Auto-Kartell deutscher Hersteller: Wurden illegale Preisabsprachen getroffen?

News vom 24.07.2017 um 15:51 Uhr

Das Auto-Kartell soll illegale Preisabsprachen getätigt haben.

Das Auto-Kartell soll illegale Preisabsprachen getätigt haben.

Fünf große deutsche Automobilhersteller – Audi, BMW, Mercedes-Benz, Porsche und VW – sollen seit den 1990er-Jahren illegale Absprachen getroffen haben. Sie sollen sich unter anderem über die Zulieferer sowie die Technik ausgetauscht und so die Preise für die Kunden künstlich hoch gehalten haben. Nun prüfen das Bundeskartellamt und die EU-Kommission die Vorwürfe.

Wie können Betroffene gegen die Hersteller vorgehen?

Die großen deutschen Kfz-Hersteller sollen seit Jahrzehnten ein Auto-Kartell bilden, in welchem illegale Preisabsprachen getroffen wurden. Unter Umständen haben viele deutsche Kunden in der Vergangenheit deshalb zu viel Geld für ihre Autos ausgegeben. Die EU-Kommission sowie das Bundeskartellamt prüfe nun die Vorwürfe. Sollten sich diese bewahrheiten, drohen den Automobilbauern Bußgelder in Milliardenhöhe.

Und was können Betroffene unternehmen, die in der Vergangenheit einen solchen überteuerten Neuwagen gekauft haben? Es besteht die Möglichkeit, den Schaden vor Gericht einzuklagen. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) möchte erreichen, dass die Bundesregierung eine Musterklage zulässt. Dann müsste nicht jeder Kunde einzeln vor Gericht gehen. Vielmehr könnten dann viele Betrogene gemeinsam für ihre Rechte einstehen. Sammelklagen nach US-amerikanischem Vorbild sind in Deutschland allerdings nicht möglich.

Im folgenden Video finden Sie noch einmal die wichtigsten Infos zum Auto-Kartell kurz und knapp zusammengefasst:

Der VW-Abgas-Skandal erschütterte 2015 die ganze Welt

Die Vorwürfe an das Auto-Kartell führen wiederholt zu einem erheblichen Imageschaden der deutschen Automobilindustrie. Erst im Jahr 2015 hatte der VW-Abgas-Skandal für Furore gesorgt. Bei weltweit mehreren Millionen Fahrzeugen wurde eine Software eingebaut, welche dafür sorgte, dass auf dem Prüfstand weniger Abgase ausgestoßen wurden. Im normalen Modus jedoch waren die Werte bedeutend höher.

Vom Abgas-Skandal betroffene Fahrzeuge werden umgerüstet. Sollte ein Auto nach diesem Vorgang einen Defekt aufweisen, der auf das Software-Update zurückzuführen ist, übernimmt VW zwei Jahre lang die Kosten für eine notwendige Reparatur. Neben dieser Extra-Garantie möchte der Konzern jedoch keinen pauschalen Schadensersatz für die Kunden in Deutschland zahlen.

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