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MONOcam soll Handyverstöße erfassen: Rheinland-Pfalz startet Pilotprojekt

News von bussgeldkatalog.org, veröffentlicht am: 20. Mai 2022

Das automatische Überwachungssystem MONOcam ist in der Lage, Handyverstöße am Steuer zu erfassen.
Das automatische Überwachungssystem MONOcam ist in der Lage, Handyverstöße am Steuer zu erfassen.

Dass das Hantieren mit Mobiltelefonen und anderen elektronischen Geräten am Steuer verboten ist, ist eigentlich hinreichend bekannt. Trotzdem gibt es viele Fahrzeugführer, die sich nicht daran halten. In Zukunft könnte es leichter werden, diese Handysünder zu erfassen. Möglich macht das das neue Überwachungssystem MONOcam, das nun in Rheinland-Pfalz getestet wird.

MONOcam: „Handy-Blitzer” nach dem Vorbild der Niederlande

Auf die Idee, Handyverstöße automatisch zu erfassen, kam als erstes die niederländische Polizei. Diese entwickelte gemeinsam mit der Universität Utrecht ein entsprechendes Überwachungssystem namens „MONOcam”.

Das funktioniert folgendermaßen:

  • Kameras werden an einem erhöhten Punkt über der Fahrbahn installiert, z. B. an einer Brücke. Sie sind so ausgerichtet, dass sie die Fahrzeuge von schräg oben erfassen. Dadurch sind nicht nur der Kopf und der Oberkörper der Fahrer im Bild, sondern auch deren Bauch- und Beckenbereich.
  • Die Kameras erfassen jedes passierende Fahrzeug, während eine künstliche Intelligenz (KI) die Bilder in Sekundenbruchteilen auswertet. Registriert die Software dabei eine bestimmte Handhaltung des Fahrers sowie ein vermeintliches Handy in dessen Hand, wird das entsprechende Bild gespeichert.
  • Polizisten sehen sich die Bilder an und beurteilen, ob sie tatsächlich einen Handyverstoß zeigen. Ist das nicht der Fall, werden die Aufnahmen augenblicklich gelöscht.

In den Niederlanden hat sich MONOcam bereits bewährt. Nach einer einjährigen Testphase ging der Handy-Blitzer dort im November 2020 in den Regelbetrieb über.

Erster Einsatz in Deutschland: Am 1. Juni startet MONOcam in Trier

In den Niederlanden kommt MONOcam bereits seit Ende 2020 regulär zum Einsatz.
In den Niederlanden kommt MONOcam bereits seit Ende 2020 regulär zum Einsatz.

Auch Rheinland-Pfalz möchte die Zahl der Handyverstöße und der daraus resultierenden Unfälle senken. Schon im Sommer 2021 fand sich eine landesweite Arbeitsgruppe im Polizeipräsidium Trier zusammen, um die Möglichkeiten einer technischen Überwachung zu besprechen. Inspiriert von den Niederlanden will auch sie nun auf MONOcam setzen. Rheinland-Pfalz ist damit das erste Bundesland, das eine automatisierte Lösung nutzt, um Handyverstöße zu erfassen.

Ein erster Testlauf fand bereits gestern früh an der Autobahn 6 bei Mainz statt. Dort wurden pro Stunde etwa 20 Pkw- und Lkw-Fahrer mit dem Handy am Steuer überführt – und das, obwohl die Kontrolle durch ein Hinweisschild angekündigt wurde.

Ab 1. Juni soll MONOcam in eine längere Testphase starten: Drei Monate wird das System im Polizeipräsidium Trier getestet und drei weitere Monate danach im Polizeipräsidium Mainz. Anschließend erfolgt eine Auswertung der Ergebnisse. Fallen diese zufriedenstellend aus, könnte bald ein dauerhafter Einsatz von MONOcam denkbar sein, und das nicht nur in Rheinland-Pfalz, sondern auch in anderen Bundesländern.

Bußgeldkatalog: Was droht bei Handy am Steuer?

Beschrei­bungBuß­geldPunk­teFahrverbotFVerbotLohnt ein Einspruch?
Als Kraftfahrer das Handy am Steuer genutzt100 €1Hier prüfen **
... mit Ge­fährdung150 €21 Monat1 MHier prüfen **
... mit Sachbe­schädigung200 €21 Monat1 MHier prüfen **
Beim Fahrrad­fahren das Handy genutzt55 €Hier prüfen **

Quellen und weiterführende Links

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2 Kommentare

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  1. TH sagt:

    Hat dieser Staat derzeitig keine anderen Probleme? Energiepreiserhöhungen, Flüchtlinge, Wohnungsleerstand usw…
    Sollte man nicht erstmal diese Baustellen erledigen ohne bereits weitere anzufangen?

    • Fennec sagt:

      Dieser Staat braucht für die Erfüllung der anderen Aufgaben Geld. Autofahrer haben idR. mehr davon, als jene, die sich keins leisten können, also sind wir die Milchkuh der Nation die es zu melken gilt. Wenn Du als Radler mit Handy erwischt wirst, zahlst Du nur 55%, bekommst also 44% Rabatt im Vgl. zum Autofahrer… 😉

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