Wann ist ein beschädigtes Auto als ein Unfallwagen zu deklarieren?

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Ist Ihr Unfallfahrzeug von einer Wertminderung betroffen?

Wann genau ist ein Auto ein Unfallwagen? Das lesen Sie hier in unserem Ratgeber!

Wann genau ist ein Auto ein Unfallwagen? Das lesen Sie hier in unserem Ratgeber!

Wenn Sie im Straßenverkehr mit einem anderen Fahrzeug kollidiert sind, hat Ihr Auto sicher den ein oder anderen Schaden davongetragen. Das reißt normalerweise kein Loch in Ihr Budget, wenn Ihre Kaskoversicherung beziehungsweise die Haftpflichtversicherung des Unfallgegners für die Reparatur der Unfallschäden aufkommt. Einen neuen Wagen müssen Sie nur finanzieren, wenn es sich um einen Totalschaden handelt.

Eine Reparatur kann dafür sorgen, dass der Wagen wieder voll funktioniert und auf den ersten Blick ordentlich aussieht. Doch was ist, wenn Sie das Fahrzeug eines Tages verkaufen wollen? Sie machen sich Sorgen darüber, dass Sie für es weniger Geld bekommen, weil es einst in einen Unfall verwickelt war.

Ab wann ist ein beschädigtes Auto als ein Unfallwagen anzusehen, der beim Verkauf geringere Erlöse bringt als ein vergleichbarer Gebrauchtwagen? Was ist ein Unfallwagen auf dem Gebrauchtwagenmarkt wert und welche Urteile fällten deutsche Gerichte zu diesem Thema? Das erfahren Sie in unserem Ratgeber.

Ab wann ist ein Auto ein Unfallwagen? Mögliche Definition

Ab wann ist ein Auto als ein Unfallwagen zu deklarieren? Wann ist es unfallfrei?

Ab wann ist ein Auto ein Unfallwagen? Wann gilt ein Fahrzeug als unfallfrei?

„Wann ist ein beschädigtes Auto ein Unfallwagen?“ fragen Sie sich, wenn Ihr Fahrzeug in einen Unfall verwickelt war und Sie es eines Tages für möglichst viel Geld verkaufen wollen. Dazu gibt es zwei verschiedene Ansichten:

  • Nach grober Definition ist ein Unfallfahrzeug jeder Wagen, der mindestens einmal durch äußere Einwirkung beschädigt worden ist, unabhängig davon, wie groß der Schaden ausfällt. Solche Fahrzeuge werden auch als „nicht unfallfrei“ bezeichnet.
  • In der Praxis jedoch wird eine genauere Definition für einen Unfallwagen verwendet, nach der es sich nur dann um ein Unfallfahrzeug handelt, wenn der erlittene Schaden über ein bestimmtes Maß hinausgeht. Dabei ist es möglich, dass ein Fahrzeug bei kleinen Schäden zwar nicht unfallfrei ist, jedoch noch nicht als Unfallwagen gilt.
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Was ist ein relevanter Unfallschaden?

Diese Frage klärte unter anderem der Bundesgerichtshof (BGH) in einem Urteil vom 10.10.2007 (VII ZR 330/06). Demnach muss ein Autoverkäufer potenzielle Käufer über jeden Unfallschaden aufklären, der über einen „Bagatellschaden“ hinausgeht. Bagatellschäden sind nach Ansicht des BGH nur „ganz geringfügige, äußere (Lack-)Schäden“. Mit solchen Schäden müsse der Käufer eines Gebrauchtwagens rechnen und diese hinnehmen, weshalb sie nicht mitteilungspflichtig seien.

Wann genau es sich um einen Unfallwagen handelt, hängt also davon ab, ob ein Unfallschaden als unüblich angesehen wird oder nicht. Ein mitteilungspflichtiger Unfallschaden nach BGH-Definition liegt bereits dann vor, wenn ein Auto bei einem Unfall Blechschäden davongetragen hat, auch wenn diese noch so gering sind. Dabei spielt es keine Rolle, ob diese Schäden fachgerecht repariert wurden oder nicht. Sie gelten in jedem Fall als ein Sachmangel nach § 434 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB), der möglichen Käufern bekannt gemacht werden muss und zur Wertminderung führen kann.

Das Urteil des BGH gilt derzeit als Richtlinie, um die Frage: „Wann ist ein beschädigtes Auto als ein Unfallwagen zu deklarieren?“ für konkrete Fälle zu beantworten. Aber auch andere Gerichte in Deutschland fällten zu dieser Frage Urteile, welche im letzten Abschnitt zusammengefasst sind.

Die rechtliche Grundlage für die Definition von einem Unfallschaden ist der § 434 des BGB zum Thema „Sachmangel“. Laut § 434 Absatz 1 Satz 2 Nummer 2 BGB ist eine Ware dann frei von Sachmängeln, wenn sie sich für die „gewöhnliche Verwendung eignet“ und eine „Beschaffenheit aufweist“, welche bei vergleichbaren Waren als üblich gilt.

Ab wann muss ein Wagen als Unfallwagen deklariert werden?

Nach einer Kollision fragen sich viele Leute: „Wann ist ein Auto ein Unfallwagen?“

Nach einer Kollision fragen sich viele Leute: „Wann ist ein Auto als ein Unfallwagen zu bezeichnen?“

Wenn Sie Ihr Fahrzeug verkaufen wollen, obwohl dieses einen Unfall hatte, müssen Sie aufpassen, dass Sie keinen Unfallschaden verschweigen. Zwischen einem üblichen Bagatellschaden und einem meldepflichtigen Unfallschaden liegt oft ein schmaler Grat.

Ob Sie den Begriff Unfallwagen verwenden müssen, entscheidet über den Preis, den Sie mit dem Fahrzeug erzielen können. Das Stigma „Unfallfahrzeug“ sorgt dafür, dass ein Verkäufer für das Auto nur noch einen Bruchteil vom Preis eines vergleichbaren Fahrzeuges ohne dunkle Vergangenheit verlangen kann.

Die Frage „Wann ist ein bereits beschädigtes Auto als ein Unfallwagen zu deklarieren?“ kann Ihnen oft nur ein Experte beantworten, der sich mit dem Verkauf von gebrauchten Autos auskennt. Ein seriöser Gebrauchtwagenhändler kann entscheiden, welche Unfallschäden er potenziellen Kunden ungefragt mitteilen muss und welchen Preis er für Ihr Auto verlangen kann.

Ein Unfallwagen wird Ihnen weniger Geld einbringen als ein Fahrzeug ohne größere Schäden. Von daher können Sie den Betrag, den Ihr Auto nach einem Unfall weniger wert ist, ebenfalls als Schadenersatz von dem Verursacher der Kollision fordern. Diese Wertminderung nennt sich merkantiler Minderwert.

Auch wenn ein Gebrauchtwagen den Titel „unfallfrei“ führen darf, heißt das nicht, dass er frei von jeglichen Schäden und Reparaturen ist. Es kann sein, dass das Fahrzeug von Rost befallen ist oder mit mehreren Jahren auf der Felge unter normalem Verschleiß leidet. So etwas gilt nicht als Unfallschaden.

Was passiert, wenn ein Gebrauchtwagen nicht als Unfallfahrzeug deklariert wird?

Die wichtige Frage bei einem Unfallwagen ist: Ab wann muss der Verkäufer dem Kunden von dem Unfall erzählen?

Die wichtige Frage bei einem Unfallwagen ist: Ab wann muss der Verkäufer dem Kunden von dem Unfall erzählen?

Haben Sie oder Ihr Gebrauchtwagenhändler es versäumt, ein Unfallfahrzeug trotz erheblicher Schäden als ein solches auszuweisen, darf der Käufer auch dann vom Kauf zurücktreten, wenn er bereits einen entsprechenden Vertrag unterschrieben hat. Dies gilt selbst dann, wenn im Vertrag jede Gewährleistung ausgeschlossen ist.

Es kann nämlich sein, dass der Käufer von einem Unfallschaden erst dann erfährt, wenn er den Wagen in einer Werkstatt untersuchen lässt. Dann kann er nachträglich vom Verkäufer Schadensersatz fordern oder veranlassen, dass dieser den Wagen gegen den Kaufpreis wieder zurücknehmen muss. Wenn ein Unfallschaden absichtlich verschwiegen wurde, ist es sogar möglich, den Verkäufer wegen Betrugsversuchs anzuzeigen.

Was ist ein relevanter Unfallschaden nach Ansicht der Rechtsprechung?

Mehrere Gerichte widmeten sich während der letzten Jahre in Deutschland der Frage: „Ab wann ist ein beschädigtes Auto als ein Unfallwagen zu deklarieren?“ Hier finden Sie die wichtigsten Urteile dazu:

DatumGerichtUrteilArt des SchadensUnfallwagen?
15.12.2014Oberlandesgericht HammI-2 U 97/14Fachmännisch nachlackierte Beschädigung des Lacksnein
26.6.2008Oberlandesgericht Brandenburg12 U 236/07Großflächige und tiefe Eindellung an rechter Schiebetürja
10.10.2007BundesgerichtshofVII ZR 330/06Karosserieschaden an Tür und hinterem Seitenteil, unfachmännisch repariertja (wegen entstandenem Schaden, nicht wegen schlechter Reparatur)
1.2.2005Landgericht Karlsruhe8 O 614/04Seitenwand hinten links ersetzt und linke Vordertür neu lackiertja
17.12.2003Oberlandesgericht Rostock6 U 227/02Zwei Kotflügel (vorne und hinten rechts) ausgetauscht und neu lackiertja

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