Fahrtenbuch führen - Bußgeldkatalog 2018

Ein Fahrtenbuch führen: Das kann zur Auflage gemacht werden

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Fahrtenbuch führen: Wann ist das Pflicht?

Ein Fahrtenbuch schreiben muss der Fahrzeughalter, dem dies auferlegt wurde.

Ein Fahrtenbuch schreiben muss der Fahrzeughalter, dem dies auferlegt wurde.

Ein Fahrtenbuch zu führen, kann als Auflage in einem Bußgeldverfahren verordnet werden. Da in Deutschland die Fahrerhaftung gilt, kann der Bußgeldbescheid auch nur gegen diesen vollstreckt werden. Ist es zum Beispiel nicht möglich, nach einer Ordnungswidrigkeit den Fahrer eines Fahrzeugs zu ermitteln, kann für den Fahrzeughalter die Fahrtenbuchauflage erfolgen.

Denn äußern sich weder Fahrer noch Fahrzeughalter, kann die Behörde für eine bestimmte Dauer das Führen eines Fahrtenbuches in Betracht ziehen und dieses dann auch anordnen. Diese Maßnahme ist für den Betroffenen dann mit Kosten verbunden. Nicht nur die Aufforderung zum Führen, sondern auch die Missachtung der Auflage sowie das falsche Ausfüllen des Fahrtenbuches führen zu einem Bußgeld. Für die Anordnung zum Führen eines Fahrtenbuches kann die Behörde eine Gebühr von etwa 50 EUR verlangen.

Tipps und Hinweise, wie ein Fahrtenbuch ordnungsgemäß zu führen ist und was die Fahrtenbuchauflage beinhaltet, finden Sie im nachfolgenden Ratgeber.

Wer muss ein Fahrtenbuch führen?

Meist ist den betroffenen Fahrzeughaltern oder Fahrern nicht klar, wer ein Fahrtenbuch schreiben muss. Wann ist ein Fahrtenbuch zu führen oder wie?

In der Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) heißt es unter Paragraph 31a:

Die nach Landesrecht zuständige Behörde kann gegenüber einem Fahrzeughalter für ein oder mehrere auf ihn zugelassene oder künftig zuzulassende Fahrzeuge die Führung eines Fahrtenbuchs anordnen, wenn die Feststellung eines Fahrzeugführers nach einer Zuwiderhandlung gegen Verkehrsvorschriften nicht möglich war.“

Die Auflage, ein Fahrtenbuch zu führen, richtet sich immer an den Fahrzeughalter. Dieser ist gesetzlich verpflichtet, jeden Fahrer seines Fahrzeugs sowie alle Fahrten nachweisen zu können. Er muss sich also an jede Fahrt erinnern können. Ist dies nicht möglich oder macht der Fahrzeughalter keine Angaben, kann die Behörde den Nachweis in Form des Fahrtenbuches anordnen. Dies Anordnung kann für einen bestimmten PKW oder für alle auf den Halter zugelassenen Fahrzeuge gelten.

Jedoch ist im Paragraphen 31a StVZO nicht genau geregelt, welche Ordnungswidrigkeiten oder Straftaten das Führen eines Fahrtenbuches nach sich ziehen. Dennoch zeigt der Paragraph alle Regelungen und Anforderungen zum Fahrtenbuch auf.
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Während des Bußgeldverfahrens bekommt der Fahrzeughalter in der Regel einen Anhörungsbogen. Weist das Blitzerfoto auf einen anderen Fahrer hin, kann auch ein Zeugenfragebogen zugesandt werden.

Hilft der Fahrzeughalter jedoch bei der Ermittlung nicht mit und kann so der Fahrer nicht ausfindig gemacht werden, droht die Auflage ein Fahrtenbuch zu führen.

Fahrtenbuch führen: Ab wann?

Macht der Fahrzeughalter im Anhörungs- oder Zeugenfragebogen keine Angaben, wird das Bußgeldverfahren oft eingestellt. Um zukünftig oder bei wiederholt vorkommenden Verstößen mit demselben Fahrzeug, den Fahrer nachvollziehen zu können, wird der Fahrzeughalter aufgefordert ein Fahrtenbuch zu führen.

So ist es für die Bußgeldbehörde und auch die Polizei dann möglich einzusehen, wann wer mit dem Fahrzeug gefahren ist. Verkehrsstraftaten, wie Unfallflucht oder Alkoholfahrten, rechtfertigen grundsätzlich eine Fahrtenbuchauflage. Bei Ordnungswidrigkeiten mit einem Punkt oder einem Fahrverbot kann die Auflage angeordnet werden.

Halter müssen ein Fahrtenbuch führen - nicht nur für die Polizei.

Halter müssen ein Fahrtenbuch führen – nicht nur für die Polizei.

Handelt es sich um einen Verstoß mit einem Verwarnungsgeld, ist das Führen eines Fahrtenbuches nicht legitim. Kommt dies jedoch wiederholt vor, können auch diese Verstöße die Fahrtenbuchauflage zur Folge haben.

Zu einem Hinweis, dass die Auflage, ein Fahrtenbuch zu führen, erfolgen kann, ist die Behörde nicht verpflichtet.

Die Fahrtenbuchregelung richtet sich nach dem individuellen Fall. Die Fahrtenbuchauflage ist ab dem ersten Tag der Anordnung gültig.

Das Fahrtenbuch richtig führen: Ein Beispiel

Wie ist ein Fahrtenbuch zu führen und für welchen Zeitraum ist diese Auflage ausgelegt? Die Dauer der Auflage wird von der Behörde festgelegt. Eine Fahrtenbuchauflage ist auf etwa sechs Monate befristet, kann jedoch auf 24 Monate erhöht werden, wenn zum Beispiel ein grober Rotlichtverstoß vorliegt. In einigen Fällen kann dies auch für mehr als zwei Jahre angeordnet werden.

Die Zeit ist maßgeblich abhängig von:

  • der Schwere des festgestellten Verstoßes sowie
  • dem Verhalten des Halters bei der Täterfeststellung.

Dennoch darf es für den Fahrer keine übermäßige Härte bedeuten, ein Fahrtenbuch führen zu müssen.. Die Anordnung einer Fahrtenbuchauflage muss im Verhältnis zur begangenen Ordnungswidrigkeit stehen.

Fahrer müssen das Fahrtenbuch ordnungsgemäß führen. Das Format in dem ein Fahrtenbuch zu führen ist, wird nicht vorgeschrieben. Hier können Vordrucke aus dem Schreibwarenhandel verwendet werden.

Nach Paragraph 31a StVZO ist definiert, was in einem Fahrtenbuch aufgeführt sein muss:

Der Fahrzeughalter oder sein Beauftragter hat in dem Fahrtenbuch für ein bestimmtes Fahrzeug und für jede einzelne Fahrt

1. vor deren Beginn
a) Name, Vorname und Anschrift des Fahrzeugführers,
b) amtliches Kennzeichen des Fahrzeugs,
c) Datum und Uhrzeit des Beginns der Fahrt und

2. nach deren Beendigung unverzüglich Datum und Uhrzeit mit Unterschrift einzutragen. (Quelle: § 31a Abs. 2 StVZO)“

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8 Kommentare

  1. Gläser sagt:

    Darf ich ein Fahrtenbuch mit Exel führen.

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Gläser,

      es gibt keine gesetzlichen Vorschriften zur Form eines Fahrtenbuches. Die eingetragenen und geforderten Daten müssen lediglich nachvollziehbar sein. Außerdem, müssen Sie das Fahrtenbuch vorzeigen können. Ist dies bei Ihrer Excel-Tabelle gegebenen, spricht nichts dagegen.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  2. Thomas sagt:

    Kann ich die vom Ordnungsamt verhängte Fahrtenbuchauflage mittels eines vom Finanzamt anerkanntem, fest eingebauten und daher fälschungssicheren, elektronischem Fahrtenbuch erfüllen? Hier wird jede Fahrt minutiös aufgezeichnet und Mit Ortsangabe und Kilometerstand festgehalten. Ausweisbar ist dies zu jedem Zeitpunkt mittels eines Computers und/oder einer App auf dem Smartphone. Einziges Problem ist, dass es nicht immer unmittelbar nach einer Fahrt ausgedruckt und unterschrieben werden kann, sondern meist wenn der Fahrzeugführer wieder im Büro/Zuhaues ist. Ist damit der „Unverzüglichkeit“ Genüge getan?

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Thomas,

      letztlich kommt es auf das elektronische Fahrtenbuch an und ob es die gesetzlichen Bestimmungen erfüllt. Ganz sicher können Sie gehen, wenn Sie bei Ordnungsamt nachfragen.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  3. Maike H. sagt:

    Gibt es ein Muster welches FahrtenBuch ich verwenden darf. Muss ich jedes mal meine Namen Anschrift also Adresse vor jeder Fahrt eintragen?

    Dane im Voraus Maike H.

  4. Daniel sagt:

    Wenn man mit dem Fahrzeug eines anderen geblitzt wird und den Führerschein für 1 Monat abgegen soll und der Fahrzeughalter sagt er weiss nicht wer gefahren ist, wird dann erstmal ermittelt oder das Bußgeldbescheid sofort eingestellt und führen eines Fahrtenbuch veranlasst?

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Daniel,

      das kann nicht genau vorhergesagt werden, da dies stets Sache der ausstellenden Behörde ist. Eine Fahrtenbuchauflage ist wahrscheinlich, genauso könnten die Zuständigen eine Sanktion für ein nicht-Kooperieren verhängen. Sie können jedoch allgemein davon ausgehen, dass Bußgeldbescheide nicht einfach so fallen gelassen werden.

      Das Team von bussgeldkatalog.org

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