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Strafenkatalog für den Straßenverkehr – Worauf basiert er, wer ist zuständig?

Von bussgeldkatalog.org, letzte Aktualisierung am: 20. August 2021

Der Strafenkatalog in Deutschland

Vom Blitzer erwischt: Der Strafenkatalog verhängt je nach Schwere des Verstoßes verschiedene Sanktionen.
Vom Blitzer erwischt: Der Strafenkatalog verhängt je nach Schwere des Verstoßes verschiedene Sanktionen.

Unzählige Regeln sind in unterschiedlichen Verordnungen zum öffentlichen Verkehr aufgestellt worden. Sie alle sollen den Verkehrsfluss regulieren und für mehr Sicherheit auf deutschen Straßen sorgen. Der Strafenkatalog, der in diesem Zusammenhang auch häufig Bußgeldkatalog genannt wird, gibt dabei vor – so sagt es bereits sein Name -, mit welcher Strafe derjenige rechnen kann, der gegen diese Regeln verstößt.

Dazu zählen Verstöße gegen die festgesetzten Regelungen in den folgenden Verordnungen:

  • Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO)
  • Fahrzeug-Zulassungsverordnung (FZV)
  • Fahrerlaubnisverordnung (FeV)
  • Straßenverkehrs-Ordnung (StVO)

Insbesondere Sanktionen für Verstöße gegen letzteres – die Straßenverkehrsordnung – listet der Strafenkatalog dabei auf. Darauf wollen wir auch im Folgenden den Fokus legen.

Behalten Sie dabei aber im Kopf: Als Strafen werden an dieser Stelle Sanktionen wie Bußgelder, Punkte in Flensburg oder ein Fahrverbot bezeichnet. Damit ist hier nicht speziell die Ahndung von Straftaten gemeint – auch diese gibt es zwar im Verkehrsrecht, aber nur unter bestimmten Umständen kann wirklich von einer Straftat gesprochen werden. Die häufigsten Vergehen im Straßenverkehr (wie der Strafenkatalog im Folgenden) beziehen sich auf Ordnungswidrigkeiten.

FAQ: Strafenkatalog

Was ist der Strafenkatalog?

Als Strafenkatalog wird in Deutschland umgangssprachlich der Bußgeld- bzw. Tatbestandskatalog über Verkehrsordnungswidrigkeiten bezeichnet. Mitunter verstehen Laien unter diesem Begriff Straftaten, die jemand im Straßenverkehr begeht.

Welche Verkehrsstraftaten gibt es?

Typische Straftaten sind z. B. die Straßenverkehrsgefährdung oder das Fahren ohne Fahrerlaubnis. Eine Übersicht zu den Verkehrsstraftaten sowie den hierfür vorgesehenen Strafen finden Sie in dieser Tabelle.

Welche Beispiele für Verkehrsordnungswidrigkeiten beinhaltet der Strafenkatalog?

Beispiele für Ordnungswidrigkeiten im Straßenverkehr sind Geschwindigkeitsüberschreitungen, das Handy am Steuer, rechts überholen oder unter Umständen die Fahrt unter Einfluss von Alkohol.

Strafenkatalog für Straftaten im Straßenverkehr

Straf­tatStra­fe*Punk­teNeben­strafe
fahr­lässi­ge Tö­tungGeld­strafe oder Frei­heits­strafe bis 5 Jahre2-3**Fahr­ver­bot bis 6 Mo­nate oder Ent­zie­hung der Fahr­erlaub­nis
fahr­lässi­ge Kör­per­ver­let­zungGeld­strafe oder Frei­heits­strafe bis 3 Jahre2-3**Fahr­ver­bot bis 6 Mo­nate oder Ent­zie­hung der Fahr­erlaub­nis
Nöti­gungGeld­strafe oder Frei­heits­strafe bis 3 Jahre2-3**Fahr­ver­bot bis 6 Mo­nate oder Ent­zie­hung der Fahr­erlaub­nis
gefähr­licher Ein­griff in den Bahn-, Schiffs- und Luft­verkehrFrei­heits­strafe zwischen 6 Mona­ten und 10 Jahren2-3**Fahr­ver­bot bis 6 Mo­nate oder Ent­zie­hung der Fahr­erlaub­nis
gefähr­licher Ein­griff in den Straßen­verkehrGeld­strafe oder Frei­heits­strafe bis 5 Jahre2-3**Fahr­ver­bot bis 6 Mo­nate oder Ent­zie­hung der Fahr­erlaub­nis
Gefähr­dung des Straßen­verkehrsGeld­strafe oder Frei­heits­strafe bis 5 Jahre2-3**Fahr­ver­bot bis 6 Mo­nate oder Ent­zie­hung der Fahr­erlaub­nis
verbo­tenes Auto­rennenGeld­strafe oder Frei­heits­strafe bis 2 Jahre2-3**Fahr­ver­bot bis 6 Mo­nate oder Ent­zie­hung der Fahr­erlaub­nis
Fahrer­fluchtGeld­strafe oder Frei­heits­strafe bis 3 Jahre2-3**Fahr­ver­bot bis 6 Mo­nate oder Ent­zie­hung der Fahr­erlaub­nis
Trunken­heit im VerkehrGeld­strafe oder Frei­heits­strafe bis 1 Jahr2-3**Fahr­ver­bot bis 6 Mo­nate oder Ent­zie­hung der Fahr­erlaub­nis
Voll­rauschGeld­strafe oder Frei­heits­strafe bis 5 Jahre2-3**Fahr­ver­bot bis 6 Mo­nate oder Ent­zie­hung der Fahr­erlaub­nis
unter­lassene Hilfe­leistungGeld­strafe oder Frei­heits­strafe bis 1 Jahr2-3**Fahr­ver­bot bis 6 Mo­nate oder Ent­zie­hung der Fahr­erlaub­nis
Fahren ohne (gültige) Fahr­erlaub­nisGeld­strafe oder Frei­heits­strafe bis 1 Jahr2-3**Fahr­ver­bot bis 6 Mo­nate oder Ent­zie­hung der Fahr­erlaub­nis
Kenn­zeichen­miss­brauchGeld­strafe oder Frei­heits­strafe bis 1 Jahr2-3**Fahr­ver­bot bis 6 Mo­nate oder Ent­zie­hung der Fahr­erlaub­nis
* für den Grundtatbestand
** bei Fahrverbot 2, bei Entziehung der Fahrerlaubnis 3 Punkte

Der “Strafenkatalog” gemäß der StVO

Der Strafenkatalog betrifft nicht nur Kfz-Führer, sondern kann auch Radfahrer oder Fußgänger belangen.
Der Strafenkatalog betrifft nicht nur Kfz-Führer, sondern kann auch Radfahrer oder Fußgänger belangen.

Die StVO ist eine der wichtigsten Rechtsgrundlagen im Straßenverkehrsrecht. Wer gegen die darin vorgeschriebenen Regeln verstößt, muss mit einem Bußgeld und gegebenenfalls mit Punkten in Flensburg und einem Fahrverbot rechnen. Wann welche Sanktionen in Betracht kommen, regelt der zur StVO dazugehörige Strafenkatalog bzw. Bußgeldkatalog.

Typische Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung sind z. B.:

  • Geschwindigkeitsüberschreitungen
  • Missachtung der Vorfahrt
  • Rotlichtverstoß
  • Fahren unter Alkoholeinfluss

Normalerweise gelten die besagten Zuwiderhandlungen lediglich als Ordnungswidrigkeit, weil sie nicht so schwerwiegend angesehen werden. Deswegen sieht die Verkehrsordnung laut “Strafenkatalog” auch keine wirklichen Strafen vor, sondern lediglich die soeben bereits erwähnten Sanktionen.

Sanktionen für Ordnungswidrigkeiten gemäß Strafenkatalog: Bußgeld, Punkte, Fahrverbot

Die Sanktionen im Strafenkatalog für den Verkehr können je nach Verstoß Folgende sein:

  • Verwarngeld (5-55 Euro) für besonders geringfügige Verstöße
  • Bußgeld (60 Euro) – führt zur Einleitung eines Bußgeldverfahrens
  • Punkte in Flensburg (je nach Schwere der Tat ein bis drei Punkte)
  • Fahrverbot (mind. ein Monat, gemäß Strafenkatalog zunächst höchstens drei Monate)

Gefährdung des Straßenverkehr – Strafenkatalog des § 315c StGB

Geblitzt: Gemäß Strafenkatalog erhalten Sie bei einem entsprechenden Verstoß einen Bußgeldbescheid.
Geblitzt: Gemäß Strafenkatalog erhalten Sie bei einem entsprechenden Verstoß einen Bußgeldbescheid.

Bestimmte Verhaltensweisen von Verkehrsteilnehmern sind jedoch so rücksichtslos, gefährlich und schwerwiegend, dass der Gesetzgeber diese unter Strafe stellt. Er hat hierfür verschiedene Straftatbestände, die vor allem im Strafgesetzbuch (StGB) festgeschrieben sind.

Nach diesem “Strafenkatalog” kann eine Geschwindigkeitsverletzung als strafbare Gefährdung des Straßenverkehrs nach § 315c Abs. 1 Nr. 2 StGB eingestuft werden – und zwar dann, wenn der Täter …

  • grob verkehrswidrig und rücksichtslos”
  • an unübersichtlichen Stellen, an Straßenkreuzungen, Straßeneinmündungen oder Bahnübergängen zu schnell fährt” und
  • dadurch andere Menschen oder wertvolle Sachen gefährdet werden.

Auch die anderen drei oben benannten typische Verstöße gegen die StVO – Missachtung der Vorfahrt, Rotlichtverstoß und Trunkenheitsfahrt – können sogar strafbar sein. Der Strafenkatalog des § 315c StGB sieht hierfür eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder eine Geldstrafe vor.

Strafenkatalog für zu schnelles Fahren: Illegale Autorennen

Weil in der jüngsten Vergangenheit immer wieder unbeteiligte Menschen bei illegalen Autorennen zu Tode kamen, schuf der Gesetzgebers hierfür einen eigenen Straftatbestand: § 315d StGB stellt nun Kraftfahrzeugrennen im Straßenverkehr ausdrücklich unter Strafe. Dieser Paragraphen beinhaltet folgenden Strafenkatalog (Auszug):

Strafenkatalog: Der BGH hat die Tötung Unbeteiligter bei einem illegalen Autorennen auch schon als Mord eingestuft.
Strafenkatalog: Der BGH hat die Tötung Unbeteiligter bei einem illegalen Autorennen auch schon als Mord eingestuft.
  1. Ausrichten oder Durchführen eines verbotenen Rennens: bis zu zwei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe (gilt auch bei einem Versuch)
  2. Teilnahme an einem Rennen als Fahrer: bis zu zwei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe
  3. grob verkehrswidriges und rücksichtsloses Fahren mit unangepasster Geschwindigkeit, “um eine höchstmögliche Geschwindigkeit zu erreichen“: bis zu zwei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe
  4. Gefährdung anderer Menschen oder wertvoller Sachen im Falle von Nr. 2 oder 3: Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe
  5. fahrlässiges Verursachen dieser Gefahr: Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe
  6. Tod oder schwere Verletzung eines anderen Menschen verursacht: Freiheitsstrafe zwischen einem und zehn Jahren

Auch Fahrerlaubnis und Führerschein können laut Strafenkatalog für eine Straftat im Straßenverkehr entzogen werden. Dies hat außerdem drei Punkte in Flensburg zur Folge.

Weitere typische Verkehrsstraftaten

Weitere häufig vorkommende Straftaten im öffentlichen Straßenverkehr laut Strafenkatalog des StGB sind:

  • Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort (Fahrerflucht) – Achtung: Eine solche Straftat begeht auch, wer dem geschädigten Unfallgegner nur einen Zettel hinter der Windschutzscheibe hinterlässt.
  • Unterlassene Hilfeleistung nach eine Unfall: Auch Unbeteiligte und Zeugen sind verpflichtet, Erste Hilfe zu leisten und mindestens einen Notruf abzusetzen.
  • Fahrlässige Körperverletzung oder Tötung: Mit diesem Vorwurf sieht sich gewöhnlich jeder Unfallverursacher konfrontiert, wenn durch seinen Verkehrsverstoß ein Mensch (tödlich) verletzt wurde.

Wer ahndet die Verkehrssünder gemäß Strafenkatalog?

Bei Verkehrsordnungswidrigkeiten gibt es hinsichtlich der Verfolgung dieser eine Besonderheit: Während andere Ordnungswidrigkeiten von den Verwaltungsbehörden geahndet werden, wird eine Verkehrsordnungswidrigkeit anhand der Vorschriften im Strafenkatalog von der Polizei verfolgt. Kann sie den Täter ermitteln, erlässt die zuständige Bußgeldbehörde einen entsprechenden Bußgeldbescheid.

Bei einer Ordnungswidrigkeit landet die Angelegenheit nur beim Staatsanwalt und vor Gericht, wenn der Betroffene Einspruch gegen den Bescheid einlegt und die Verkehrsbehörde bei ihrer Entscheidung bleiben will.

Für Straftaten ist neben der Polizei auch die Staatsanwaltschaft als Ermittlungsbehörde zuständig. Erhebt sie Anklage gegen den Täter, kommt es zur Hauptverhandlung vor einem Strafgericht. Dieses legt die Strafe individuell fest – innerhalb des Strafrahmens des jeweiligen Straftatbestands.

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