Autofahren mit Baby - Tipps zur Verkehrssicherheit 2018

Autofahren mit dem Baby: Sicherheits- und weitere Tipps für eine gelungene Reise

Babygeschrei – Gefahr für Ohren und Verkehrssicherheit

Was müssen Sie beim Autofahren mit dem Baby beachten?

Was müssen Sie beim Autofahren mit dem Baby beachten?

Ein Babylachen ist wohl für alle Eltern das pure Glück. Umso mehr zerreißt es deren Herzen, wenn ihre Sprösslinge weinen oder gar aus Leibeskräften schreien. Doch neben der emotionalen Belastung, die ein solches Geschrei für Mütter und Väter auslöst, besteht zudem auch noch eine Gefahr für die Gesundheit.

Denn ein neugeborenes Kind kann bis zu 120 Dezibel erreichen, wenn es erst einmal so richtig loslegt. Zum Vergleich: Das entspricht in etwa der Geräuschkulisse einer Kettensäge, eines Presslufthammers oder eines Gewitterdonners. Die Ohren der Eltern müssen also einiges aushalten, wenn es ihren Babys nicht gut geht.

Noch intensiver wirkt sich der Lärm auf engem Raum aus, zum Beispiel im Auto. Hier kann es zudem dazu führen, dass der Fahrer sich nicht mehr voll und ganz auf den Verkehr fokussiert und dadurch einen Autounfall verursacht. Beim Autofahren mit dem Baby gilt es also insbesondere, dafür zu sorgen, dass es dem Nachkommen gut geht und er gar keinen Grund hat, den erträglichen Lärmpegel zu sprengen.

Im folgenden Ratgeber erfahren Sie, was Sie beachten sollten, wenn Sie mit Ihrem Baby Auto fahren. Wir haben einige Tipps zusammengestellt, die Ihnen bei der Vorbereitung für den Transport im eigenen Kfz helfen. Außerdem klären wir darüber auf, ab wann es unbedenklich ist, den kleinen Erdenbürger im Familienauto mitzunehmen.

Ab wann mit dem Baby das Autofahren ungefährlich ist

Die wichtigste Frage, die sich beim Autofahren mit dem Baby stellt, ist die danach, ab welchem Alter dies überhaupt möglich bzw. empfehlenswert ist. Tendenziell hat der hohe Schlafkonsum von Babys, die zudem in den ersten drei Monaten noch keinen Tag-Nacht-Rhythmus haben, für Strecken mit dem Auto durchaus Vorteile. Denn so besteht die Chance, dass das Kind die meiste Zeit im Auto schläft. Allerdings wird von Kinderärzten und Hebammen davon abgeraten, innerhalb der ersten drei Monate lange Wege im Auto zurückzulegen.

Teilweise wird angeraten, in den ersten sechs Lebenswochen nicht länger als zwei Stunden am Stück mit dem Säugling Auto zu fahren.

Beim Autofahren mit einem Baby müssen regelmäßig Trink- und Wickelpausen eingelegt werden.

Beim Autofahren mit einem Baby müssen regelmäßig Trink- und Wickelpausen eingelegt werden.

Lässt sich das Autofahren mit dem Baby nicht vermeiden, sind Pausen unabdingbar. Eine andere Alternative ist, öffentliche Verkehrsmittel, wie die Bahn oder das Flugzeug, zum Transport zu nutzen. IC- und ICE-Züge sind in der Regel mit Abteilung für ein Kleinkind ausgestattet, die von Eltern reserviert werden können.

Viele Fluggesellschaften erlauben die Mitnahme von Babys ab einem Alter von sieben Tagen. Überdenken Sie jedoch vorab genau, ob Sie Ihrem Baby den Flugstress wirklich abverlangen wollen. Gerade der unbekannte Druck auf den Ohren kann den Säuglingen zu schaffen machen.

Ab einem Alter von drei Monaten ist das Autofahren mit dem Baby in der Regel problemlos möglich, sofern auf die erhöhte Verkehrssicherheit geachtet wird.

Wie Sie das Autofahren mit dem Baby planen

Ebenso wie bei Fahrten während der Schwangerschaft gilt es auch nach der Erfüllung vom lang gehegten Kinderwunsch, einiges zu beachten, wenn eine Reise mit dem Pkw ansteht, auf der das Kind mitgenommen werden soll. Eine gute Planung ist das A und O, wenn das Autofahren mit dem Baby harmonisch verlaufen soll. Gerade, wenn Säuglinge mit an Bord sind, können kleine Vorbereitungen im Vorhinein eine Menge bewirken.

Welche Sitzvorrichtung ist geeignet?

Grundsätzlich gilt, je länger die Strecke, desto anstrengender ist das für alle Insassen, ob groß oder klein. Doch während langes Sitzen für einen Erwachsenen eher in kurzzeitigen Nacken- oder Rückenschmerzen endet, können beim Säugling im Ernstfall dauerhafte Wirbelsäulenschäden die Folge sein.

Auch wenn eine Babyschale ein wichtiges Utensil ist, um das Kind für das Autofahren ausreichend zu sichern, ist diese nicht für lange Fahrten konzipiert. Eine solche Sitzvorrichtung stellt vor allem einen optimalen Unfallschutz dar. Die darin einzunehmende gekrümmte Haltung des Säuglings ist jedoch für eine längere Zeit unter Umständen gesundheitsgefährdend und kann dessen Entwicklung beeinträchtigen.

Besser ist es, beim Autofahren mit dem Baby auf eine Vorrichtung zurückzugreifen, die den liegenden Transport ermöglicht. Bestimmte Kinderwagenaufsätze mit installiertem Gurtsystem sind dafür ebenso geeignet wie spezielle Babywiegen- oder wannen. Diese werden auf dem Rücksitz angebracht und ermöglichen dem Säugling eine rückenschonende Fahrt.

Sollte mangels Platz oder aufgrund anderer Ursachen die liegende Unterbringung nicht möglich sein, müssen sie auf eine Babyschale zurückgreifen und das Baby hierin anschnallen. Im Auto sollte das Baby in dieser Position jedoch nicht zu lange bleiben. Legen Sie also beim Autofahren mit dem Baby immer wieder Pausen ein und nehmen Sie Tochter oder Sohn aus der Schale, damit Ihr Kind sich strecken kann.

Transport des Babys laut Straßenverkehrs-Ordnung (StVO)

Gemäß § 21 StVO sind Babys bis Alter von 15 Monaten entgegen der Fahrtrichtung zu transportieren. Außerdem gilt der Rücksitz – und dort der Bereich direkt hinter dem Fahrer – als besonders sicher.

Die Ursache für eine Mitnahme entgegen der Fahrtrichtung liegt in der noch nicht gänzlich ausgeprägten Nackenmuskulatur von Säuglingen. Kommt es zu einem plötzlichen Ruck im Fahrzeug, sind die Kinder so vor den Fliehkräften besser geschützt und der Nacken wird weniger stark belastet.

Eine Unterbringung des Babys auf dem Beifahrersitz ist nur dann statthaft, wenn der Airbag vorher deaktiviert wurde.

Pausen sorgen für Entspannung bei allen Insassen

Spielzeug kann das Autofahren mit einem Baby erleichtern.

Spielzeug kann das Autofahren mit einem Baby erleichtern.

Prinzipiell sollten lange Strecken ausreichend viele Unterbrechungen aufweisen. Ein kurzer Halt an einer Raststätte gibt Ihnen nicht nur die Möglichkeit, Ihr Kind zu wickeln und zu füttern, sondern eine Verschnaufpause an der frischen Luft sorgt auch für Entspannung sowohl für die Erwachsenen als auch für die Säuglinge.

Informieren Sie sich vorab über Orte, die sich für einen Halt anbieten. Liegt beispielsweise ein Park auf der Strecke, kann dieser für ein kleines Picknick genutzt werden. Außerdem bieten manche Raststätten spezielle Spielecken für Babys an, in denen Eltern eine Mikrowelle, einen Wasserkocher und einen Wickeltisch vorfinden.

Versuchen Sie niemals, Ihrem Kind die Windeln beim Autofahren zu wechseln. Bei plötzlichen Bremsmanövern oder anderen Fahrbewegungen sind Sie und Ihr Baby dann nicht ausreichend gesichert und es kann dann schnell zu einem Unfall mit Personenschaden kommen.

Außerdem erzeugt ein hektisches Wickeln auf dem Rücksitz Unruhe, die sich auf den Säugling übertragen und eine harmonische Fahrt abrupt beenden kann.

Kleine Stopps zwischendurch können zudem zum Stillen genutzt werden. Passen Sie, wenn möglich, die Stillzeiten für Pausen ab. So kann der Säugling in aller Ruhe und in bequemer Haltung gefüttert werden. Niemals sollte das Baby beim Autofahren gestillt werden. Wie auch beim Wickeln besteht sonst eine erhöhte Verletzungsgefahr.

Achten Sie also auf Staumeldungen, um während der Stillzeit nicht in einem solchen festzustecken. Sinnvoll ist es zudem, für den Notfall etwas abgepumpte Milch in Fläschchen mitzunehmen.

Sonstige Tipps vor und während der Fahrt

Der Zeitpunkt für die Abfahrt, zum Beispiel in den Urlaub, kann geschickt gewählt werden. Denn bei einem Start in den frühen Morgenstunden ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass das Autofahren mit dem Baby vollkommen problemlos verläuft, weil es die meiste Zeit über schläft. Ähnlich verhält es sich zeitlich mit der Mittagszeit.

Frühe Startzeiten beim Autofahren mit dem Baby können dafür sorgen, dass der Säugling den Großteil der Strecke verschläft.

Frühe Startzeiten beim Autofahren mit dem Baby können dafür sorgen, dass der Säugling den Großteil der Strecke verschläft.

Auch wenn die Hauptmahlzeiten nicht im Fahrzeug eingenommen werden sollten, empfiehlt es sich für Eltern, gesunde Snacks, wie Äpfel oder Möhren, im Auto mitzunehmen. Diese stillen nicht nur den kleinen Hunger zwischendurch, sondern beschäftigen den Sprössling zugleich.

Soll eine Reise ins Ausland stattfinden, müssen Sie einen Kinderreisepass parat haben. Gerade im Sommer sollten Schattenspender bzw. Sonnenblenden an den Scheiben vom Auto montiert werden, damit das Kind nicht geblendet wird oder sich gar einen Sonnenbrand zuzieht. Eine dauerhafte Variante ist die Tönung der Scheiben in der Werkstatt.

Ein wichtiger Punkt beim Autofahren mit einem Baby ist zudem die Unterhaltung. Sobald sich der Säugling langweilt, besteht die Gefahr, dass er zu quengeln beginnt oder sich unwohl fühlt. Dem ist vorzubeugen, wenn Eltern Spielzeug mit an Bord nehmen. Kindermusik hat ebenfalls einen beruhigenden Effekt. Denkbar ist außerdem ein Mobile, welches quer über den Rücksitz gespannt wird.

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