Wissenswertes zur Verkehrsstatistik für die Jahre 2018/2019

Von bussgeldkatalog.org, letzte Aktualisierung am: 7. April 2020

Verkehrsaufkommen in Deutschland: Die Statistik schafft Klarheit

Welchen Zweck verfolgt eine Verkehrsstatistik?
Welchen Zweck verfolgt eine Verkehrsstatistik?

Das überörtliche Straßennetz Deutschlands weist insgesamt eine Länge von über 231.000 Kilometern auf. Mit inbegriffen sind hierbei Bundesautobahnen, Bundesstraßen, Landesstraßen sowie Kreisstraßen. Hinzu kommen außerdem Gemeindestraßen, die über eine Länge von mehr als 413.000 Kilometern verfügen.

Ein derart gut ausgebautes Straßennetz bringt einige Vor- aber auch Nachteile mit sich. Zwar sorgt es für eine bessere Lebensqualität, da Menschen leicht von A nach B gelangen und Güter transportiert werden können, allerdings birgt ein starkes Verkehrsaufkommen gleichzeitig auch ein höheres Unfallrisiko. Hinzu kommen störender Lärm und Abgase.

Sinn und Zweck einer Verkehrsstatistik ist es, den Verkehrsfluss durch die daraus gewonnenen Erkenntnisse besser organisieren und Maßnahmen ergreifen zu können, um eine positive Entwicklung zu fördern. In unserem Ratgeber geben wir Ihnen anhand diverser Verkehrs­statistiken einen Überblick über die Geschehnisse auf deutschen Straßen in den Jahren 2018/2019.

FAQ: Verkehrsstatistik

Welchen Zweck erfüllt eine Verkehrsstatistik?

Durch eine Verkehrsstatistik erkennen Experten, wo und aus welchen Gründen das höchste Unfallrisiko besteht. Mit diesem Wissen können dann entsprechende Maßnahmen ergriffen werden, um den Verkehr zu optimieren und sicherer zu machen.

Wer erstellt die Verkehrsstatistik?

Die Verkehrsstatistik gibt es unter anderem vom Kraftfahrt-Bundesamt. Aber auch Automobilclubs können Erhebungen durchführen. Vom ADAC gibt es z. B. auch eine Stau-Statistik.

Gibt es die Verkehrsstatistik nur in Deutschland?

Nein, auch die Schweiz und Österreich behalten ihr Verkehrsaufkommen im Auge und geben Verkehrs- und Unfallstatistiken heraus.

Was sind die beliebtesten Verkehrsmittel der Deutschen?

Am 1. Januar 2019 waren dem Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) zufolge insgesamt 64,8 Millionen Kraftfahrzeuge mit amtlichen Kennzeichen in Deutschland zugelassen. Mobilität ist dieser Statistik zufolge also ein wichtiger Punkt für die Deutschen. Wie sich diese Zahl auf die verschiedenen Fahrzeugarten aufteilte, zeigt die folgende Tabelle:

Kraftfahrzeuge in Deutschland 2019Anzahl
Personenkraftwagen47,1 Millionen
Anhänger7,5 Millionen
Krafträder4,4 Millionen
Lastkraftwagen3,2 Millionen
Sattelzugmaschinen218.454
Kraftomnibusse80.519

(Quelle: Kraftfahrt-Bundesamt)

Das Auto ist laut Verkehrsstatistik das beliebteste Verkehrsmittel der Deutschen.
Das Auto ist laut Verkehrsstatistik das beliebteste Verkehrsmittel der Deutschen.

Aus dieser Verkehrsstatistik wird sehr deutlich, dass es sich beim Auto mit Abstand um das beliebteste Verkehrsmittel der Deutschen handelt. Dicht dahinter befinden sich Anhänger, Krafträder und Lastkraftwagen. Generell steigerte sich der Bestand an Kraftfahrzeugen in Deutschland laut dem KBA im Jahr 2019 um gut eine Million im Vergleich zum Stichtag des Vorjahres.

Doch auch die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel war laut Statistik im Jahr 2019 ziemlich stark. Über 5,8 Milliarden Fahrten wurden im Linienverkehr mit Bus und Bahn allein im ersten Halbjahr in Deutschland unternommen. Im Durchschnitt wurden in diesem Zeitraum über 32 Millionen Fahrgäste täglich in Linienverbindungen befördert.

10,4 Millionen Fahrgäste entschieden sich bei ihrer Reise laut Verkehrsstatistik im ersten Halbjahr 2019 für den Linienfernverkehr mit Bussen. Etwa 72,3 Millionen Reisende waren mit im Fernverkehr mit Eisenbahnen unterwegs.

Der Verkehr mit Stadt-, Straßen- und U-Bahnen ging der Verkehrsstatistik zufolge im ersten Halbjahr 2019 um 0,3 Prozent zurück. Bei der Nutzung von Nahverkehrsbussen waren es sogar 0,8 Prozent. Einzig und allein der Eisenbahnnahverkehr konnte eine Steigerung von 2,3 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2018 verbuchen.

Statistik: Unfälle im Verkehr

Im Jahr 2018 kam es laut der Verkehrsstatistik des Statistischen Bundesamts zu insgesamt 2.636.468 Unfällen auf deutschen Straßen. Bei 2.327.747 davon konnte lediglich ein Sachschaden verzeichnet werden, Unfälle mit Personenschaden gab es 308.721. Insgesamt 3.265 Menschen mussten im Jahr 2018 ihr Leben bei Verkehrsunfällen lassen.

Im Vergleich zum Vorjahr gab es also 85 Verkehrstote mehr. Laut Statistik bedeutet dies eine Steigerung um 2,7 Prozent. Auch die Zahl der verletzten Personen im Straßenverkehr ist gestiegen – um 1,1 Prozent. 394.600 Menschen zogen sich laut Verkehrsstatistik im Jahr 2018 bei Unfällen im Straßenverkehr Verletzungen zu.

Auch in puncto Stau zeigt die Statistik eine Steigerung im Jahr 2018

Einer Verkehrsstatistik des ADAC zufolge gab es im Jahr 2018 in Deutschland im Durchschnitt 2.000 Staus – jeden Tag. Die Zahlen klingen erschreckend:

  • Insgesamt kam es in etwa zu 745.000 Staus (etwa 3 Prozent mehr als im Vorjahr).
  • Die Staulänge lag dabei bei rund 1.528.000 Kilometern (+ 5 Prozent).
  • Bundesweit standen deutsche Autofahrer 459.000 Stunden im Stau. Umgerechnet sind dies ca. 52 Jahre.


Eine Zusammenfassung der Verkehrsstatistik in Deutschland vom ADAC in Bezug auf Staus im Jahr 2018 finden Sie im folgenden Video:

Der staureichste Tag im Jahr 2018 war übrigens der Mittwoch: Ca. 5.900 Kilometer Stau bildeten sich laut Verkehrsstatistik des ADAC im Durchschnitt am sogenannten “Bergfest” der Woche. Da das Verkehrsaufkommen wahrscheinlich mit der Zeit nicht weniger hoch ausfallen und die Anzahl der Baustellen auf Autobahnen ebenfalls immer weiter ansteigen wird, müssen sich deutsche Autofahrer wohl auch im nächsten Jahr auf Wartezeiten und Stop-and-Go-Situationen einstellen.

Verkehrsstatistik: In der Schweiz gab es ebenfalls weniger Verkehrstote

Im Gegensatz zu Deutschland kam es im Jahr 2018 zu weniger Unfällen im Straßenverkehr in der Schweiz. Einer Verkehrsstatistik des Bundesamtes für Strassen (ASTRA) zufolge gab es insgesamt 54.378 Verkehrsunfälle auf Schweizer Straßen – 1.734‬ weniger als im Vorfahr.

Die Zahl der Unfälle mit Personenschaden in der Schweiz lag bei 18.033, Unfälle mit Getöteten ereigneten sich 228, wobei 233 Menschen starben. Zusammengefasst verunfallten 2018 der Verkehrsstatistik des ASTRA zufolge 9.728 Menschen mit einem Pkw, 3.663 mit dem Motorrad, 4.175 mit dem Fahrrad und 2.137 zu Fuß.

Übrigens: Auch in puncto Stau ist die Statistik für die Schweiz interessant: 25.366 Stunden standen Schweizer Autofahrer auf Nationalstraßen 2018 im Stau. Dies sind immerhin 2 Stunden weniger als im Jahr 2017.

Es gab laut Statistik auch weniger Verkehrstote im Jahr 2016 in Österreich.
Es gab laut Statistik weniger Verkehrstote im Jahr 2018 in Österreich.

Wie sieht es mit der Verkehrsstatistik für Österreich aus?

Eine erfreuliche Nachricht: Es gab 2018 weniger Verkehrstote in Österreich. Laut einer Statistik des Bundesministeriums für Inneres (BMI) mussten insgesamt 400 Personen im Jahr 2018 ihr Leben bei Unfällen auf Österreichs Straßen lassen. Damit verstarben im Vergleich zum Vorjahr 14 Menschen weniger, was eine Verringerung von 3,4 Prozent bedeutet.

Es handelt sich dabei zudem laut der Verkehrsstatistik um die niedrigste Zahl an verstorbenen Personen im Verkehr seit 1950. Vor dem Jahr 2013 waren es stets mehr als 500 Verkehrstote.

Das Jahr 1972 gilt in Österreich übrigens als das „schwärzeste Jahr der Unfallstatistik, da es insgesamt 2.948 Todesopfer bei Verkehrsunfällen gab.

Konnten wir Ihnen weiterhelfen? Dann bewerten Sie uns bitte:
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (25 Bewertungen, Durchschnitt: 4,32 von 5)
Wissenswertes zur Verkehrsstatistik für die Jahre 2018/2019
Loading...
Diese Themen könnten Sie auch interessieren:

Verfasse einen neuen Kommentar


Bußgeldkatalog als PDF
Der aktualisierte Newsletter 2020 vom VFR Verlag zum Download und Ausdrucken.
Jetzt kostenlos per E-Mail anfordern:
Mit dem Absenden akzeptieren Sie unsere Datenschutzerklärung.