Fahrtauglichkeitsuntersuchung: Was hat es damit auf sich?

Wer wann und weshalb seine Fahreignung unter Beweis stellen muss

Für wen ist eine Fahrtauglichkeitsuntersuchung Pflicht?

Für wen ist eine Fahrtauglichkeitsuntersuchung Pflicht?

Um die Sicherheit im Straßenverkehr gewährleisten zu können, muss jeder Kraftfahrer über ein gewisses Maß an Fahreignung verfügen. Dies bedeutet, dass er sowohl körperlich als auch geistig in der Lage sein muss, ein Kfz über einen längeren Zeitraum hinweg sicher im Verkehr zu führen und auch schwierige Verkehrslagen zu meistern.

Dass sie dem gewachsen sind, können betroffene Fahrer in einer sogenannten Fahrtauglichkeitsuntersuchung demonstrieren. Eine solche Fahrtauglichkeitsprüfung ist jedoch nicht zu verwechseln mit der medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU), die meist an die Wiedererteilung der Fahrerlaubnis geknüpft ist.

Wann eine Fahrtauglichkeitsuntersuchung durchgeführt werden muss und wer verpflichtet ist, daran teilzunehmen, klären wir im folgenden Ratgeber.

Wann ist ein Fahrtauglichkeitstest vonnöten?

Wie bereits erwähnt, ist es im deutschen Straßenverkehr von zentraler Wichtigkeit, die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer zu gewährleisten. Aus diesem Grund muss bereits eine Fahrtauglichkeitsuntersuchung stattfinden, bevor die Fahrerlaubnis erst erteilt wird.

In diesem Fall besteht die Untersuchung aus einem einfachen Sehtest. Schließlich muss festgestellt werden, ob die vorliegende Sehleistung ausreicht oder mit einer Brille bzw. Kontaktlinsen korrigiert werden muss, bevor der jeweilige Fahranfänger auf den Straßenverkehr losgelassen wird.

Die Richtlinie 2006/126/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 20. Dezember 2006 über den Führerschein (kurz: Führerscheinrichtlinie) schreibt die Teilnahme an einer Fahrtauglichkeitsuntersuchung für alle Kraftfahrer vor. Damit ist jedoch nicht immer nur ein Sehtest gemeint, sondern in gewissen Fällen auch eine ärztliche Untersuchung.

Fahrtauglichkeitsuntersuchung für LKW- und Busfahrer

Ein Sehtest ist zwar verpflichtend für alle Führerscheinklassen, ärztliche Untersuchungen sind für die Klassen A, A1, A2, AM, B, BE, L und T allerdings eher untypisch. Diese muss vielmehr durchgeführt werden, wenn eine Fahrerlaubnis der Klasse C, CE, C1, C1E, D, DE, D1 oder D1E erworben werden soll. Zudem werden diese Führerscheinklassen nur beschränkt erteilt und müssen daher alle fünf Jahre verlängert werden.

An einer Fahrtauglichkeitsuntersuchung müssen Bus- und LKW-Fahrer demnach sowohl bei der Ersterteilung der Fahrerlaubnis als auch bei der Verlängerung teilnehmen. Überprüft wird hierbei ebenfalls die Sehleistung, jedoch nicht bei einem Optiker. Es bedarf einer augenärztlichen Untersuchung inklusive Gutachten, in dem das jeweilige Sehvermögen bescheinigt werden muss.

Ein Fahrtauglichkeitstest für Senioren ist freiwillig.

Ein Fahrtauglichkeitstest für Senioren ist freiwillig.

Außerdem widmet sich die Fahrtauglichkeitsuntersuchung für LKW- und Busfahrer unterschiedlichen Krankheiten, welche die Fahreignung des betroffenen Fahrers infrage stellen könnten. Dabei kann es sich beispielsweise um

  • Bewegungsbehinderungen
  • psychische Störungen
  • schwere Lungen- und Bronchialerkrankungen
  • eingeschränktes Hörvermögen oder
  • ausgeprägte Tagesschläfrigkeit

handeln. Durchgeführt wird die Fahrtauglichkeitsuntersuchung von einem Arzt, der sich auf Verkehrsmedizin spezialisiert hat. Dieser prüft neben dem Sehvermögen und dem Vorliegen gewisser Krankheiten außerdem die Reaktions- und Konzentrationsfähigkeit des Kraftfahrers.

Übrigens: Bei einer Fahrtauglichkeitsuntersuchung können die Kosten je nach Region oder Umfang der Tests variieren. Betroffene Fahrer müssen außerdem selbst dafür aufkommen, die gesetzliche Versicherung übernimmt die anfallenden Kosten nicht. Daher empfiehlt es sich, Ärzte im Vorfeld zu vergleichen.

Fahrtauglichkeitsuntersuchung für Senioren

Zwar ist eine Fahrtauglichkeitsprüfung für Senioren in Deutschland nicht verpflichtend, allerdings sind sich viele ältere Menschen ihrer Verantwortung in diesem Fall trotzdem bewusst. Vor allem im Alter ist es ihnen wichtig, mobil zu bleiben, um Verwandte oder Freunde besuchen und Einkäufe tätigen zu können.

Um dabei niemanden im Verkehr zu gefährden, entscheiden sich einige dazu, eine freiwillige Fahrtauglichkeitsuntersuchung durchführen zu lassen. Belastbarkeit, Aufmerksamkeit oder Reaktionsfähigkeit werden unter anderem genau durchgecheckt. Speziell für Senioren wird eine solche Fahrtauglichkeitsprüfung beispielsweise vom TÜV Nord angeboten.

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1 Kommentar

  1. Gerrit J. sagt:

    Ich werde gern ein Demenz test machen

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