Wann ist arglistige Täuschung beim Autokauf gegeben?

Müssen Käufer die arglistige Täuschung beim Autokauf beweisen?

Arglistige Täuschung beim Autokauf: Der Händler muss darauf hinweisen, wenn keine Untersuchung auf Unfallschäden stattfand.

Arglistige Täuschung beim Autokauf: Der Händler muss darauf hinweisen, wenn keine Untersuchung auf Unfallschäden stattfand.

Rund um das Vertragsrecht beim Autokauf bestehen für die meisten Laien viele Fragen. Kommt es beim oder nach dem Erwerb eines Fahrzeugs zu Schwierigkeiten, wissen sie zunächst nicht, welche Rechte sie haben und wie sie vorgehen können.

Weit verbreitet ist die Annahme, dass ein allgemeines Widerrufs- oder Rücktrittsrecht beim Kfz-Kauf besteht. Hierbei handelt es sich jedoch um einen Irrtum. Ein Recht auf die Anfechtung des Kaufvertrags besteht unter anderem nur, wenn sie dem Verkäufer arglistige Täuschung nachweisen können.

Wann genau handelt es sich jedoch um arglistige Täuschung beim Autokauf? Bei wem liegt die Beweispflicht? Was können Käufer unternehmen, wenn ihnen falsche Informationen über das Fahrzeug mitgeteilt wurden? Erfahren Sie hier mehr rund um dieses Thema.

Autokauf: Was ist arglistige Täuschung?

Grundsätzlich ist mit dem Begriff der Arglist zunächst eine vorsätzliche Handlung gemeint. Wie lässt sich nun aber die arglistige Täuschung beim Autokauf genau definieren? Allgemein lässt sich sagen, dass immer dann von einer Täuschung gesprochen werden kann, wenn wahre Tatsachen vertuscht oder falsche Informationen weitergegeben werden. Der Verkäufer handelt also aus dem Bewusstsein heraus, dass sein Tun die Kaufentscheidung des Interessenten positiv beeinflusst.

Der Verkäufer muss sowohl auf Ihre Fragen wahrheitsgemäß antworten als auch selbstständig auf einen wichtigen Mangel am Gebrauchtwagen hinweisen. Unter anderem muss er Sie über die folgenden Tatsachen aufklären:

  • Der Gebrauchtwagen hat einen Unfallschaden.
  • Das Fahrzeug wurde von einem Zwischenhändler gekauft.
  • Wurde das Fahrzeug im Vorhinein nicht auf Unfallschäden untersucht, muss ein gewerblicher Verkäufer Sie darauf hinweisen.
  • Auch ein manipulierter Tacho kann ein Grund sein.
Viele Betroffene fragen sich, ob sie, wenn sie eine arglistige Täuschung beim Autokauf feststellen, bestimmte Fristen einhalten müssen. Natürlich sollte dies dem Verkäufer zeitnah mitgeteilt werden, eine gesetzlich festgelegte Frist besteht jedoch nicht. Bedenken Sie außerdem: Je länger der Kauf zurückliegt, umso schwieriger wird die Beweisführung.

Was können Sie unternehmen, wenn Sie ein Opfer arglistiger Täuschung geworden sind?

Die arglistige Täuschung beim Autokauf ist meist schwer nachzuweisen. Ein Rechtsanwalt hilft weiter.

Die arglistige Täuschung beim Autokauf ist meist schwer nachzuweisen. Ein Rechtsanwalt hilft weiter.

Im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) sind die grundsätzlichen Regeln des deutschen Privatrechts festgelegt.

Dort finden sich beispielsweise Gesetze rund um verpflichtende Verträge. § 123 Abs. 1 BGB besagt, dass eine Willenserklärung dann anfechtbar ist, wenn diese durch arglistige Täuschung zustande kam.

Dementsprechend haben Sie in einer solchen Situation das Recht dazu, den Kaufvertrag anzufechten. Dies gilt auch, wenn es sich um arglistige Täuschung beim Autokauf von privat handelt und im Vertrag ein Haftungsausschluss festgelegt wurde.

Sie müssen dann das Auto an den Verkäufer zurückgeben und bekommen im Gegenzug den Kaufpreis inklusive Zinsen erstattet.

Wer muss die arglistige Täuschung beim Autokauf beweisen?

Die Beweispflicht liegt beim Käufer. Leider ist es oftmals schwierig, eine Pflichtverletzung des Verkäufers nachzuweisen, auch wenn ein Zeuge bei den Vertragsverhandlungen anwesend war. Bei rechtlichen Problemen hilft ein Fachanwalt für Verkehrsrecht, der auch auf das Verkehrsvertragsrecht spezialisiert ist, weiter.

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