Autofahren in Russland: Am Steuer im Land der Zaren

Von Nicole, letzte Aktualisierung am: 26. August 2019

Russland mit dem Auto erkunden

Für Einheimische sind die Verkehrsregeln beim Autofahren in Russland nicht selten Auslegungssache.

Für Einheimische sind die Verkehrsregeln beim Autofahren in Russland nicht selten Auslegungs­sache.

Bei Russland handelt es sich um den flächenmäßig größten Staat der Erde. Um in diesem die verschiedenen Ortschaften und Städte miteinander zu verbinden, bedarf es daher ein riesiges Streckennetz, welches rund 1.145.000 km umfasst.

Wer sich allerdings zum Autofahren in Russland entschließt, sollte sich vor allem außerhalb der großen Städte auf den häufig schlechten Zustand der Straßen einstellen. Zudem kann auch die Fahrweise der Russen für Urlauber eine ganz besondere Herausforderung darstellen.

Doch worauf müssen Sie sich einstellen, wenn Sie mit einem Auto durch Russland fahren wollen? Dürfen Sie Radarwarner und Dashcams verwenden? Und welche Mentalität legen die Einheimischen beim Autofahren in Russland an den Tag? Antworten auf diese und weitere Fragen liefert der nachfolgende Ratgeber.

In Russland Autofahren: Verkehrsregeln als Vorschläge?

Die Teilnahme am öffentlichen Straßenverkehr unterliegt auch in Russland verschiedensten Verkehrsregeln. Allerdings heißt es gemeinhin, dass die russische Bevölkerung die geltenden Vorschriften teilweise etwas frei auslegt und mitunter das Recht des Stärkeren bzw. des größeren Fahrzeugs gilt.

So werden beim Autofahren in Russland die geltenden Tempolimits häufig überschritten. Dies lässt sich vor allem darauf zurückführen, dass Sanktionen teilweise erst ab einer Geschwindigkeitsüberschreitung von mehr als 20 km/h drohen.

Auch der Einsatz des Blinkers, um Richtungswechsel anzukündigen, erfolgt im Land der Zaren eher sporadisch. Daher sollten sich Autofahrer zu jeder Zeit darauf einstellen, dass Fahrzeug ohne Vorwarnung ein- oder ausscheren.

Gerade in großen Städten stößt das Straßennetz regelmäßig an seine Grenzen, weshalb Sie dort sehr häufig mit Staus rechnen müssen. Daher gilt es beim Autofahren in Russland die Ruhe zu bewahren und die notwendige Fahrzeit großzügig zu berechnen.

Auch wenn Sie in Russland mit einem Auto fahren, um Land und Leute kennenzulernen, sollten Sie Ihre Fahrweise nicht an die Einheimischen anpassen. Denn gerade Ausländer müssen bei Verstößen gegen die Verkehrsregeln mit Sanktionen rechnen. Beachten Sie dabei, dass es grundsätzlich nicht gestattet ist, Bußgelder direkt bei einem Polizisten in bar zu begleichen.

Elektronik an Bord: Was ist beim Autofahren in Russland erlaubt?

In Russland wird ein Auto in der Regel mit einer Dashcam und einem Navi ausgestattet.

In Russland wird ein Auto in der Regel mit einer Dashcam und einem Navi ausgestattet.

Es zeigt sich also, dass das Autofahren in Russland durchaus ein gefährliches Unterfangen sein kann. Daher nutzen viele Russen Dashcams, um bei einem Verkehrsunfall nicht auf die – unter Umständen durch Korruption beeinflusste – Einschätzung der Polizisten vertrauen zu müssen. Denn mithilfe des Videobeweises lassen sich nicht selten Aussagen zur Schuldfrage treffen.

In Deutschland ist der Einsatz dieser Kameras vor allem aus Gründen des Datenschutzes umstritten, wohingegen sie in Russland zur Grundausstattung des Fahrzeugs gehören. Daher sollten sich Urlauber gerade während eines längeren Aufenthalts überleben, ob solch eine Anschaffung für die Reise sinnvoll ist.

Um möglichen Sanktionen wegen einer Geschwindigkeitsübertretung aus dem Weg zu gehen, kommen häufig Radarwarner zum Einsatz. Diese sind laut geltender Vorschriften aber auch in Russland untersagt. Daher ist von der Anschaffung und Verwendung abzuraten.

Nicht zuletzt ist beim Autofahren in Russland auch das Handy beiseite zu legen. Denn das Telefonieren am Steuer ist ausschließlich unter der Verwendung einer Freisprechanlage gestattet.

Autofahren in Russland ist nur mit deutschem Führerschein nicht erlaubt. Stattdessen benötigen deutsche Staatsbürger einen internationalen Führerschein. Zudem ist ein Visum vorgeschrieben. Reisen Sie als sogenannter „Autotourist“ ein, sind Angaben zum eigenen Auto zu machen. Dabei handelt es sich um das amtliche Kennzeichen, das Modell und die Farbe des Fahrzeugs.
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