Marderschaden – Welche Versicherung zahlt?

Schwere Folgeschäden durch zerstörte Kabel und Schläuche sind möglich

Ein Marderschaden am Auto ist nicht zu unterschätzen.

Ein Marderschaden am Auto ist nicht zu unterschätzen.

Marder sind kleine Raubtiere mit einem schlanken, langgestreckten Körper. In Europa sehr verbreitet ist der Steinmarder, welcher über ein braunes Fell und einen langen, buschigen Schwanz verfügt. Dieser Marder lebt, im Gegensatz zu anderen Vertreter seiner Gattung, häufig in der Nähe von Menschen.

Der Motorraum eines Fahrzeugs stellt für einen Marder ein optimales Versteck dar. Hier ist es dunkel und sicher. Findet der Marder Gefallen am Motorraum, wird es zu seinem Revier, welches der Einzelgänger um jeden Preis verteidigt. Sollte ein anderer Artgenosse hier eine Markierung hinterlassen haben, etwa, weil das Auto einen längeren Zeitraum an einer anderen Stelle geparkt war, wird der Marder aggressiv.

Er lässt seinen Frust an weichen Materialien wie Kabeln oder Schläuchen aus. Die Folge sind Marderschäden – sehr zum Missfallen des Fahrzeugbesitzers. Doch wie können Sie einen solchen Schaden erkennen? Welche Versicherung springt beim Marderschaden ein? Erfahren Sie im folgenden Ratgeber mehr zum Thema.

Wie können Sie einen Marderschaden am Auto erkennen?

Ein Marderschaden kann hohe Kosten mit sich bringen. Häufig sind die durch einen Marder herbeigeführten Schäden zunächst nicht allzu schlimm und fallen deshalb auch nicht sofort auf. Werden sie allerdings nicht erkannt, drohen schwerwiegende Folgeschäden – bis hin zum Motorschaden.

Aus diesem Grund sollten Sie vor allem in der Mardersaison, die etwa von April bis Juli dauert, aufmerksam sein.

  • Suchen Sie Karosserie und Motorraum nach Spuren, die ein Marder hinterlassen hat, ab. Lassen sich Abdrücke, Haare oder Fäkalien finden? Riecht es streng?
  • Untersuchen Sie den Motorraum regelmäßig auf Bissspuren. Besonders anfällig sind Schläuche, Strom- und Zündkabel, Faltenbälge (Antrieb und Lenkung) sowie Isolier- und Dämmmatten.
  • Blinken Kontrollleuchten?
  • Hat das Auto plötzlich einen Leistungsabfall?
Befürchten Sie, dass ein Marderschaden vorliegt? Dann sollten Sie so schnell wie möglich eine fachkundige Werkstatt aufsuchen, bevor schwerwiegende Folgenschäden entstehen.

Teilkasko oder Vollkasko: Marderschaden regulieren lassen

Probleme mit dem Motor nach einem Marderschaden: Die Vollkasko springt nur unter Umständen für Folgeschäden ein.

Probleme mit dem Motor nach einem Marderschaden: Die Vollkasko springt nur unter Umständen für Folgeschäden ein.

Haben Sie entdeckt, dass ein Marder Teile im Motorraum Ihres Fahrzeugs angenagt hat, ist meist der Weg zur Werkstatt nötig. Doch wer kommt für den Marderschaden auf? Welche Versicherung zahlt? Vollkasko, Teilkasko oder doch die Kfz-Haftpflicht?

Die Kfz-Haftpflichtversicherung kommt nicht für Schäden an Ihrem eigenen Auto auf, sie fällt also heraus. Dafür wird in der Regel ein Marderschaden von der Teilkasko bzw. Vollkasko übernommen – insofern es sich um unmittelbare Schäden durch einen Marder handelt.

Achten Sie jedoch genau auf die Vertragsbedingungen. Manche Anbieter schließen die Regulierung von Schäden durch einen Marder im Basistarif nämlich aus. Stattdessen müssen Sie einen Zusatzschutz vereinbaren.

Die Regulierung von Folgeschäden, die durch einen Marderschaden ausgelöst werden, ist bei vielen Versicherungen ausgeschlossen. Auch hier hilft ein Blick in die Vertragsunterlagen.

Wie können Sie einen Marderschaden vermeiden?

Ein unentdeckter Marderschaden kann gravierende Folgen haben. Viele Autobesitzer fragen sich deshalb, ob und wie sie Schäden durch Marder vermeiden können. Es gibt unterschiedliche Optionen:

  • Ummantelung von Schläuchen mit sogenannten Wellrohren aus Hartkunststoff
  • Abschotten des Motorraums mit Hilfe von Draht oder Gittern
  • Einbau von Kontaktplatten aus Metall, welche dem Marder einen ungefährlichen, leichten Stromschlag versetzen, wenn er Metall berührt
Im Handel sind häufig auch für Marder abschreckend wirkende Duftstoffe sowie Ultraschallgeräte zu kaufen, die für den Menschen nicht hörbare Töne aussenden. Von beiden Methoden raten Experten jedoch ab. Marder gewöhnen sich schnell an fremde Gerüche, außerdem können die Duftstoffe vom Regen abgewaschen werden. Die Wirksamkeit der Ultraschallgeräte ist nicht belegt.
Konnten wir Ihnen weiterhelfen? Dann bewerten Sie uns bitte:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (34 Bewertungen, Durchschnitt: 4,40 von 5)
Loading...

Verfasse einen neuen Kommentar


Bußgeldkatalog als PDF
Der aktualisierte Newsletter 2018 des VFBV e.V. zum Download und Ausdrucken.
Jetzt kostenlos per E-Mail anfordern:
Mit dem Absenden akzeptieren Sie unsere Datenschutzerklärung.