeugen
  • 754.622 Euro zur Beschaffung von 50 Fahrzeugen mit Brennstoffzellenantrieb an die GHT Mobility GmbH (CleverShuttle), einen Anbieter von umweltfreundliche Shuttle-Diensten
  • 1.024.094 Euro zur Beschaffung von 89 wasserstoffbetriebenen Flurförderzeugen für Einsätze im BMW-Werk Leipzig
  • 3.309.652 Euro für die Entwicklung eines Elektro-Stadtbusses mit Brennstoffzelle zur Reichweitenverlängerung
  • 8.121.251 Euro für die Entwicklung und den Test eines neuen Brennstoffzellen-Systems sowie eines mobilen Systems zur Betankung schwerer Nutzfahrzeuge mit Wasserstoff
  • 9.822.330 Euro zur Beschaffung von 500 Wasserstofffahrzeugen für die Paketzustellung an die Deutsche Post DHL Group

Wasserstoffmobilität nur langsam auf dem Vormarsch

Können die Investitionen des BMVI die Wasserstoffmobilität in Deutschland vorantreiben?
Können die Investitionen des BMVI die Wasserstoffmobilität in Deutschland vorantreiben?

Brennstoffzellen scheinen der ideale Antrieb zu sein. Die Autos lassen sich innerhalb von Minuten betanken, haben eine Reichweite wie ein Pkw mit Verbrennungsmotor, sind sehr leise und stoßen aus dem Auspuff nur ein einziges Gas aus: Wasserdampf. Trotzdem waren im Januar 2019 weniger als 400 Fahrzeuge mit Brennstoffzellen auf deutschen Straßen unterwegs (von 57,3 Mio. Kfz). Umso wichtiger ist es, dass nun vom BMVI in die Wasserstoffmobilität investiert wird.

Doch warum setzt sich die Technologie so langsam durch? Dies hat mehrere Gründe:

  • Bislang existieren in ganz Deutschland nur 75 betriebsbereite Wasserstofftankstellen (6 weitere sind bereits fertiggestellt und warten auf die Inbetriebnahme, 3 weitere sind genehmigt und 15 weitere in Planung). Dies reicht für eine flächendeckende Versorgung nicht aus. Denn während Elektroautos an jeder Steckdose „betankt“ werden können, ist dies bei Wasserstoffautos nicht möglich.
  • Wasserstoff ist teurer als Strom. Denn zwar ist Wasserstoff das häufigste chemische Element der Erde, er kommt in der Natur aber nur in Verbindung mit anderen Elementen vor. Er muss deshalb in aufwendigen Verfahren gewonnen werden. Zudem ist die Energiegewinnung aus Wasserstoff deutlich weniger effizient als der Elektroantrieb eines Batteriefahrzeugs.
  • Dies führt dazu, dass auch die Wasserstoffautos teurer sind und für Privatkunden bislang nicht erschwinglich.

Die Investitionen des BMVI in die Wasserstoffmobilität – und vor allem in die Entwicklung effizienterer Systeme – könnten diese Nachteile möglicherweise aufwiegen. Es bleibt abzuwarten, ob der Brennstoffzellenantrieb bald häufiger im Straßenverkehr anzutreffen ist.

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