Urteil zum Widerruf beim Autokredit: Fehler im Vertrag machen Rückgabe möglich

News vom 28.11.2018 um 11:22 Uhr

Urteil zum Widerruf beim Autokredit: Missverständliche Angaben machen eine Rückgabe möglich.

Urteil zum Widerruf beim Autokredit: Missverständliche Angaben machen eine Rückgabe möglich.

Der Kauf eines Neu- oder Gebrauchtwagens stellt für viele Personen eine große Investition dar. Oftmals können oder wollen Käufer die Summe nicht auf einmal aufbringen. Aus diesem Grund setzen immer mehr Verbraucher auf die Autofinanzierung. Laut der Marktstudie 2017 zur Konsum- und Kfz-Finanzierung der GfK Finanzmarktforschung haben im Juli 2017 rund 46 Prozent aller Befragten ihren Neuwagen mit Kredit & Co finanziert. Nicht immer ist der Käufer jedoch mit seinem neuen Fahrzeug zufrieden. Laut einem neuen Urteil zum Widerruf beim Autokredit können Formfehler im Vertrag die Rückgabe des Autos möglich machen.

In gewissen Fällen beginnt die Widerrufsfrist gar nicht erst zu laufen

Laut § 355 Abs. 2 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) gilt bei Verbraucherverträgen ein 14-tägiges Widerrufsrecht. Auch Verträge über einen Autokredit können dank dieser Regelung innerhalb der ersten zwei Wochen widerrufen werden. Ist die Widerrufsbelehrung nicht vorhanden oder weist sie Fehler auf, führt dies dazu, dass der Vertrag auch nach einem längeren Zeitraum noch widerrufen werden kann.

Für sein Recht stritt nun ein Autokäufer, der im Juli 2015 einen Vertrag über einen Autokredit in Höhe von 10.000 Euro zur Neuwagenfinanzierung abgeschlossen hatte. Im Februar 2018 widerrief er jedoch den Vertrag. Er wollte das Fahrzeug zurückgeben, im Gegenzug sollte das Autohaus die bereits vom Käufer geleisteten Raten zurückzahlen.

Das Urteil zum Widerruf beim Autokredit kann auch für Besitzer von Diesel-Fahrzeugen wichtig sein.

Das Urteil zum Widerruf beim Autokredit kann auch für Besitzer von Diesel-Fahrzeugen wichtig sein.

Das Landgericht Aurich sprach dem Käufer das Widerrufsrecht zu. Laut dem Urteil zum Widerruf beim Autokredit hat eine missverständliche Aussage im Vertrag dafür gesorgt, dass die Frist gar nicht erst zu laufen begann. Der Kreditvertrag habe über folgende Klausel verfügt:

Für den Zeitraum zwischen Auszahlung und Rückzahlung ist bei vollständiger Auszahlung pro Tag ein Zinsbetrag von 0,00 Euro zu zahlen.

An einer anderen Stelle des Vertrages wurde jedoch Sollzins in Höhe von 0,99 Prozent angegeben. Auf Grund dieses Formfehlers darf der Käufer sein Fahrzeug zurückgeben, außerdem erhält er die geleistete Anzahlung zurück.

Notausstieg für Betroffene des Diesel-Skandals

Das Urteil zum Widerruf beim Autokredit könnte auch für Fahrzeugbesitzer, die vom Diesel-Skandal betroffen sind, eine wichtige Rolle spielen. Der oben genannte Fehler findet sich nämlich in Kreditverträgen verschiedener Hersteller. Die widersprüchliche Angabe des Sollzinses könnte eine Möglichkeit dafür sein, das Diesel-Fahrzeug auch noch nach Jahren zurückzugeben.

Beachten Sie: Allerdings ist das Urteil zum Widerruf beim Autokredit noch nicht rechtskräftig, da die betroffene Bank prüft, ob sie in Berufung geht.

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