Das VW-Software-Update im Detail: Was bewirkt das Update genau?

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Schluss mit schmutzig? Dank Software-Update sollen VW-Autos sauberer werden

Nach dem Abgas-Skandal führt VW ein Software-Update bei den betroffenen Autos durch.

Nach dem Abgas-Skandal führt VW ein Software-Update bei den betroffenen Autos durch.

Der Abgas-Skandal betrifft allein in Deutschland 2,8 Millionen Autos. Der Volkswagen-Konzern manipulierte die Software der Kfz so, dass diese lediglich auf dem Prüfstand niedrige Abgaswerte ausstoßen. Ein von VW konzipiertes Software-Update soll die Manipulation rückgängig machen und dafür sorgen, dass die betroffenen Autos dauerhaft sauber fahren.

Doch was passiert eigentlich, wenn das vom Konzern Volkswagen entwickelte Software-Update aufgespielt wird? Welche Folgen können eintreten? Und muss die Software überhaupt aktualisiert werden?

Im Folgenden erfahren Sie, ob Ihr betroffener VW-Diesel zwingend dem Software-Update unterzogen werden muss und welche Vor- und Nachteile sich aus der Umrüstung ergeben.

Spezifische Ratgeber zum Software-Update

Funktionsweise des Updates: Das soll die neue Software leisten

Beim VW-Software-Update werden die Kosten vom Konzern getragen.

Beim VW-Software-Update werden die Kosten vom Konzern getragen.

Um die Emissionswerte von Autos zu verringern, müssen die Abgase „rückgeführt“ werden, also ganz oder teilweise erneut dem Verbrennungsprozess unterzogen werden. Was bedeutet das? Im Verbrennungsraum des Motors werden Diesel und Sauerstoff eingeführt.

Durch die Verbrennung des Kraftstoffs entstehen Abgase – unter anderem Stickoxid. Diese werden nicht sofort in die Umwelt entlassen, sondern teilweise zurück in den Verbrennungsraum geführt.

Dies reduziert den Sauerstoffanteil und führt – vereinfacht gesagt – zu einer Verminderung des Stickoxid-Ausstoßes. Die in den manipulierten Dieselautos eingesetzte Software definierte zwei Modi der Abgasrückführung:

  1. Der „Modus 0“ war für den Straßenbetrieb gedacht. In dieser Einstellung werden die Abgase nur in geringem Maße rückgeführt und somit stark stickoxidlastige Abgase abgeführt.
  2. Der „Modus 1“ ist hingegen für den Prüfstand relevant: Hierbei erhöht sich die Rückführungsrate, sodass weniger Stickoxide ausgestoßen werden.
Was setzte die Umschaltung in Gang? Auf dem Prüfstand wird stets unter bestimmten Bedingungen geprüft. Die Software ist so programmiert, bei diesen Voraussetzungen vom Modus 0 in den Modus 1 zu wechseln. Es ist daher von einer „Umschalt-Software“ die Rede.

Das von VW entwickelte Software-Update verhindert die Umschaltung und zwingt den Wagen gewissermaßen, stets im Modus 1 – dem sauberen Modus – zu fahren.

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Stickoxide vs. Rußpartikel: In der Zwickmühle

Bei Autos sind unter anderem zwei Arten von Emissionen relevant: Stickoxide und Rußpartikel. Je mehr Abgase rückgeführt werden, desto weniger Stickoxide stößt der Wagen aus – doch umso höher ist der Rußpartikel-Ausstoß. Im Modus 0 stößt ein manipulierter Diesel also nur sehr wenige Rußpartikel aus.

Es gilt also, einen Mittelweg zwischen geringen Stickoxidwerten und niedrigen Rußpartikelausstößen zu erreichen. Laut VW gelingt dem Software-Update genau dieser Spagat:

Unter Optimierung des betriebspunktabhängigen Einspritzdruckes und der Abgasrückführrate kommt es nun in der Teillast zu einer zusätzlichen angelagerten Nacheinspritzung. Durch diese Strategie kann die emittierte Rußmasse ohne NOx-Nachteil gesenkt werden, was zu einer Verbesserung der NOx-Partikel-Trade-off-Kurve führt.“ (VW-Presseabteilung)

Das bedeutet aber auch, dass der Rußpartikelfilter mit höheren Ausstößen konfrontiert ist, als ursprünglich vorgesehen.

VW-Software-Update: Das passiert in der Werkstatt mit den Autos der VW-Kunden

Beim VW-Passat reicht das Software-Update nicht immer aus: Ein Teil muss zusätzlich eingebaut werden.

Beim VW-Passat reicht das Software-Update nicht immer aus: Ein Teil muss zusätzlich eingebaut werden.

Sie sind von dem Abgas-Skandal betroffen und möchten an der Rückrufaktion teilnehmen? Diese Maßnahmen werden an Ihrem Fahrzeug in der Werkstatt ergriffen:

  • Motoren 1.2 TDI und 2.0 TDI: Lediglich das Update wird aufgespielt.
  • Motor 1.6 TDI: Das Software-Update wird aufgespielt. Zusätzlich wird ein Luftmassenmesser im Motor eingesetzt.

So muss beispielsweise bei dem Modell VW-Tiguan nur das Software-Update eingespielt werden, da der Wagen stets mit einem 2.0-TDI-Motor ausgestattet. Ein Passat kann hingegen sowohl ein 2.0- als auch ein 1.6-Motor enthalten.

Bei einer reinen Einspielung des Updates müssen Betroffene mit einer Wartezeit von 30 Minuten rechnen – kommt der Einbau des Luftmassenmessers hinzu, verdoppelt sich die Zeit.

Besteht für betroffene Kunden ein Zwang, das VW-Software-Update ausführen zu lassen?

Trotz zahlreicher drängender Briefe und Aussagen von Werkstätten, dem VW-Konzern oder Hauptuntersuchungsstätten besteht kein Zwang, einen betroffenen Diesel umrüsten zu lassen. Verzichten Sie auf das Update, riskieren Sie allerdings:

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Führen Kunden hingegen das von VW erstellte Software-Update an Ihrem Diesel durch, verlieren sie dadurch einige Ansprüche gegen den Konzern. Grundsätzlich sind diese Optionen möglich:

  1. Nacherfüllung: Hiermit ist das Softare-Update gemeint.
  2. Rücktritt vom Kaufvertrag: Diese Möglichkeit besteht nur, wenn die Nachbesserung nicht innerhalb einer angemessenen Frist erfolgt.
  3. Rückwirkende Minderung des Kaufpreises: Alternativ zum Rücktritt vom Vertrag ist es unter denselben Umständen für Kunden möglich, den Kaufpreis aufgrund der Wertminderung des Wagens zu mindern.
  4. Schadensersatz: Liegt ein bezifferbarer Schaden vor – etwa eine Höherstufung in der Steuer oder der Verlust der Umweltplakette – können Betroffene von VW Schadensersatz fordern.

Die Gewährleistungsansprüche sind in der Regel verwirkt, wenn betroffene Autobesitzer das VW-Software-Update durchführen lassen. Weiterhin ist ungeklärt, inwieweit sich das Update auf die Umweltplakette des Autos auswirkt. Diese wird nämlich je nach Rußpartikelaustoß vergeben.

Um zu verhindern, dass sich Ihnen der Klageweg verschließt, sollte die ausführende Werkstatt schriftlich bestätigen, dass die Nachrüstarbeiten VW zugerechnet werden und dass die Einspielung des Software-Updates nicht negativ bei der Geltendmachung von Gewährleistungsansprüchen ausgelegt wird.

Nach dem VW-Software-Update eine negative Auswirkung bemerkt?

Ein höherer Verbrauch kann nach dem VW-Software-Update als negative Auswirkung folgen.

Ein höherer Verbrauch kann nach dem VW-Software-Update als negative Auswirkung folgen.

Die EU-Kommission und der VW-Konzern einigten sich Anfang Juni 2017 darauf, eine Art „Extra-Garantie“ nach der Umrüstung der betroffenen Autos zu gewähren.

Das bedeutet, dass Schäden, welche bis zu zwei Jahre nach der Einspielung des Software-Updates aufgrund der Nachrüstung auftreten, kostenlos von VW repariert werden.

Jedoch verkündete VW zeitgleich, es seien dem Konzern keinerlei Probleme bekannt, welche aufgrund des Updates erfolgten.

Demgegenüber steht jedoch die Zusage VWs, bei bestimmten betroffenen Autos in den USA ab 2018 neue Dieselpartikelfilter, NOx-Speicherkatalysatoren und Teile des SCR-Systems kostenlos auszutauschen.

Folgende Probleme sind in Europa infolge des Updates bekannt:

  • Höherer Verbrauch
  • “Ruckeln“ des Motors
  • Störungen/Verstopfungen an den AGR-Ventilen (Abgas-Rückführungsventile)
  • Schnellerer Verschleiß des Rußpartikelfilters.
Doch auch das Gegenteil kann erfolgen: Manchen Testläufen zufolge verbesserten sich die Eigenschaften der betroffenen Autos.
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VW-Software-Update durchführen lassen oder nicht? Fazit: Alle Auswirkungen im Überblick

 Update durchgeführtUpdate nicht durchgeführt
BetriebserlaubnisBleibt erhaltenKann erlöschen
TÜVKeine Auswirkungen *Möglicher Grund, den TÜV nicht zu bestehen
Mängel­gewährleistungsansprücheVerwirkt **Bleiben bestehen
Leistung/Verbrauch/TeileverschleißMögliche negative AuswirkungenGleichbleibend
Stickoxid-AusstoßVoraussichtlich innerhalb des gesetzlichen RahmensZu hoch
Rußpartikel-AusstoßErhöht – mögliche negative Auswirkung auf den Rußpartikelfilter und die UmweltplaketteGleichbleibend – innerhalb des gesetzlichen Rahmens

*Für Fahrzeuge mit Euro-4 oder Euro-5-Plaketten kann der erhöhte Rußpartikelausstoß zum Verhängnis werden, da in diesen Klassen eine Abgastrübungsmessung vorgenommen wird.

**Gemäß der Verbraucherzentrale behalten Sie Ihre Ansprüche bei, wenn Sie die Umrüstung nur dann durchführen lassen, wenn die ausführende Werkstatt schriftlich bestätigt, die Reparatur VW zuzurechnen.

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