MPU-Auflage: Anwalt einschalten oder nicht?

Von Sandra, letzte Aktualisierung am: 4. Oktober 2019

Wie kann eine Anwalt bei einer MPU helfen?

Wann ist ein Anwalt für eine MPU ratsam?
Wann ist ein Anwalt für eine MPU ratsam?

Die Auflage einer medizinisch-psychologischen Untersuchung ist für Betroffene nicht nur ein Schock, sondern manchmal existenziell bedrohend. Da diese vergleichsweise hohe Kosten nach sich zieht, bringt das nicht wenige in Finanzierungsschwierigkeiten. Zudem benötigen viele ihr Kfz für die Berufsausübung, ein Entzug der Fahrerlaubnis wäre dementsprechend fatal.

Der folgende Ratgeber beantwortet Fragen wie: „Kann ich eine MPU umgehen, wenn ein Anwalt eingeschaltet wird?“ und „Wann kann ein Anwalt für eine MPU hilfreich sein?“

FAQ: Anwalt wegen MPU beauftragen

Kann ein Anwalt eine angeordnete MPU abwehren?

Gegen die Anordnung der MPU kann auch der Anwalt kaum etwas ausrichten. Das Bundesverwaltungsgericht betrachtet die Anordnung als rein vorbereitend. Sie lässt sich nicht selbstständig angreifen. Der Anwalt kann jedoch unter Umständen helfen, wenn die Behörde die Fahrerlaubnis entzogen hat oder ihre Wiedererteilung ablehnt.

Ich habe die MPU nicht bestanden. Lohnt es sich, deswegen einen Anwalt einzuschalten?

Soweit das Gutachten den wissenschaftlichen Grundsätzen entspricht, sind dessen Wertungen kaum anfechtbar. Es macht daher viel mehr Sinn, sich von vornherein gründlich auf die Untersuchung vorzubereiten.

Es ist nur selten möglich, die MPU durch einen Anwalt zu umgehen

Betroffene können sich nicht darauf verlassen, dass eine MPU durch einen Anwalt grundsätzlich umgangen werden kann. Dies hängt damit zusammen, dass die Anordnung selbst nicht angreifbar ist und somit kein konkreter Rechtsbehelf angewandt werden kann.

So könnte eine MPU durch einem Rechtsanwalt erst dann angefochten werden, wenn Sie entgegen der Aufforderung kein Gutachten erbracht haben – weil dieses eine Sache darstellt, die dann zusätzlich berücksichtigt werden müsst – und daraufhin eine Entziehung der Fahrerlaubnis erfolgen würde.

Im Regelfall kann die alleinige Auflage der MPU selbst vom Anwalt nicht angefochten werden, der Fahrerlaubnisentzug in Verbindung mit der MPU theoretisch schon.
Ein Anwalt kann zur MPU-Vorbereitung konsultiert werden
Ein Anwalt kann zur MPU-Vorbereitung konsultiert werden

Nach Eingang des entsprechenden Bescheides haben Betroffene einen Monat Zeit, der Entziehung der Fahrerlaubnis zu widersprechen. Möchten Sie Ihre MPU also mit Anwalt bestreiten, dann ist frühzeitiges Handeln das A und O. Ob dann tatsächlich reale Chancen auf ein Umgehen der Maßnahme bestehen, hängt natürlich vom Einzelfall ab. Hat die Behörde berechtigterweise Zweifel an der Eignung eines Verkehrsteilnehmers – z. B., wenn dieser unter Alkoholeinfluss einen Unfall verursacht hat und dann Fahrerflucht begangen hat – dann kann eine Rechtsvertretung an der Auflage konkret nichts bewirken.

MPU nicht bestanden – kann ein Anwalt dabei helfen?

Möchten Sie ein MPU-Gutachten anfechten, sind Ihr Anwalt und Sie in der Beweispflicht. Sie müssen dann schlüssig und stichhaltig nachweisen können, dass die betroffene Prüfstelle eine falsche Einschätzung getroffen hat. Hierfür müsste es unter anderem nötig sein, Aufnahmen der Gespräche auszuwerten. Für den zu Prüfenden besteht jedoch im Regelfall kein Anspruch auf diese Gesprächsaufzeichnungen. Auch hier sind reale Erfolgschancen eher gering.

Nichtsdestotrotz kann bei der Vorbereitung auf die MPU ein Anwalt konsultiert werden. Dieser kann Ihnen im Normalfall Tipps geben, wie Prüfungsanforderungen zu meistern sind und welche Dinge Sie im persönlichen Gespräch lieber vermeiden sollten. Außerdem kann er Ihnen auch bei weiteren Fragen rund um die MPU zur Seite stehen – etwa, wenn Sie Auskünfte zum Abstinenznachweis oder ähnlichem brauchen.

Fazit: Kann eine MPU mit einem Anwalt erleichtert werden?

  • Wenn es um die Anforderung einer Erbringung geht, kann eine MPU von einem Anwalt aller Erfahrung nach nicht angefochten werden.
  • Kommt es hingegen zur Entziehung der Fahrerlaubnis, besteht unter Umständen die Möglichkeit, gegen diese und die ursprüngliche Auflage vorzugehen.
  • War das erste Gutachten der MPU negativ, kann ein Anwalt bei der Vorbereitung auf den nächsten Test zur Seite stehen.
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