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Illegale Blitzer-App genutzt: Diese Strafe droht

Von Thomas R.

Letzte Aktualisierung am: 27. Februar 2024

Geschätzte Lesezeit: 4 Minuten

Ist die Nutzung einer Blitzer-App verboten oder erlaubt?

Meist funktioniert die Blitzer-App nicht ohne Internet.
Meist funktioniert die Blitzer-App nicht ohne Internet.

Mit dem technischen Fortschritt gehen auch neue Möglichkeiten einher. Insbesondere das Smartphone hat sich in den letzten Jahren bis in fast alle Lebensbereiche verbreitet. Die meisten Menschen der Industrienationen besitzen mittlerweile eines der internetfähigen Handys.

Durch sogenannte application software (englisch für Anwendungsprogramm, kurz App) können Nutzer ihr Gerät zudem personalisieren. Spiele, Terminkalender, Wanderwege … für gefühlt alles gibt es mittlerweile eine App, so auch für die Warnung vor einer Radarfalle.

Diese sogenannten Blitzer-Apps warnen während des Autofahrens vor Radargeräten. Doch ein Blitzerwarner, der als App auf dem Smartphone installiert ist, kann ein Risiko sein. Denn in der Regel ist die Blitzer-App nicht legal. Wie funktioniert eine mobile Blitzer-Warn-App? Kann es bereits problematisch sein, eine Blitzer-App zu installieren?

➥ Angebote zum Thema Radarwarner

FAQ: Blitzer-Apps

Was ist eine Blitzer-App?

Blitzer-Apps zeigen durch ein akustisches und/oder optisches Signal an, wenn sich das Fahrzeug einem Blitzer nähert. Sie sollen dazu beitragen, Bußgelder für eine Geschwindigkeitsüberschreitung zu verhindern. Populäre Blitzer-Apps sind z. B. blitzer.de oder iSpeedCam.

Sind Blitzer-Apps in Deutschland verboten?

Die Nutzung einer Blitzer-App während der Fahrt ist verboten und kann ebenso wie der Einsatz sonstiger Radarwarner Sanktionen gemäß Bußgeldkatalog nach sich ziehen.

Droht, wenn ich eine Blitzer-App nutze, eine Strafe?

Der Betroffene begeht eine Ordnungswidrigkeit und muss mit einem Bußgeld in Höhe von 75 Euro und einen Punkt in Flensburg rechnen.

Spezifische Infos zu Blitzer-Apps

Verwenden Sie eine Blitzer-App, um sich rechtzeitig vor Blitzern warnen zu lassen?

Wie funktionieren Blitzer-Apps?

Welche ist die beste Art, die Blitzer-App zu nutzen? Sowohl Akustik als auch visuelle Signale haben Vorteile.
Welche ist die beste Art, die Blitzer-App zu nutzen? Sowohl Akustik als auch visuelle Signale haben Vorteile.

Die herkömmliche Blitzer-App für Android, iOS oder ein anderes Betriebssystem funktionieren meist ähnlich. Beim Installieren gewährt der Nutzer der App die Verwendung der Standortinformation bzw. der GPS-Ortung des Handys. Dadurch kann die App zu jeder Zeit bestimmen, wo sich das Gerät befindet.

Zugleich hat die Blitzer-App offline auf dem Handy, meist jedoch online Zugriff auf eine Datenbank, in der Informationen zu den Standorten von Blitzern in ganz Deutschland gespeichert sind. Die ein oder andere Blitzer-App deckt auch Europa ab.

Nähert sich das Fahrzeug des Smartphone-Besitzers nun einem Radargerät, warnt die App vor dem Blitzer durch

  • akustische Signale,
  • optische Signale oder
  • akustische und optische Signale.

Der Fahrer kann nun die gefahrene Geschwindigkeit kontrollieren und ggf. reduzieren und entgeht so durch die Blitzer-App einer Strafe.

Durch die Verwendung einer Datenbank können vor allem stationäre Blitzer besonders zuverlässig angezeigt werden. Hingegen kann die gewöhnliche Blitzer-App, wenn mobile Blitzer angezeigt werden sollen, versagen.

Video: Sind Blitzer-Apps wirklich Tabu?

Video: Sind Blitzer-Apps wirklich Tabu?
In diesem Video erfahrt Ihr, ob Blitzer-Apps wirklich verboten sind!

Nutzung der Blitzer-App in Deutschland: Rechtliche Situation

Ist die Blitzer-App legal oder illegal? Welche Blitzer-App konkret genutzt wird, ist in der Regel ohne Bedeutung, denn § 23 Abs. 1c der Straßenverkehrsordnung besagt:

Wer ein Fahrzeug führt, darf ein technisches Gerät nicht betreiben oder betriebsbereit mitführen, das dafür bestimmt ist, Verkehrsüberwachungsmaßnahmen anzuzeigen oder zu stören. Das gilt insbesondere für Geräte zur Störung oder Anzeige von Geschwindigkeitsmessungen (Radarwarn- oder Laserstörgeräte).

Smartphones mit Auto-Apps sind normalerweise nicht als technisches Gerät anzusehen, das dafür bestimmt ist, Maßnahmen der Verkehrsüberwachung anzuzeigen. Daher sah sich der Gesetzgeber gezwungen, den Anwendungsbereich des Paragraphen zu erweitern. Zum 6. Juni 2019 trat daher eine neue Fassung in Kraft, die folgende Ergänzung aufweist:

Bei anderen technischen Geräten, die neben anderen Nutzungszwecken auch zur Anzeige oder Störung von Verkehrsüberwachungsmaßnahmen verwendet werden können, dürfen die entsprechenden Gerätefunktionen nicht verwendet werden.

Durch die Ausweitung auf technische Geräte mit anderem Nutzungszwecken müssen Autofahrer daher damit rechnen, dass die Nutzung einer App als Blitzerwarner bzw. Radarwarner bei einer Polizeikontrolle zu Problemen führt.

Bereits vor der Anpassung der StVO entschieden allerdings beispielsweise sowohl das Oberlandesgericht (OLG) Celle als auch das OLG Rostock, dass Blitzer-Apps als illegal zu bewerten seien (Az. 2 Ss OWi 313/15 sowie Az. 21 Ss OWi 38/17). Zudem urteilte das OLG Karlsruhe am 07.02.2023 (Az. 2 ORbs 35 Ss 9/23), dass eine Verwendung der Blitzer-App auch durch den Beifahrer untersagt ist, wenn der Fahrer sich dadurch die Warnfunktion zunutze macht. Der Fahrzeugführer muss in einem solchen Fall mit Sanktionen rechnen.

Bußgeld für die Blitzer-App auf dem Handy

Die Nutzung einer Blitzer-App kann teuer werden.
Die Nutzung einer Blitzer-App kann teuer werden.

Polizeibeamte dürften normalerweise nicht ohne Weiteres das Handy eines Verkehrsteilnehmers beschlagnahmen oder durchsuchen. Daher ist die Entdeckung bspw. einer iOS- oder Android-Blitzer-App auf dem Smartphone eher selten.

Kommt es dennoch dazu, dass Kfz-Führer bei der Nutzung einer Blitzermelder-App erwischt werden, kann dies sowohl ein Bußgeld als auch einen Punkteeintrag in Flensburg zur Folge haben. Folgende Strafe für die Nutzung von einer Blitzer-App ist möglich:

Welche Blitzer-App Sie nutzen, ist unerheblich. Die beste Methode, sich vor den Bußen zu schützen, ist keine App zu nutzen. Die reine Installation an sich ohne Nutzung ist jedoch normalerweise noch nicht verboten. Zudem besteht die Möglichkeit, sich vor einer Fahrt über mögliche Blitzer-Standorte zu informieren.

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Letzte Aktualisierung am 15.10.2023 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

Quellen und weiterführende Links

Über den Autor

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Thomas R.

Thomas hat einen Abschluss in Politikwissenschaften von der Universität Jena. Er gehört seit 2018 zum Team von bussgeldkatalog.org und verfasst News und Ratgeber zu verschiedenen Themen im Verkehrsrecht.

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18 Kommentare

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  1. nopetrolhead
    Am 9. September 2021 um 13:29

    Die Blitzer app sollte aus den Appstores verschwinden. Sie schädigt nachweislich die Umwelt, indem sie zur Raserei verleitet. Umweltorganisationen sollten Druck auf Apple und Google machen. Die Eifrig Media GmbH hat genug mit diesem Dreck verdient.

    • Blitzer
      Am 30. Mai 2022 um 20:19

      Wieso muss immer alles so kompliziert sein. Es steht sinngemäß das ein technisches Gerät was vor Blitzer warnt nicht erlaubt ist und das es der Fahrer nutzt.
      Also 1.) wenn meine Frau neben mir Ihr Handy an hat wo die Blitzer App drauf ist, dann machen die Gesetzeshüter schon mal garnichts. Denn ich als Fahrzeugführer habe es nicht betrieben und benutze es nicht. Also essig mit Bestrafung!

      2.) oder aber vor der Fahrt notiere ich mir die auf meiner Fahrtstrecke liegenden fest instalierten Blitzer und klebe mir den Zettel mit Km-Angabe ans Amaturenbrett. Denn der Zettel ist kein technisches Gerät und damit erlaubt!!!

      Also wo ist da jetzt das Problem, Gesetze können die machen wie sie wollen, es gibt immer einen Ausweg, man muss nur mal nachdenken

  2. nobody
    Am 31. Juli 2021 um 23:09

    Die Verkehrssicherheit kann nicht durch Warnapps verbessert werden sondern nur durch entsprechend angepasste Geschwindigkeit.
    Ich habe keineswegs etwas gegen diese sogenannten Warneinrichtungen, in aller Regel führen sie aber leider nur dazu, mit erhöhter Geschwindigkeit zu fahren, soweit keine Warnung ausgegeben wird. Alles andere ist doch ziemlich verlogen.

  3. D, Marion
    Am 21. Juli 2021 um 11:54

    Die Verkehrssicherheit wird durch die Warnapps auf jeden Fall verbessert. Das sehe ich genau so.
    Zu mal der Strassenverkehr rasant zunimmt und weiter und weiter wächst.

  4. Stefan
    Am 30. Mai 2021 um 20:14

    Hallo, ich habe eine Navi App, welche Open Street Map verwendet und die auf Beiträgen von Nutzern angewiesen ist. Sowas ähnliches wie Osmand. Auch Baustellen, Umleitungen, Staus und Unfälle, Tempolimits und allgemeine Informationen zur Verkehrsdichte werden dort eingetragen. Da werden allerdings auch Polizeikontrollen, Radarfallen und Rotlichtblitzer angegeben. Leider befindet sich die App noch in der Entwicklung und hat noch keine Kategorien, die man abschalten kann, sodass einem unfreiwillig alles angezeigt wird und man es nicht ändern kann. Kann mir die Polizei oder Staatsanwaltschaft einen Strick daraus drehen, wenn ich diese Navi App verwende, welche auch über Blitzer und Rotlichtblitzer informiert, obwohl ich eigentlich nur die anderen Funktionen verwende. Innerorts fahre ich immer 50 und nicht, wenn eine Kamera steht.

  5. Johannes
    Am 11. Mai 2021 um 15:02

    Würde der Staat eine eigene Blitzer app machen die legal wäre, wäre das Problem mit den Geld gelöst. Bekommen ja wieder Geld rein und nicht Nutzer werden dann halt geblitzt

  6. Dudu Ö
    Am 11. Januar 2021 um 13:49

    Ich fordere den busgeldkatolog an.
    Danke

  7. Timo J
    Am 6. Januar 2021 um 9:16

    Ich möchte den Katalog haben

  8. ImpartiallyBiased
    Am 15. August 2020 um 6:12

    Selbstverständlich hast du das Recht. Um dieses Recht kostenfrei wahrzunehmen, brauchst du nur mit erlaubter Geschwindigkeit zu fahren. Ansonsten wirst du vielleicht auch erfahren, wo Geschwindigkeitskontrollen stattfinden, bloß erhebt “die Rennleitung” dann eine kleine Gebühr für das Erinnerungsfoto. ;-)

  9. Roland
    Am 17. Juni 2020 um 13:15

    Ich habe das Recht zu wissen, wo sich die Radarkamera befindet.

  10. W. Hess
    Am 27. April 2020 um 20:02

    Ein Radarwarner auf dem Smart Phone oder im Navi ist nichts anderes als ein Zugriff auf eine Datenbank z.B. stationärer Blitzer. Dies unter Strafe zu stellen ist weltfremd. Denn die Gesetzeshüter werden in der Praxis niemals überprüfen dürfen, ob jemand einen Radarwarner auf seinem Navi installiert hat. Denn es ist ja denkbar einfach vor einer Polizeikontrolle die SD Karte aus dem Navi zu entfernen und in die Hemdstasche zu stecken. Ist immer wieder das alte Lied. Man sollte nichts unter Strafe stellen was man nicht kontrollieren kann. Außerdem wird uns immer erzählt, dass Blitzer nur der Verkehrssicherheit dienen und nicht zum Abkassieren. Wenn das wirklich so ist, dann dürfte man Radarwarner gar nicht verbieten, denn sie dienen ja dann auch der Verkehrssicherheit, weil man sich dann ja garantiert an die Geschwindigkeitsbeschränkung hält.

  11. Matt
    Am 26. April 2020 um 13:15

    Ich würde sagen, man sollte einfach alle Blitzerapps in “Gefahrenschwerpunktapps” umbenennen. Dann sollte es ja rechtlich wieder ok sein! Nicht? Ach dann liegts doch am Geld.

  12. Frank B.
    Am 14. Februar 2020 um 16:45

    Es gibt auch eine legale Möglichkeit sich über die Standorte von mobilen Radarfallen zu informieren.
    Und zwar per Radio. Denn Radiohören ist erlaubt. So informiert z.B. der MDR bei einigen Sendern, wie z.B. MDR AKTUELL immer nach den Verkehrsmeldungen auch über die aktuellen Stadorte von mobilen Blitzern.
    Eine zweite, kaum bekannte Moglichkeit ist Internet-Radio. Hier mal das BLITZER|o|RADIO für das Bundesland Hessen:
    clubradio.cz:8098
    Wer auf dem Handy über Internet-Radio-Software verfügt, gibt URL und Port direkt ein.
    Alle anderen öffnen den Link im Browser und clicken auf “Listen”. Dann wird die Playlist heruntergeladen und der Player startet.
    Das BLITZER|o|RADIO hat nur 24 Kilobit und läuft auch dann noch, wenn das Highspeed-Guthaben aufgebraucht, und die Drosselung aktiv ist!

  13. Wagner
    Am 1. Januar 2020 um 13:33

    Wie steht es mit Apps von lokalen Radiosendern oder Zeitungen, die keine Akustische Warnmeldung rausgeben und in denen nur steht Blitzer auf der B** zwischen AS BSP2 und AS BSP3 in FR BSP3?

  14. Michaela
    Am 3. September 2018 um 13:15

    Mich würde ja interessieren, wie dann Navigations-Apps mit integrierter Blitzerwarnung bewertet werden. Die von mir favorisierte App hat nämlich nach irgendeinem Update plötzlich eine Warnung gehabt, ohne dass ich das wollte oder bewusst aktiviert hätte. Werde ich jetzt gezwungen, auf ein meiner Meinung nach schlechteres Produkt zu wechseln?

  15. Bärliner66
    Am 3. September 2018 um 10:34

    Bestraft wird doch nur, weil durch das rechtzeitige Erkennen der Blitzer, dem, der die Einnahmen bekommen will, diese entgehen!
    Die Blitzer stehen doch eigentlich von der Sache her dort, wo Gefahrenschwerpunkte sind, so wird es doch von offizieller Seite immer begründet! Andere Gründe würden doch die mehrheitliche Meinung der Autofahrer nur stützen, dass diese Blitzer eine reine Einnahmequelle sind!
    Wenn mich nun eine App oder anderweitige technische Unterstützung, vor diesen sogenannten “Gefahrenschwerpunkten” warnt, dann kann es doch nur im Sinne der Gefahrenabwendung positiv beurteilt werden. Warum dann also diese Bestrafung? Nur weil sich das jemand so ausgedacht hat zu bestrafen?

  16. Andreas J.
    Am 3. September 2018 um 9:03

    Da hab ich ne frage navis gehören auch zu technischen Geräten nach Paragraph 23 Abs. 1c StVO.
    Dan müssten ja auch navis verboten sein???

  17. Gerd Schöne
    Am 11. August 2018 um 7:24

    Ich möchte gern den aktuellen Bußgeldkatalog haben. Danke

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