Achtung Blitzer: In Österreich weht ein anderer Wind

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Wenn Sie in der Alpenrepublik zu fest aufs Gas treten

Geraten Sie in Österreich an einen Blitzer, kann die Strafe variieren.

Geraten Sie in Österreich an einen Blitzer, kann die Strafe variieren.

Da Österreich als Nachbarland für die Deutschen leicht mit dem Auto zu erreichen ist, entscheiden sich viele immer wieder gerne für einen Urlaub in der Alpenrepublik. Was einige dabei jedoch außer Acht lassen: Deutschland und Österreich liegen geographisch zwar nicht weit auseinander, dies muss allerdings nicht für die jeweils vorgeschriebenen Verkehrsregeln gelten.

Wurden Sie beispielsweise als Autofahrer aufgrund einer Geschwindigkeitsüberschreitung in Österreich geblitzt, werden Sie schnell feststellen, dass es im Gegensatz zu Deutschland keinen einheitlichen Bußgeldkatalog gibt. Dies bedeutet: Die Sanktionen, welche nach einer Ordnungswidrigkeit im Straßenverkehr drohen, können variieren.

In diesem Ratgeber erfahren Sie, worauf Sie achten sollten, wenn Sie von einem Blitzer in Österreich ertappt wurden, ob das damit verbundene Bußgeld in Deutschland überhaupt vollstreckt werden kann und mit welchen Kosten nach einer Geschwindigkeitsüberschreitung in Österreich ungefähr zu rechnen ist.

Von einem Blitzer in Österreich erwischt: Bezahlen oder nicht?

Häufig sind Autofahrer, die im Ausland geblitzt wurden, der Meinung, der Geschwindigkeitsverstoß könne in ihrem Heimatland nicht geahndet werden und verschwenden daher keinen weiteren Gedanken an die möglichen Konsequenzen. Damit liegen sie jedoch falsch.

Auch wenn Sie als deutscher Fahrer in Österreich geblitzt wurden, müssen Sie das entsprechende Bußgeld zahlen. Diese Tatsache ist dem deutsch-österreichischen Amts- und Rechtshilfevertrag vom 31.05.1988 geschuldet. Aufgrund dieses „bilateralen Abkommens“ können Bußgelder ab einem Betrag von 25 Euro auch in Deutschland vollstreckt werden.

Wurden Sie von einem Blitzer in Österreich ertappt, können Ihnen allerdings keine Punkte in Flensburg aufgebrummt werden. Das Fahreignungsregister (FAER) existiert schließlich nur in Deutschland. Die Alpenrepublik nutzt ein sogenanntes Vormerksystem, welches lediglich eine gewisse Ähnlichkeit zum deutschen Punktesystem aufweist.

Das Gleiche gilt in Bezug auf derart hohe Überschreitungen der erlaubten Höchstgeschwindigkeit, die ein Fahrverbot nach sich ziehen. Wer z. B. in Österreich an einen Blitzer auf der Autobahn gerät und viel zu schnell unterwegs war, muss sich keine Gedanken um ein mögliches Fahrverbot in Deutschland machen. Ein solches greift dann ausschließlich in der Alpenrepublik.

Können Blitzer in Österreich auch von hinten auslösen?

Da dort die sogenannte Lenkerauskunft Anwendung findet, lösen stationäre sowie mobile Blitzer in Österreich in der Regel von hinten aus. Folgender Ablauf ist dabei üblich, wenn eine Ordnungswidrigkeit mit einem Kfz begangen wurde:

  • Die zuständige Behörde ermittelt den sogenannten Zulassungsbesitzer (Fahrzeughalter) anhand des Kennzeichens des Fahrzeugs, welches von einem Blitzer in Österreich aufgenommen wurde.
  • Geblitzt in Österreich? Die Kosten können dem Zulassungsbesitzer auferlegt werden, obwohl er nicht gefahren ist.

    Geblitzt in Österreich? Die Kosten können dem Zulassungsbesitzer auferlegt werden, obwohl er nicht gefahren ist.

  • Die mit der Geschwindigkeitsüberschreitung verbundenen Ahndungen soll allerdings der sogenannte Lenker (Fahrer) erhalten.
  • Bei Zulassungsbesitzer und Lenker muss es sich jedoch nicht automatisch um die gleiche Person handeln. Aus diesem Grund darf die zuständige Behörde vom Zulassungsbesitzer verlangen, zu erfahren, wer das Fahrzeug zum Zeitpunkt des Verstoßes führte.
  • Es besteht die Möglichkeit, die entsprechenden Daten schriftlich oder telefonisch zu erfragen. Bei einer Anfrage in schriftlicher Form hat der Zulassungsbesitzer 14 Tage lang Zeit, um sich zu melden.
  • Tut er dies nicht, können ihm die Sanktionen auferlegt werden, die eigentlich derjenige erhalten hätte, der von einem Blitzer in Österreich erwischt wurde. Zusätzlich kann eine Strafe wegen Nichterteilung der Lenkerauskunft auf ihn zukommen.
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Diese Zuwiderhandlung wird im Regelfall mit einer Geldbuße zwischen 72 und 218 Euro – jedoch maximal 5.000 Euro – geahndet. Nach dem Aufeinandertreffen mit einem Blitzer in Österreich können die Kosten demzufolge auch den Fahrzeughalter ereilen, selbst wenn er das Kfz zum Tatzeitpunkt nicht steuerte.

Wurden deutsche Fahrer geblitzt, während sie in Österreich mit dem Auto unterwegs waren, konnten sie eine geraume Zeit lang nicht dafür belangt werden. Schließlich gilt in Deutschland die Fahrerhaftung und so etwas wie eine Lenkerauskunft existiert nicht.

Daher werden mittlerweile Blitzer in Österreich eingesetzt, die von vorne auslösen, und dabei ein „Blitzerfoto“ anfertigen. Dadurch kann eine Vollstreckung des entsprechenden Bußgelds auch in Deutschland gewährleistet werden.

In Österreich geblitzt: Diese Kosten sind zu erwarten

Nach dem Aufeinandertreffen in Österreich mit einem Blitzer können die Kosten sich in folgendem Rahmen bewegen:

Geschwindigkeitsüberschreitung innerortsVerstoß innerortsOrganmandatAnonymverfügung Anonym­verfügung
... bis 20 km/h30 €29 - 60 €
... bis 30 km/h50 €56 - 72 €
... bis 40 km/h70 €70 - 160 €
... über 40 km/hab 150 €ab 150 €
Geschwindigkeitsüberschreitung außerorts bzw. auf der Autobahn Verstoß außerorts OrganmandatAnonymverfügung Anonym­verfügung
... bis 20 km/h30 €29 - 50 €
... bis 20 km/h (Autobahn)30 €45 €
... bis 30 km/h50 €56 - 90 €
... bis 30 km/h (Autobahn)50 €60 €

Sie wurden in Österreich geblitzt? Auf der Autobahn können die Sanktionen wiederum anders ausfallen.

Sie wurden in Österreich geblitzt? Auf der Autobahn können die Sanktionen wiederum anders ausfallen.

Nach der Bekanntschaft mit einem Blitzer können die Strafen in Österreich, wie bereits erwähnt, unterschiedlich hoch ausfallen, da es keinen einheitlichen Bußgeldkatalog in der Alpenrepublik gibt. Die zuständige österreichische Behörde hat demzufolge viel Handlungsspielraum, wenn sie die jeweiligen Sanktionen festsetzt.

Zusätzlich wird zwischen zwei Varianten von Ahndungen unterschieden:

  1. Organmandat (kann von der Polizei im Zuge einer Kontrolle im Verkehr verhängt werden)
  2. Anonymverfügung (sozusagen das Gegenstück zum deutschen Bußgeldbescheid)

Wurden Sie von einem Blitzer in Österreich ertappt und Ihnen kommen die veranschlagten Sanktionen zu hoch vor, haben Sie stets die Möglichkeit, sich an einen Anwalt für Verkehrsrecht zu wenden und sich entsprechend beraten zu lassen.

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