LKW: Wovon die Zulassung als solcher abhängig ist

Von Dörte, letzte Aktualisierung am: 11. November 2019

LKW ist nicht immer gleich LKW

Fahrzeuge mit einer LKW-Zulassung unterliegen bestimmten verkehrsrechtlichen Bestimmungen.
Fahrzeuge mit einer LKW-Zulassung unterliegen bestimmten verkehrsrechtlichen Bestimmungen.

Unterschiedliche Fahrzeugtypen bedürfen mitunter auch unterschiedlicher Regelungen für die Nutzung im Straßenverkehr. Das betrifft auch die Zulassung für diesen. Das die Voraussetzungen für die Zulassung als LKW anders aussehen als die für einen PKW ist daher nicht verwunderlich. Doch wo ist bestimmt, wann ein Auto eine LKW-Zulassung erhält und wann nicht? Und warum bedeutet eine LKW-Zulassung in Deutschland bei Versicherung und Finanzamt mitunter etwas anders als bei der Zulassungsbehörde?

Worauf Fahrzeughalter achten sollten, wenn sie beispielsweise ihr Wohnmobil als LKW zulassen wollen oder ein größeres Fahrzeug als LKW anmelden möchten, betrachtet der folgende Ratgeber. Darüber hinaus befasst er sich mit der gesetzlichen Voraussetzung für eine LKW-Zulassung.

FAQ: LKW-Zulassung

Ist rechtlich bestimmt, wann ein Fahrzeug eine LKW-Zulassung erhält.

Erfüllt ein Fahrzeug die jeweiligen Voraussetzungen gemäß StVZO und FVZ, kann eine Eintragung als LKW in den Fahrzeugpapieren erfolgen.

Ist die LKW-Zulassung bei der Kfz-Steuer von Bedeutung?

Die Eintragung in den Fahrzeugpapieren wird für die Besteuerung in der Regel nicht berücksichtigt. Für die Einstufung als LKW werden andere Kriterien herangezogen. Mehr dazu lesen Sie hier.

Gilt das Sonntagsfahrverbot bei einer LKW-Zulassung immer?

Nein, private Fahrten sind von Sonntagsfahrverbot ausgenommen, auch wenn eine LKW-Zulassung vorliegt.

LKW-Zulassung: Welche Voraussetzung muss erfüllt sein?

Welche Voraussetzungen Fahrzeuge erfüllen müssen, um in Deutschland für den öffentlichen Straßenverkehr zugelassen zu werden, bestimmen unter anderem die Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) und die Fahrzeug-Zulassungsverordnung (FZV). Aber auch die Vorgaben der Richtlinie 96/53/EG von 1996, welche in nationales Recht umgesetzt wurden, definieren, welche Voraussetzungen bestimmte Fahrzeugtypen erfüllen müssen, um beispielsweise eine LKW-Zulassung zu erhalten.

Einen LKW privat zulassen: Die StVZO und die FZV bestimmen wann ein Fahrzeug diese Zulassung erhalten kann.
Einen LKW privat zulassen: Die StVZO und die FZV bestimmen wann ein Fahrzeug diese Zulassung erhalten kann.

Ein Fahrzeug, das vorrangig zum Transport von Gütern verwendet wird und deren Nutzfläche größer ist als der Fahrerraum, wird in der Regel als LKW bezeichnet. Hinzu kommt, dass diese Fahrzeuge meist auch ein zulässiges Gesamtgewicht von über 3,5 t aufweisen. Anhand definiertet Kriterien wird gesetzlich festgelegt, mit welchen Maßen und Gewichten Fahrzeuge als Lastkraftwagen anzusehen ist. Üblicherweise wird für Nutzfahrzeuge eine LKW-Zulassung erteilt. Welche Maße diese haben dürfen, ist in § 32 StVZO dargelegt.

Welche Maße gelten bei einem LKW?

Die Zweckbestimmung, das Gewicht, die Anzahl der Achsen und auch die Abmessungen, bestimmten, wann eine LKW-Zulassung überhaupt möglich ist. Es wird zwischen Verschiedenen Arten von LKW unterschieden. So können beispielsweise auch Kleintransporter und Transporter mit einer LKW-Zulassung ausgestattet werden können, wenn die hauptsächliche Nutzung zum Transport von Gütern oder Material dient. Des Weiteren werden Fahrzeuge als leichte LKW (bis 7,5 t), mittelschwere LKW (bis 12 t) und schwere LKW (bis 40 t) klassifiziert.

Folgende Maße dürfen Fahrzeuge, die eine LKW-Zulassung haben, gemäß StVZO aufweisen:

  • Länge: 18,75 m (LKW mit Anhänger), 16,50 (Sattelzug)
  • Breite: 2,55 m (2,60 bei Aufbauten)
  • Höhe: 4,00 m
  • Achslast: 10,00 t (Achse ohne Antrieb), 11,50 t (Antriebsachse)

Nutzfahrzeuge mit diesen Spezifikationen, die vorrangig nicht dem Personentransport dienen, werden in den Fahrzeugpapieren als LKW eingetragen. Üblicherweise spielt neben den genannten Maßen das Gesamtgewicht eine entscheidende Rolle, wenn es um die Klassifizierung als LKW geht. Darüber hinaus wird ein Kfz auch gemäß der Nutzfahrzeugabgasnorm deklariert. Diese Einteilung kann dann zur Eintragung einer LKW-Zulassung im Fahrzeugschein führen.

Ist ein Fahrzeug durch die Zulassungsbehörden als LKW eingetragen, können Halter eine solche LKW-Zulassung eher nicht rückgängig machen. Anders kann das beispielsweise aussehen, wenn es um die Einstufung bezüglich der Kfz-Steuer oder bei der Versicherung geht. Hier sind unter anderem die Bauart, die Ausstattung und die Nutzung des Fahrzeugs wichtig. Mitunter lässt sich hier die Deklarierung ändern. Denn ob eine PKW- oder LKW-Zulassung vorliegt, kann in Bezug auf Steuern und Versicherungsprämien durchaus von Bedeutung sein.

LKW- oder PKW-Zulassung: Welchen Unterschied macht das?

LKW anmelden: Die Kosten unterscheiden sich regional.
LKW anmelden: Die Kosten unterscheiden sich regional.

Eine LKW-Zulassung kann Vorteile und Nachteile mit sich bringen. Wenn es um den Vorgang der Zulassung bei den Behörden an sich geht, gibt es keine Unterschiede zwischen den Fahrzeugarten. Egal ob eine LKW-Zulassung privat erfolgt, über eine Firma abläuft oder durch ein Autohaus organisiert wird, die Vorgangsweise bei den Zulassungsbehörden sind gleich. Wie bei einer PKW-Zulassung sind alle notwendigen Dokumente vorzulegen. Die Fahrzeugpapiere (Teil 1 und Teil 2) sowie der Personalausweis sind ebenso vorzulegen, wie der Nachweis über eine vorhandene Kfz-Haftpflichtversicherung. Ebenfalls wichtig ist für die LKW-Zulassung eine gültige TÜV-Bescheinigung.

Die Kosten für eine LKW-Zulassung unterscheiden ebenfalls nicht von denen einer PKW-Zulassung. Allerdings sind regionale Unterschiede möglich, da die Gebühren nicht einheitlich geregelt sind. Fahrzeughalter müssen sich also immer bei der zuständigen Zulassungsstelle über die anfallenden Kosten informieren.

Für die LKW-Zulassung muss kein Führerschein vorhanden sein. Dieser ist erst dann wichtig, wenn das Fahrzeug auch geführt wird. Hier spielt das zulässige Gesamtgewicht des Fahrzeugs eine Rolle, die Zulassung ist dabei unerheblich. So kann in den Fahrzeugpapieren eine LKW-Zulassung eingetragen sein, doch wenn das Fahrzeug weniger als 3,5 t wiegt, reicht die Führerscheinklasse B aus (wie beispielsweise bei einigen Pick-Up-Modellen).

Als LKW zulassen: Vom PKW zum Nutzfahrzeug?

Wollen Halter zum Beispiel für ihren Pick-Up oder das Wohnmobil eine LKW-Zulassung erreichen, sind bestimmte Voraussetzungen zu erfüllen. Das Fahrzeug muss verkehrssicher sein, daher benötigen die Umbauten eine Betriebserlaubnis und müssen in der Regel durch den TÜV abgenommen werden.

Was genau für die Umschreibung auf einen LKW vorhanden sein muss bzw. was nicht vorliegen darf, sollten Fahrzeughalter vorab mit der Prüforganisation abklären. Des Weiteren sollten sie sich darüber informieren, ob eine LKW-Zulassung tatsächlich die erhofften steuerlichen Nachlässe und die niedrigeren Versicherungsprämien mit sich bringt.

Warum eine LKW-Zulassung beim Finanzamt eine andere Bedeutung hat

LKW-Zulassung: Für das Finanzamt ist die Eintragung in den Fahrzeugpapieren nicht ausschlaggebend bei der Kfz-Steuer.
LKW-Zulassung: Für das Finanzamt ist die Eintragung in den Fahrzeugpapieren nicht ausschlaggebend bei der Kfz-Steuer.

Ein Vorteil der LKW-Zulassung wird im Zusammenhang mit der Kfz-Steuer deutlich. Denn hier sind die Beträge für Nutzfahrzeuge üblicherweise deutlich geringer.

Versicherungstechnisch kann diese Zulassung jedoch wieder zum Nachteil werden, und zwar dann, wenn die Versicherungsprämien für LKW wesentlich höher ausfallen als für einen PKW.

Für die Kfz-Steuer ist die Eintragung in den Fahrzeugpapieren nicht der wichtigste Punkt, denn das Finanz- bzw. das Hauptzollamt können die Besteuerung unabhängig von diesen Eintragungen vornehmen. Werden beispielsweise Nutzung und Erscheinungsbild des Fahrzeugs anders eingeschätzt, kann dieses als PKW besteuert werden. Dann wird die LKW-Zulassung nicht berücksichtigt. Die Behörden entscheiden anhand festgelegter Kriterien und dann auch nach Einzelfall wie die Kfz-Steuer festgelegt wird.

So müssen beispielweise für eine Besteuerung als LKW die hinteren Seitenfenster eine Verblechung aufweisen und auch die Ladefläche bzw. die vorhandene Nutzfläche wird beurteilt. Ist die Nutzfläche größer als der Raum, der für die Personenbeförderung genutzt wird, richtet sich die Steuer nach dem Gewicht des Fahrzeugs. In bestimmten Fällen wird auch beurteilt, wie viel Zuladung beim jeweiligen Fahrzeug möglich ist und ob dieses dadurch als LKW gelten kann.

Wird ein Fahrzeug trotz eingetragener LKW-Zulassung als PKW versteuert, können Halter den Bescheid anhand der genannten prüfen Kriterien lassen. Ob der Bescheid geändert wird, wenn eine Nutzung als LKW nachweislich vorliegt, ist vom jeweiligen Einzelfall abhängig.

Fahrverbot: Gilt das für alle Kfz mit LKW-Zulassung?

Die LKW-Zulassung für ein Wohnmobil bedeutet nicht automatisch, dass am Sonntag ein Fahrverbot zu beachten ist.
Die LKW-Zulassung für ein Wohnmobil bedeutet nicht automatisch, dass am Sonntag ein Fahrverbot zu beachten ist.

Fahrzeughalter sollten sich bewusst sein, wenn sie ein Fahrzeug als LKW anmelden, dass sie gegebenenfalls andere Bestimmung der Straßenverkehrsordnung (StVO) beachten müssen. Fahren sie ein Nutzfahrzeug, das schwerer als 3,5 t ist, gelten außerorts andere Geschwindigkeitsvorgaben als für einen PKW. So gilt auf Landstraßen ein Tempolimit von 80 km/h (Fahrzeuge zw. 3,5 t und 7,5 t) oder 60 km/h (Fahrzeuge ab 7,5 t).

Doch auch andere Vorschriften werden dann wichtig, wenn eine LKW-Zulassung vorliegt. Sonntags zu fahren, kann sich dann durchaus als Problem darstellen. Das Sonn- und Feiertagsfahrverbot gilt in Deutschland für LKW ab 7,5 t, wenn diese für den gewerblichen Güterverkehr verwendet werden. Private Fahrten sind in der Regel jedoch zulässig. Mit einer LKW-Zulassung gilt das Fahrverbot also nur, wenn gewerblich Güter befördert werden.

Ein weiteres Problem könnte bei der LKW-Zulassung in einer Umweltzone entstehen. In Deutschland sind Einfahrtbeschränkungen in der Regel anhand der Schadstoffklassen geregelt. In anderen Ländern kann es jedoch generelle Einfahrtverbote für Fahrzeuge mit einer LKW-Zulassung bzw. ab einem bestimmten Gesamtgewicht geben.

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