Fahrverbot bei Epilepsie: Ist die Fahrtauglichkeit ausgeschlossen?

Von Sarah, letzte Aktualisierung am: 12. August 2019

Autofahren ist bei Epilepsie nicht grundsätzlich verboten

Besteht bei Epilepsie und vorhandenem Führerschein eine Meldepflicht?

Besteht bei Epilepsie und vorhandenem Führerschein eine Meldepflicht?

Ein Fahrverbot gemäß Bußgeldkatalog kann für unterschiedliche Ordnungswidrigkeiten ausgesprochen werden. Überfahren Sie beispielsweise eine rote Ampel oder überschreiten das Tempolimit maßgeblich, ist der Führerschein für einen Monat weg.

Dieser temporäre Fahrerlaubnisentzug soll als erzieherische Maßnahme dienen. Es gibt allerdings auch Fälle, in denen ein Fahrverbot aus ganz anderen Gründen von einem Arzt ausgesprochen wird: das Fahrverbot bei Epilepsie zum Beispiel.

Doch ist bei Epilepsie die Fahrtauglichkeit grundsätzlich ausgeschlossen? Kann ein Fahrverbot wegen Epilepsie auch wieder aufgehoben werden? Diesen Fragen widmet sich der nachfolgende Ratgeber und klärt Sie darüber auf, ob das Autofahren trotz der Krankheit noch erlaubt werden kann.

Kann eine Fahrtauglichkeit trotz Epilepsie bestehen?

Bevor wir auf das Fahrverbot bei Epilepsie eingehen, soll kurz das Krankheitsbild erläutert werden. Epileptiker leiden unter plötzlich auftretenden Krampfanfällen, welche durch elektrische Entladungen der Nervenzellen im Gehirn hervorgerufen werden.

Die Erkrankung kann letztendlich auch dazu führen, dass der Betroffene das Bewusstsein verliert. Tritt also während der Teilnahme am Straßenverkehr ein epileptischer Anfall auf, kann der Epileptiker das Kfz nicht mehr richtig steuern und die Unfallgefahr steigt signifikant.

Daher ist es üblich, dass ein ärztliches Fahrverbot bei Epilepsie ausgesprochen wird, wenn die Anfälle unvermittelt und in regelmäßigen Abständen auftreten. Allerdings ist immer im Einzelfall zu prüfen, ob eine Fahreignung noch besteht oder nicht.

Wichtig: Wird ein Fahrverbot wegen Epilepsie ausgesprochen, kommt dies nicht einem lebenslangen Entzug der Fahrerlaubnis gleich. Epileptiker haben durchaus eine Chance, ihre Fahrtauglichkeit bescheinigt zu bekommen, sodass sie wieder als Kfz-Fahrer am Straßenverkehr teilnehmen dürfen.

Wie lange dauert das Fahrverbot nach einem epileptischen Anfall?

Epilepsie und Autofahren: Kann das zusammenpassen?

Epilepsie und Autofahren: Kann das zusammenpassen?

Anlage 4 der Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV) befasst sich mit allerhand Krankheiten, welche die Fahreignung beeinträchtigen und zum Fahrverbot führen können. Epilepsie ist unter Punkt 6.6 ebenfalls erwähnt.

Auch bei dieser Krankheit kann eine Eignung oder zumindest eine bedingte Eignung zum Führen von Kraftfahrzeugen im Straßenverkehr vorliegen. Für eine Fahrerlaubnis der Klassen A, A1, A2, B, BE, AM, L und T kann der Führerschein mit Epilepsie genutzt werden, wenn „wenn kein wesentliches Risiko von Anfallsrezidiven mehr besteht“.

Dies ist beispielsweise der Fall, wenn der Patient seit einem Jahr oder länger anfallsfrei ist. Geht es um eine Fahrerlaubnis der Klassen C, C1, CE, C1E, D, D1, DE, D1E, oder FzF gelten strengere Vorgaben bezüglich dem Fahrverbot bei Epilepsie. Dieses kann nur zurückgenommen werden, wenn die Betroffenen ohne Therapie über einen Zeitraum von fünf Jahren anfallsfrei bleiben.

Gut zu wissen: Ein ärztliches Fahrverbot aufgrund von Epilepsie ist zwar rechtlich nicht bindend, allerdings können Sie große Probleme bekommen, wenn es wegen eines epileptischen Anfalls zum Unfall kommt und die Krankheit bekannt war. Neben dem Verlust vom Versicherungsschutz droht auch eine Anzeige wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr.
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