Blitzer-App: Digitaler Alarm vor Radarfallen fürs Handy

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Ist die Nutzung einer Blitzer-App verboten oder erlaubt?

Meist funktioniert die Blitzer-App nicht ohne Internet.

Meist funktioniert die Blitzer-App nicht ohne Internet.

Mit dem technischen Fortschritt gehen auch neue Möglichkeiten einher. Insbesondere das Smartphone hat sich in den letzten Jahren bis in fast alle Lebensbereiche verbreitet. Die meisten Menschen der Industrienationen besitzen mittlerweile eines der internetfähigen Handys.

Durch sogenannte application software (englisch für Anwendungsprogramm, kurz App) können Nutzer ihr Gerät zudem personalisieren. Spiele, Terminkalender, Wanderwege … für gefühlt alles gibt es mittlerweile eine App, so auch für die Warnung vor einer Radarfalle.

Diese sogenannten Blitzer-Apps warnen während des Autofahrens vor Radargeräten. Doch ein Blitzerwarner, der als App auf dem Smartphone installiert ist, kann ein Risiko sein. Denn in der Regel ist die Blitzer-App nicht legal. Wie funktioniert eine mobile Blitzer-Warn-App? Kann es bereits problematisch sein, eine Blitzer-App zu installieren?

Spezifische Infos zu Blitzer-Apps

Wie funktionieren Blitzer-Apps?

Welche ist die beste Art, die Blitzer-App zu nutzen? Sowohl Akustik als auch visuelle Signale haben Vorteile.

Welche ist die beste Art, die Blitzer-App zu nutzen? Sowohl Akustik als auch visuelle Signale haben Vorteile.

Die herkömmliche Blitzer-App für Android, iOS oder ein anderes Betriebssystem funktionieren meist ähnlich. Beim Installieren gewährt der Nutzer der App die Verwendung der Standortinformation bzw. der GPS-Ortung des Handys. Dadurch kann die App zu jeder Zeit bestimmen, wo sich das Gerät befindet.

Zugleich hat die Blitzer-App offline auf dem Handy, meist jedoch online Zugriff auf eine Datenbank, in der Informationen zu den Standorten von Blitzern in ganz Deutschland gespeichert sind. Die ein oder andere Blitzer-App deckt auch Europa ab.

Nähert sich das Fahrzeug des Smartphone-Besitzers nun einem Radargerät, warnt die App vor dem Blitzer durch

  • akustische Signale,
  • optische Signale oder
  • akustische und optische Signale.

Der Fahrer kann nun die gefahrene Geschwindigkeit kontrollieren und ggf. reduzieren und entgeht so durch die Blitzer-App einer Strafe.

Daher liegt es in der Natur der Sache, dass insbesondere stationäre Blitzer besonders zuverlässig angezeigt werden. Hingegen versagt die gewöhnliche Blitzer-App, wenn mobile Blitzer angezeigt werden sollen.

Nutzung der Blitzer-App in Deutschland: Rechtliche Situation

Ist die Blitzer-App legal oder illegal? Welche Blitzer-App konkret genutzt wird, ist in der Regel ohne Bedeutung, denn § 23 Abs. 1c der Straßenverkehrsordnung besagt:

(1c) Wer ein Fahrzeug führt, darf ein technisches Gerät nicht betreiben oder betriebsbereit mitführen, das dafür bestimmt ist, Verkehrsüberwachungsmaßnahmen anzuzeigen oder zu stören. Das gilt insbesondere für Geräte zur Störung oder Anzeige von Geschwindigkeitsmessungen (Radarwarn- oder Laserstörgeräte).

Smartphones mit Auto-Apps sind normalerweise nicht als technisches Gerät anzusehen, das dafür bestimmt ist, Maßnahmen der Verkehrsüberwachung anzuzeigen. Autofahrer sollten trotzdem davon ausgehen, dass die Nutzung einer App als Blitzerwarner bzw. Radarwarner bei einer Polizeikontrolle zu Problemen führen könnte, denn eine letztinstanzliche Gerichtsentscheidung steht noch aus.

Allerdings entschieden beispielsweise sowohl das Oberlandesgericht (OLG) Celle als auch das OLG Rostock, dass Blitzer-Apps als illegal zu bewerten seien (Az. 2 Ss OWi 313/15 sowie Az. 21 Ss OWi 38/17).
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Bußgeld für die Blitzer-App auf dem Handy

Die Nutzung einer Blitzer-App kann teuer werden.

Die Nutzung einer Blitzer-App kann teuer werden.

Polizeibeamte dürften normalerweise nicht ohne Weiteres das Handy eines Verkehrsteilnehmers beschlagnahmen oder durchsuchen. Daher ist die Entdeckung bspw. einer iOS- oder Android-Blitzer-App auf dem Smartphone wohl eher selten.

Kommt es dennoch dazu, dass Kfz-Führer bei der Nutzung einer Blitzermelder-App erwischt werden, kann dies sowohl ein Bußgeld als auch einen Punkteeintrag in Flensburg zur Folge haben. Folgende Strafe für eine Blitzer-App ist möglich:

  • Bußgeld von bis zu 75 Euro,
  • ein Punkt im Fahreignungsregister.
Welche Blitzer-App Sie nutzen, ist unerheblich. Die beste Methode, sich vor den Bußen zu schützen, ist keine App zu nutzen. Die reine Installation an sich ohne Nutzung ist jedoch normalerweise noch nicht verboten.
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4 Kommentare

  1. Gerd Schöne sagt:

    Ich möchte gern den aktuellen Bußgeldkatalog haben. Danke

  2. Andreas J. sagt:

    Da hab ich ne frage navis gehören auch zu technischen Geräten nach Paragraph 23 Abs. 1c StVO.
    Dan müssten ja auch navis verboten sein???

  3. Bärliner66 sagt:

    Bestraft wird doch nur, weil durch das rechtzeitige Erkennen der Blitzer, dem, der die Einnahmen bekommen will, diese entgehen!
    Die Blitzer stehen doch eigentlich von der Sache her dort, wo Gefahrenschwerpunkte sind, so wird es doch von offizieller Seite immer begründet! Andere Gründe würden doch die mehrheitliche Meinung der Autofahrer nur stützen, dass diese Blitzer eine reine Einnahmequelle sind!
    Wenn mich nun eine App oder anderweitige technische Unterstützung, vor diesen sogenannten „Gefahrenschwerpunkten“ warnt, dann kann es doch nur im Sinne der Gefahrenabwendung positiv beurteilt werden. Warum dann also diese Bestrafung? Nur weil sich das jemand so ausgedacht hat zu bestrafen?

  4. Michaela sagt:

    Mich würde ja interessieren, wie dann Navigations-Apps mit integrierter Blitzerwarnung bewertet werden. Die von mir favorisierte App hat nämlich nach irgendeinem Update plötzlich eine Warnung gehabt, ohne dass ich das wollte oder bewusst aktiviert hätte. Werde ich jetzt gezwungen, auf ein meiner Meinung nach schlechteres Produkt zu wechseln?

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