Schmerzensgeld: Dauer der Auszahlung - Unfall 2018

Schmerzensgeld: Wenn die Dauer der Auszahlung verzögert wird

Überzieht eine Versicherung beim Schmerzensgeld die Dauer der Auszahlung, kann das Konsequenzen haben.

Überzieht eine Versicherung beim Schmerzensgeld die Dauer der Auszahlung, kann das Konsequenzen haben.

Beim Schmerzensgeld darf die Dauer der Auszahlung nicht wesentlich hinausgeschoben werden

Wie lange dauert es, bis man Schmerzensgeld bekommt? Diese Frage stellt sich wohl jeder, der nach einem Unfall mit dem Auto, einer Körperverletzung, einer Beleidigung oder Ähnlichem einen Schadenersatz beantragt hat.

Denn oftmals lassen sich die gegnerischen Versicherungen oder der Schädiger zum Beispiel bei einem Autounfall allzu viel Zeit und ziehen beim Schmerzensgeld die Dauer der Auszahlung vom geforderten Geld in unnötige Länge. Das schmerzt dann doppelt, wollen die meisten Betroffenen einen solchen Fall doch schnellstmöglich abschließen und nicht Wochen oder Monate auf ihren Anspruch verzichten.

Kann ein Verletzter gegen solche Verzögerungstaktiken vorgehen? Im folgenden Ratgeber finden Sie die Antwort auf diese Frage und Sie erfahren, was es beim Schmerzensgeld für die Dauer der Auszahlung zu beachten gilt.

Wie lange muss der Anspruchsteller warten?

Bei einem Autounfall vollziehen sich die Schadensregulierungsvorgänge in einem langwierigen Prozess. Wenn ein Opfer dann auch noch Schmerzensgeld wegen erlittener Verletzungen fordert, dauert es oft lange Zeit , bis die Leistungspflicht gegen einen Dritten durch dessen Versicherung tatsächlich durchgesetzt wird. In einem solchen Fall kann ein Anwalt Hilfe leisten und den Geschädigten bei der Geltendmachung seines Anspruchs unterstützen.

Verzögerungen, die vorsätzlich verursacht werden, können geahndet werden. Denn die sogenannte Regulierungsverzögerung hat unter Umständen schmerzgelderhöhende Folgen.
Beim Schmerzensgeld hängt die Dauer der Auszahlung von der Prüffrist ab.

Beim Schmerzensgeld hängt die Dauer der Auszahlung von der Prüffrist ab.

Bevor jedoch der Betroffene allzu voreilige Maßnahmen trifft, gilt es, die prinzipielle Prüffrist zu berücksichtigen. Diese erstreckt sich in der Regel über vier bis sechs Wochen und gewährt der Versicherung Zeit, den immateriellen Schaden hinsichtlich der Grundlage sowie der geforderten Höhe zu prüfen.

Wann Schmerzensgeld zu zahlen ist, bemisst sich entsprechend der Zeitspanne, innerhalb derer die notwendigen Erhebungen zuim betreffenden Autounfall stattfinden.

Erst wenn diese beendet sind, wird die Forderung fällig und beim Schmerzensgeld darf die Dauer der Auszahlung nicht weiter unnötig hinausgezögert werden. Denn wenn die Prüffrist überschritten wird, liegt unter Umständen ein verzugsbegründetes Verschulden vor, welches gerichtlich sanktionierbar ist.

In Frage kommt hier eine Pflicht zur Zahlung des dadurch entstandenen Verzugsschadens. Bevor allerdings eine gerichtliche Ahndung stattfinden kann, muss eine Mahnung zur Leistungserfüllung ergehen. Spätestens in einem solchen Fall ist die Hilfe durch einen Anwalt erforderlich. Die Kosten, die dafür entstehen, dass der Anwalt die Leistungspflicht anmahnt, fließen dann in den Verzugsschaden ein.

Regulierungsverzögerung vom Schmerzensgeld: Die Dauer der Auszahlung wird willentlich verschoben

Eine Regulierungsverzögerung liegt üblicherweise vor wenn:

  • die Haftungsfrage nach einem Unfall mit dem Auto infolge von Alkohol oder Drogen oder einer Schlägerei eindeutig ermittelt worden ist und
  • der Antrag des Antragstellers keine unverhältnismäßige Höhe aufweist
Zieht ein Schädiger oder eine Versicherung beim Schmerzensgeld die Dauer der Auszahlung entgegen Treu und Glauben in die Länge, kann das Gericht eine – im Vergleich zur ursprünglich geforderten Summe des Schmerzensgeldes – erhöhte Summe anordnen. Diese Erhöhung kann dabei bis zu 20 Prozent betragen, sich also für den Zahlungspflichtigen und Verursacher vom Unfall durchaus empfindlich auswirken.
Wird beim Schmerzensgeld die Dauer der Auszahlung vorsätzlich verschoben, kann die Summe erhöht werden.

Wird beim Schmerzensgeld die Dauer der Auszahlung vorsätzlich verschoben, kann die Summe erhöht werden.

Gerechtfertigt wird diese Form der Sanktionierung mittels der Genugtuungsfunktion. Ein willentlicher Aufschub würde dem Bedürfnis nach Aussöhnung erheblich zuwiderlaufen.

Des Weiteren wird in entsprechenden Entscheidungen über eine Erhöhung vom Schmerzensgeld wegen überlanger Dauer der Auszahlung damit argumentiert, dass die Ungewissheit darüber, wann der immaterielle Schadenersatz letztlich gezahlt wird, eine erhebliche emotionale Beeinträchtigung darstellen kann.

Unter Umständen entfaltet diese dann zusätzlich schadenersatzpflichtige Wirkung, die Sie gemeinsam mit Ihrem Anwalt geltend machen können. Bei weiteren Fragen, die diesen zusätzlichen Schaden betreffen, wird Ihnen Ihr Anwalt mit den passenden Antworten zur Seite stehen.

Zudem spielt die strafende Komponente des Schmerzensgeldes hinsichtlich des präventiven Charakters eine wichtige Rolle. Eine Erhöhung der Schmerzensgeldsumme soll demnach einen allgemeingültigen abschreckenden Zweck erfüllen.

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