Einbahnstraße in die falsche Richtung befahren: Welches Bußgeld droht?

Von Sandra, letzte Aktualisierung am: 3. Dezember 2019

Einbahnstraße: Für die falsche Richtung wird ein Bußgeld fällig

In der Einbahnstraße in die falsche Richtung fahren: Welches Bußgeld droht?
In der Einbahnstraße in die falsche Richtung fahren: Welches Bußgeld droht?

Einbahnstraßen kommen gerade in Innenstädten häufig vor. Sie dienen in der Regel dazu, bei schmalen Wegen einen flüssigen Verkehr zu ermöglichen und sorgen zum Teil auch dafür, dass in Wohngebieten mehr Parkplätze zur Verfügung stehen.

Für Autofahrer werden Einbahnstraßen allerdings gelegentlich zum Ärgernis. Denn manchmal liegen sie genau so, dass das Auto einen längeren Umweg nehmen muss, um am Ziel anzugelangen. Gerade für Ortsunkundige kann dies zu einem größeren Abenteuer werden.

Manch einer kommt da auf die rebellische Idee, einfach falschrum die Straße zu befahren, um schneller durchzukommen. Doch was können in einem solchen Fall die Folgen sein, wenn jemand in die Einbahnstraße in die falsche Richtung fährt? Welche Strafe droht ihm? Im folgenden Ratgeber soll diese Frage näher beleuchtet werden.

FAQ: Einbahnstraße in die falsche Richtung befahren: Welches Bußgeld droht?

Was ist eine Einbahnstraße?

Einbahnstraßen sind durch das Verkehrszeichen 220 gekennzeichnet – ein blaues Schild mit einem langen, weißen Pfeil, auf dem “Einbahnstraße” steht. Die entsprechende Straße darf nur von einer Richtung befahren werden.

Welche Sanktionen drohen, wenn ich eine Einbahnstraße in die falsche Richtung befahre?

Wer dabei erwischt wird, muss 25 Euro Bußgeld bezahlen. Punkte oder ein Fahrverbot sind für diesen Verstoß nicht vorgesehen.

Müssen auch Radfahrer, die die Einbahnstraße in falsche Richtung befahren, ein Bußgeld bezahlen?

Ja, für sie werden gewöhnlich 20 Euro fällig, es sei denn, ein Zusatzschild erlaubt Fahrradfahrern das Befahren auch in der Gegenrichtung.

Was in Einbahnstraßen gemäß StVO gilt

Bevor wir zum Bußgeld in der Einbahnstraße für die falsche Richtung kommen, müssen wir zunächst klären, was es mit diesen Straßen genau auf sich hat. Gemäß Straßenverkehrsordnung (StVO) ist die Einbahnstraße durch das entsprechende Verkehrsschild (Zeichen 220) angezeigt. Auf diesem ist ein Pfeil zu sehen, der die einzig zulässige Fahrtrichtung angibt, in der die Straße befahren werden darf.

Wer dieses Vorschriftszeichen nicht befolgt, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Es erwartet denjenigen also keine Strafe, der die Einbahnstraße in die falsche Richtung nimmt – ein Bußgeld hingegen schon.

Der Grund dafür, dass in der Einbahnstraße die falsche Richtung mit einem Bußgeld belegt ist, ist offensichtlich: Da andere Verkehrsteilnehmer davon ausgehen, dass der Verkehr nur aus einer Richtung kommt, stellt das Falschfahren eine Bedrohung der Verkehrssicherheit dar, die zu einer Gefährdung anderer Menschen oder sogar zum Unfall führen kann.

In einigen Fällen ist die Einbahnstraße durch ein Zusatzschild für den Fahrradverkehr in beide Richtungen freigegeben ergänzt. In diesem Fall dürfen Radfahrer die Straße in beide Richtungen befahren.

Einbahnstraße: Für die falsche Richtung droht ein Bußgeld

Befahren Fahrradfahrer die Einbahnstraße in falscher Richtung, droht auch ihnen ein Bußgeld.
Befahren Fahrradfahrer die Einbahnstraße in falscher Richtung, droht auch ihnen ein Bußgeld.

Bei Ordnungswidrigkeiten im Verkehrsrecht sind die Sanktionen im Bußgeldkatalog festgelegt. Dieser schreibt für das Fahren gegen die Einbahnstraße ein Bußgeld von 25 Euro vor. Punkte in Flensburg oder ein Fahrverbot drohen hier nicht.

Doch nicht nur Autofahrer müssen mit Sanktionen rechnen: Gibt es kein Zusatzschild, dass eine Freigabe in beide Richtungen für Fahrräder anzeigt, müssen auch Radfahrer, die gegen eine Einbahnstraße fahren, ein Bußgeld zahlen. Dieses beträgt in der Regel 20 Euro. Sollte dadurch eine Behinderung entstanden sein, drohen 25 Euro, bei einer Gefährdung 30 Euro und bei einem Unfall 35 Euro.

Auch beim Parken drohen Bußgelder

Interessant: Nicht nur muss, wer in der Einbahnstraße in die falsche Richtung fährt, ein Bußgeld erwarten. Auch das Parken in der falschen Richtung ist dort nicht zulässig und kann mit Sanktionen belegt werden. So sieht der Bußgeldkatalog für diese Ordnungswidrigkeit ein Bußgeld von 15 Euro vor.

In einer Einbahnstraße darf gemäß StVO sowohl am rechten als auch am linken Seitenstreifen geparkt werden. Dies muss allerdings in der Fahrtrichtung geschehen – sonst kommt auf den Autofahrer ein Bußgeld zu.
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3 Kommentare

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  1. Frieder sagt:

    Darf ein PKW rückwärts in falscher Richtung in eine Einbahnstraße fahren um vor seinem Haus parken zu können. Danke mfg F. Reichel

  2. Jurist sagt:

    Hallo Frieder, nein. Das Einbahnstraßenschild ist Richtungsweisend und als Verkehrsteilnehmer haben Sie die geltenden Ge- und Verbote zu befolgen. Ein Rückwärtsfahren entgegengesetzt der Einbahnstraße wäre somit ein nicht befolgen der Ge- und Verbote.

    Rückwärts ausparken, stellt hier keine Owig dar.

  3. Thorben sagt:

    Der Autor sollte erst mal wissen, dass bis 55 Euro die Beträge ein Verwarnungsgeld sind und aber ab 60 Euro es ein Bußgeld ist.
    Der Unterschied ? Verwarnungsgelder dürfen vor Ort erhoben werden und werden auch bei einem Bescheid nicht mit einem Bearbeitungsentgelt belegt. Ein Bußgeld darf mit weiten Kosten belegt werden und ist immer ein Punkteverstoß.

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