Sammelklage gegen Audi in Deutschland – Ist das möglich?

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Welche Möglichkeiten haben Kunden, um mit einer Klage gegen Audi, Volkswagen & Co vorzugehen?

Gegen Audi vorgehen: Eine Sammelklage nach dem Diesel-Skandal ist in Deutschland nur über Umwege möglich.

Gegen Audi vorgehen: Eine Sammelklage nach dem Diesel-Skandal ist in Deutschland nur über Umwege möglich.

Das Volkswagen-Dieselgate, von dem auch die Tochterunternehmen Audi, Seat und Škoda betroffen sind, hat nicht nur das Vertrauen vieler Kunden in die Autobauer zerstört. Zusätzlich machen sich Betroffene Sorgen darüber, ob das Software-Update, welches die verbaute Abschaltautomatik unschädlich macht, zu technischen Problemen führen kann. Des Weiteren müssen Dieselfahrer mit einem starken Wertverlust für die betroffenen Fahrzeuge rechnen.

Für die Kunden ist es eindeutig, dass sie von den Autobauern betrogen wurden. Aus diesem Grund erwarten viele Betroffene, dass sie entsprechend entschädigt werden. In den USA ist dies bereits geschehen. Dort bekamen Kunden nicht nur Gutscheine, sondern hatten auch die Möglichkeit, ihre Fahrzeuge zurückzugeben.

Deutsche Kunden schauen auf Grund der anderen Rechtslage hingegen immer noch in die Röhre. Viele von ihnen fragen sich deshalb, wie sie vor Gericht für ihre Rechte einstehen können und ob sie sich zu diesem Zweck einer Sammelklage gegen Audi anschließen können. Ob dies möglich ist, erfahren Sie im folgenden Ratgeber.

Das Dieselgate und seine Folgen für Kunden

Mit einer Sammelklage gegen Audi möchten Kunden auf das Dieselgate reagieren.

Mit einer Sammelklage gegen Audi möchten Kunden auf das Dieselgate reagieren.

Bevor wir uns damit beschäftigen können, ob eine Sammelklage gegen Audi nach dem Abgasskandal überhaupt möglich ist, müssen wir uns zunächst kurz mit den Hintergründen des Dieselgates beschäftigen. Dieser kam im September 2015 ans Licht.

Forscher der West Virginia University hatten herausgefunden, dass Diesel von Volkswagen weitaus mehr Stickoxide ausstießen, als vom Hersteller angegeben wurde.

Nach einigem Hin und Her gab Volkswagen schließlich zu, eine Abschaltautomatik in seine Fahrzeuge eingebaut zu haben. Diese bewirkt, dass Diesel-Pkw auf dem Prüfstand weniger Schadstoffe emittieren als im herkömmlichen Straßenverkehr. Weltweit sind davon rund 11 Millionen Fahrzeuge – nicht nur von Volkswagen, sondern auch von den Tochterfirmen Audi, Seat und Škoda – betroffen.

Weltweit fühlen sich nun Millionen Kunden betrogen. Auch wenn die Volkswagen & Co Software-Updates anbieten, die das Auto „sauberer“ machen, verlangen viele Betroffene, dass sie für den entstandenen Schaden entschädigt werden.

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Welche Bedeutung hat eine Sammelklage?

Eine Sammelklage, etwa gegen Audi, stellt ein besonderes rechtliches Verfahren dar. Eine Vielzahl von Geschädigten, die gegen die gleiche gegnerische Partei vorgehen möchten, schließt sich dabei zusammen. Im Anschluss erfolgt dann eine einzige Verhandlung vor Gericht, in welchem der Fall einheitlich und für alle Betroffenen geklärt wird. In den USA wird ein solches Vorgehen „class action“ genannt. Besonders häufig wird zu diesem Mittel gegriffen, wenn Kunden ihre Rechte gegen einen mächtigen Konzern durchsetzen möchten.

Nach dem Abgas-Skandal fragen sich vor diesem Hintergrund viele Betroffene, ob sie sich nicht auch einer Sammelklage gegen Audi anschließen können. Eine Klage dieser Art, nach US-amerikanischem Vorbild, ist in Deutschland allerdings nicht möglich. Grundannahme bei einer Sammelklage ist es nämlich, dass alle Teilnehmer in gleicher Weise betroffen sind. Das juristische Prinzip der Grundbetroffenheit existiert in Deutschland jedoch nicht.

Auch im Audi-Abgas-Skandal ist eine Sammelklage damit unmöglich. Möchten deutsche Kunden für ihr Recht einstehen, müssten sie deshalb alleine gegen den mächtigen Konzern und seine gutbezahlten Anwälte vorgehen. Auf Grund der hohen anfallenden Kosten ist eine solche Klage für die meisten Betroffenen allerdings nicht zu stemmen. Doch gibt es keine andere Möglichkeit, dass Audi-Kunden ihre Ansprüche vor Gericht durchsetzen können?

So schließen Sie sich einer Sammelklage nach dem Audi-Abgas-Skandal an

Rein rechtlich gesehen ist eine Sammelklage gegen Audi nach US-amerikanischem Vorbild nicht möglich.

Rein rechtlich gesehen ist eine Sammelklage gegen Audi nach US-amerikanischem Vorbild nicht möglich.

Eine Sammelklage gegen Audi nach dem Diesel-Skandal ist also in Deutschland eigentlich nicht möglich. Einige Rechtsdienstleister bzw. Stiftungen haben jedoch eine Methode erdacht, mit Hilfe derer etwas Ähnliches wie eine Sammelklage auch vor deutschen Gerichten akzeptiert wird.

Diese Unternehmen vertreten die Interessen und Rechte der deutschen Verbraucher. Häufig befindet sich ihr Sitz im Ausland und an ihrer Spitze stehen namhafte Anwälte. Betroffene Kunden können ihre Ansprüche an das Unternehmen abgeben. Dieses geht dann entweder vor Gericht mit einer Klage gegen Audi vor oder versucht, einen Vergleich mit dem Konzern zu erreichen.

Ist dieses Vorgehen erfolglos, hat der Kunde keinerlei finanzielles Risiko durch die Teilnahme an dieser besonderen Form der Sammelklage gegen Audi zu befürchten. Dieses trägt allein das Unternehmen, an welches er seine Ansprüche abgetreten hat. Auch werden in diesem Fall in der Regel keine zusätzlichen Kosten erhoben.

Sollte vor Gericht allerdings ein positives Urteil fällen oder lässt sich Audi im Zuge des Vergleichs auf die Zahlung einer bestimmten Entschädigungssumme ein, muss der Kunde einen Teil des ihm zustehenden Geldes an die Stiftung bzw. das Unternehmen abgeben. In der Regel sind dies etwa 25 bis 35 Prozent der Gesamtsumme.
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Wie funktioniert die Registrierung?

Um sich dieser Art der Sammelklage gegen Audi anschließen zu können, ist in der Regel eine Registrierung beim jeweiligen Anbieter nötig. Dies erfolgt meist bequem im Internet. Je nach Anbieter müssen Betroffene dabei die folgenden Unterlagen vorlegen:

  • Zulassungsbescheinigung Teil I und II (früher Fahrzeugschein und -brief)
  • Kauf- bzw. Leasingvertrag
  • Kreditvertrag (falls das Auto finanziert wird)
Sammelklage wegen des Audi-Diesel-Skandals: Eine Registrierung ist bei Anbietern im Internet möglich.

Sammelklage wegen des Audi-Diesel-Skandals: Eine Registrierung ist bei Anbietern im Internet möglich.

Bevor Sie sich dafür entscheiden, sich einer solchen Sammelklage gegen Audi oder Volkswagen anzuschließen, sollten Sie sich darüber im Klaren sein, dass Sie all Ihre Ansprüche und Rechte an das Unternehmen abgeben. Im Nachhinein können Sie selbst keine Klage einreichen und keine Schadensersatzforderungen mehr an den Audi-Konzern stellen. Je nach Anbieter bemängelt die Stiftung Warentest außerdem geringe Mängel hinsichtlich der Datenschutzbestimmungen bei manchen Anbietern.

Trotzdem sei dies eine durchaus geeignete Option, um die Schadensersatzansprüche gegen den Konzern geltend zu machen. Audi-Kunden dürfen sich hierbei jedoch nicht mehr allzu viel Zeit lassen. Bereits am 31.12.2018 verjähren ihre Ansprüche. Alle Betroffenen, die bis dahin auf eine Klage verzichtet haben, können dann nicht mehr damit rechnen, entschädigt zu werden.

Nicht nur der Abgas-Skandal macht bei Audi Probleme. Auch ein zu hoher Ölverbrauch bei gewissen Modellen verärgert so manchen Kunden. Die 1.8- und 2.0-TFSI-Motoren der Baureihe EA888 aus den Baujahren 2008 bis 2011 benötigen auf 1.000 Kilometer bis zu zweieinhalb Liter Öl. Viele Betroffene fragen sich, ob Sie gegen Aldi wegen dem Ölverbrauch eine Sammelklage einreichen können. Dies sollte nicht mehr nötig sein. Audi hat im Juni 2017 zugesagt, bis zu 70 Prozent der Reparaturkosten zu übernehmen.
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