Blitzer beschädigt, angezündet und versenkt: 5 Fälle von Hass auf Radarfallen

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News vom 13.06.2019 um 12:34 Uhr

Hassobjekt: Momentan werden immer wieder Blitzer beschädigt.

Hassobjekt: Momentan werden immer wieder Blitzer beschädigt.

Der Hass auf Radarfallen scheint zum Ende der ersten Jahreshälfte 2019 bei vielen Autofahrern besonders groß zu sein. Es häufen sich Fälle, in denen Blitzer nicht nur beschädigt, sondern sogar angezündet oder abgeflext werden. Mancherorts empfinden die Anwohner ganz anders für die Blitzer. Eine Bürgerinitiative aus Tomerdingen in Baden-Württemberg hat Anfang Juni mit einer Blitzer-Attrappe bei nicht wenigen Kfz-Fahrern für Verwirrung gesorgt. Der Anhänger-Blitzer, der dem Vitronic Enforcement Trailer nachempfunden wurde, bestand hauptsächlich aus einer großen grauen Plane und zwei Leuchten. Die Initiative wollte mit der Nachahmung den Verkehrslärm reduzieren.

Unbeliebt – 5 Fälle, in denen Blitzer beschädigt und Opfer von Vandalismus wurden

Zwar ist der Fall aus Tomerdingen nicht der einzige, bei dem Anwohner aus Wut gegen Raser Blitzer-Attrappen aufstellen, die Vorkommnisse, bei denen Blitzer beschädigt, geklaut oder angezündet werden, sind aber deutlich in der Überzahl. Im Folgenden zeigen wir Ihnen 5 Fälle, in denen Blitzer Opfer von Vandalismus wurden.

Villingen-Schwennigen: Blitzer besprüht und abgeklebt

  • Der mobile Blitzer, der seit wenigen Wochen in der Doppelstadt im Einsatz ist, erfreut sich nur wenig Beliebtheit. Er musste bereits mehrere Attacken über sich ergehen lassen. Sein Sichtfenster wurde unter anderem mit Farbe besprüht und mit Klebeband zugedeckt. Die (noch unbekannten) Täter werden in sozialen Netzwerken zum Teil gefeiert, einige begegnen ihnen jedoch mit Unverständnis.
  • Mit Hilfe der Aufnahmefunktion des Anhänger-Blitzers will die Stadtverwaltung nun nach den Übeltätern suchen, die den Blitzer beschädigt haben. Es handelt sich um Sachbeschädigung. In seiner Arbeit haben die Unbekannten die moderne Geschwindigkeitsmessanlage, die per Laser mehrere Spuren erfasst, aber kaum beeinträchtigt: Nach einer Spezialbehandlung mit Reinigungsmitteln ist er wieder im Einsatz.
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Wilhelmshaven: Blitzer geklaut und versenkt

Ein See ist kein passender Ort für einen Blitzer - er wurde beschädigt, geklaut und versenkt.

Ein See ist kein passender Ort für einen Blitzer – er wurde beschädigt, geklaut und versenkt.

  • Bisher unbekannte Täter haben in der kreisfreien niedersächsischen Stadt einen stationären Blitzer nicht nur beschädigt, sondern vollständig abgebaut. Die Radarfalle hatte sich in der Bismarckstraße befunden, bis die Täter in der Nacht vom Sonntag, den 9. Juni, zu Montag dessen Kabel abklemmten und den gesamten Starenkasten mitnahmen.
  • Ein Angler hatte in der Nacht auf Mittwoch die Polizei darauf aufmerksam gemacht, dass er einen Blitzer versenkt in der Nähe eines Steges vorgefunden hatte. Die Wasserschutzpolizei holte den Blitzer, der beschädigt und ertränkt worden war, aus dem Wasser. Ob die darin befindlichen Daten der bereits erfassten Verkehrssünder noch ausgelesen werden können, wird noch überprüft. Die Polizei hofft nun, mit Hilfe von Zeugenaussagen die Übeltäter ausfindig zu machen, und bittet um Hinweise.

Oberbayern: Blitzer angebohrt und mit Benzin befüllt

  • Nachdem ein Mann Ende Mai mit 200 km/h durch eine Baustelle auf der Autobahn 93 Richtung Rosenheim fuhr und von einem Blitzer erfasst wurde, hatte er Angst vor der zu erwartenden Sanktion. Daraufhin hatte er mit einem Akkubohrer den Blitzer zunächst so beschädigt, dass er Benzin hineinfüllen konnte. Ziel war es nach Angaben der Polizei, die Radarfalle zu entzünden. Der Verkehrssünder wurde aber auf frischer Tat ertappt und muss nun den entstandenen Sachschaden in Höhe von 1500 Euro zahlen. Die Strafe für den Tempoverstoß kommt hinzu, weil die Messtechnik im Blitzer selbst nicht beschädigt wurde.
Wer in einer Baustelle geblitzt wird, kann das entsprechende Bußgeld in den allermeisten Fällen der Bußgeldtabelle für Geschwindigkeitsüberschreitungen außerorts entnehmen. In besagtem Fall aus Oberbayern muss der Raser wohl mit mindestens 600 Euro Bußgeld, zwei Punkten in Flensburg und drei Monaten Fahrverbot rechnen, da das Tempo auf 60 km/h angesetzt war und es sich somit um eine Geschwindigkeitsübertretung von 140 km/h handelt. Geht die Behörde von Vorsatz aus, darf sie die Regelgeldbuße übrigens erhöhen.

Immer wieder versuchen wütende Fahrer, Sanktionen zu entgehen, indem Sie Blitzer beschädigten. Vor allem der moderne Anhänger-Blitzer ist ein beliebtes Opfer. Welchen Angriffen dieser Stand halten kann, sehen Sie im Video:

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Leipzig: Blitzer abgeflext

  • Ein 18-jähriger Autofahrer, der sich noch in der Probezeit befindet, hat einen Blitzer beschädigt und abgeflext. Der Starenkasten hatte den Fahranfänger bei einem Tempoverstoß erwischt. Ähnlich wie der Mann aus Oberbayern befürchtete auch dieser Raser die Konsequenzen und entschloss sich kurzerhand, diesen vermeintlich zuvorzukommen. Er nahm eine Flex, trennte den Blitzer von seiner Halterung, fuhr zu einem See und versenkte die Geschwindigkeitsmessanlage dort anschließend.
  • Blitzer: Aufnahmen wurden beschädigt bzw. unbrauchbar gemacht, weil ein Baum davor gepflanzt wurde.

    Blitzer: Aufnahmen wurden beschädigt bzw. unbrauchbar gemacht, weil ein Baum davor gepflanzt wurde.

  • Einem anonymen Hinweis folgend durchsuchten Beamte die Wohnung des 18-Jährigen, der dann schnell gestand und den Polizisten den Ort der Versenkung zeigte. Er muss sich nun nicht nur für das zu schnelle Fahren verantworten, sondern auch für den gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr sowie für Sachbeschädigung.

Bitburg: Baum vor Blitzer gepflanzt

  • Eine Fichte hatte Ende April 2018 in Rheinland-Pfalz zwar keinen Blitzer beschädigt, machte aber alle Aufnahmen, auf denen der Nadelbaum die Sicht versperrte, unbrauchbar. Der zwei Meter hohe Baum wurde wohl über Nacht vor den mobilen Blitzer an der Bundesstraße 51 gepflanzt. Moderne Geschwindigkeitsmessanlagen sind zum Teil in der Lage, Störungen direkt zu melden. Dazu gehören auch Vandalismus und Brandanschläge.
Im benachbarten Saarland gestand die Polizei ebenso unbekannten Verantwortlichen Originalität im September 2017 zu. Eine Sexpuppe wurde vor den Messbereich einer Blitzersäule aufgestellt und machte die Aufnahmen mit vollen Körpereinsatz unbrauchbar.
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