Schmerzensgeld bei einer Augenverletzung - Unfall 2018

Schmerzensgeld bei einer Augenverletzung: Ein teurer Sehschaden

Das Auge: Ein wahres Farbwahrnehmungswunder

Schmerzensgeld kann eine Augenverletzung unter bestimmten Voraussetzungen entschädigen.

Schmerzensgeld kann eine Augenverletzung unter bestimmten Voraussetzungen entschädigen.

Gelb, Blau, Rot – das sind die drei Grundfarben, aus deren Mischung diverse Abstufungen entstehen. Dass das Auge also zahlreiche Farb-Facetten erkennen kann, ist sicher Allgemeinwissen. Aber dass die Augen 10 Millionen verschiedene Farbtöne wahrnehmen können, mag dann doch überraschen.

Das Auge ist ein sehr empfindliches und zugleich extrem wichtiges Organ des Menschen. Wunden sind hier schmerzhaft und haben einen erheblichen Einfluss auf die Lebensqualität des Betroffenen.

Kommt Schmerzensgeld bei einer Augenverletzung in Frage, fällt dieses daher mitunter sehr hoch aus. Welche Summen kommen konkret in Frage? Wann entsteht überhaupt ein solcher Entschädigungsanspruch? In unserem Ratgeber widmen wir uns diesen und weiteren Fragen zum Thema.

Schmerzensgeld gemäß BGB

Nach einem Verkehrsunfall stehen den Betroffenen verschiedene Leistungen zu. Allen voran steht dabei der Schadensersatz, der die Begleichung sämtlicher Kosten, die mit dem materiellen Schaden in Verbindung stehen, umfasst. Wurden Personen verletzt, kann unter Umständen außerdem Schmerzensgeld geltend gemacht werden.

Gemäß § 253 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) steht einer Person Schmerzensgeld zu, sobald sie von einem anderen körperlich, gesundheitlich, sexuell oder freiheitlich geschädigt wurde.

Schmerzensgeld bei einer Augenverletzung basiert auf der Bestimmung in § 253 BGB.

Schmerzensgeld bei einer Augenverletzung basiert auf der Bestimmung in § 253 BGB.

Das Schmerzensgeld dient der Genugtuung und dem Ausgleich eines Opfers, welchem vorsätzlich oder grob fahrlässig Einbußen zugefügt wurden. Diese Entschädigungsvariante umfasst neben physischen auch psychische Schäden. Die Anwendbarkeit ist demnach sehr großflächig.

Entschädigungspflichtig sind indes nur Verletzungen mit einer gewissen Erheblichkeit. Bagatellschäden, wie Prellungen oder Schürfwunden, die ohne weitere Wunden vorliegen, begründen häufig kein Schmerzensgeld. Bei einer Augenverletzung ist das anders. Hier handelt es sich nicht selten um Verletzungen, die den Betreffenden stark belasten und daher eine Anspruchsgrundlage darstellen.

Welche Augenverletzungen gibt es?

Schäden am Auge können sehr unterschiedlicher Natur sein. Grundsätzlich lassen sich oberflächliche und innere (medizinisch: perforierende) Wunden unterscheiden. Erstere entstehen beispielsweise durch Prellungen oder Fremdkörper. So kann es bei einem Motorradunfall geschehen, dass Glassplitter die Augen verletzen. Bei Wunden an der Netz-, der Hornhaut oder gar dem Glaskörper handelt es sich um perforierende Beeinträchtigungen, die oftmals nur operativ zu behandeln sind.

Neben Schmerzen sind Sehbehinderungen typisch für beschädigte Augen. In besonders drastischen Fällen treten gar Erblindungserscheinungen auf. Wird dann nicht rechtzeitig gehandelt, leidet der Patient im Ernstfall Jahre lang an Sehstörungen.

Höhe vom Schmerzensgeld bei einer Augenverletzung

Wie viel Schmerzensgeld eine Augenverletzung nach sich zieht, bestimmt sich immer am Einzelfall. Entscheidend ist unter anderem, welche Verletzung konkret vorliegt, ob also beispielsweise eine Teil- oder gar Totalerblindung Folge des Schadensereignisses ist oder lediglich ein Bluterguss am Lid vorliegt.


Aufgrund dieser Individualität ist es unerlässlich, sich an einen Anwalt zu wenden, wenn Schmerzensgeld für eine Augenverletzung geltend gemacht werden soll. Der Fachmann kann seine Mandanten eingehend darüber beraten, ob überhaupt ein Anspruch auf Schmerzensgeld besteht. Außerdem kann er mit der gegnerischen Versicherungen verhandeln.

Ein Anwalt ist eine große Hilfe, um Schmerzensgeld bei einer Augenverletzung durchzusetzen.

Ein Anwalt ist eine große Hilfe, um Schmerzensgeld bei einer Augenverletzung durchzusetzen.

Landet der Fall vor einem Zivilgericht, legen die Richter unter Gesamtwürdigung der Umstände nach freiem Ermessen eine Summe fest. Dabei berücksichtigen sie unter anderem die Stärke der Schmerzen, die Dauer des stationären Aufenthaltes, Folgeschäden und weiteres.

Um jedoch nicht vollkommen ohne Orientierung zu sein, was die Höhe vom Schmerzensgeld bei einer Augenverletzung betrifft, existieren Schmerzensgeldtabellen. Diese dienen dem Verletzten, dem Anwalt und dem Richter als Übersicht über die möglichen Beträge. Bindend sind die darin enthaltenden Summen nicht. Sie sollen lediglich veranschaulichen, in welchem Rahmen sich die Verhandlung bewegen wird.

Wie eine solche Tabelle aussieht, können Sie sich hier anschauen. In der nachfolgenden Übersicht finden Sie diverse Urteile, in denen Schmerzensgeld bei einer Augenverletzung zuerkannt wurde:
VerletzungSchmerzensgeld bei einer AugenverletzungUrteil
Totalerblindungca. 230.100 EuroOLG Berlin, 2004, Az. 20 U 19/03
Nahezu Teilerblindung des linken Auges100.000 EuroOLG Struttgart, 2003, Az. 1 U 81/02
Sehkraftminderung am linken Auge, Gesichtsschnittwunden, Schädelprellung, Gehirnerschütterung, Unterarmfraktur, Unfallschockca. 12.800 EuroLG Amberg, 1983, Az. 2 O 1097/81
schwere Augapfelprellungca. 1.000 EuroLG Augsburg, 1990, Az. 9 O 3862/89
Vorübergehende Sehstörungca. 300 EuroOLG Oldenburg, 1990, Az. 5 U 163/89

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