Mobbing in der Schule: Psychoterror für Schüler

Von bussgeldkatalog.org, letzte Aktualisierung am: 31. Juli 2020

Mobbing in der Schule: Laut Statistik weit verbreitet

Studien zeigen, dass Mobbing in der Schule keine Seltenheit ist.
Studien zeigen, dass Mobbing in der Schule keine Seltenheit ist.

Laut der Pisa-Studie aus dem Jahr 2017 ist jeder sechste Schüler im Alter von 15 Jahren von Mobbing in der Schule betroffen. Eine Studie der Bertelsmann-Stiftung kommt außerdem zu dem Ergebnis, dass jeder dritte Schüler Angst vor Gewalt und Ausgrenzung in der Klasse oder auf dem Schulhof hat.

Durch Mobbing in der Schule steigt das Risiko für psychische Erkrankungen, Schüler werden zudem beim Lernen gehemmt. Sowohl Eltern als auch die Lehrer sind in der Pflicht, konsequent gegen Mobbing in der Schule vorzugehen.

Doch wie genau kann das gelingen? Welche Ursachen hat Mobbing in der Schule eigentlich? Drohen dem Täter bei Mobbing an der Schule strafrechtliche Konsequenzen? Diesen Fragen geht der nachfolgende Ratgeber auf den Grund und informiert Sie umfassend.

FAQ: Mobbing in der Schule

Wie kommt es in der Schule zu Mobbing?

Mobbing kann überall vorkommen: im Alltag, am Arbeitsplatz oder auch an der Schule. Welche Gründe genau dazu führen, dass Menschen zum Täter werden lässt sich nicht pauschal sagen. Um diese Frage zu beantworten, müssen stets die individuellen Umstände betrachtet werden.

Mobbing in der Schule: Wie kann ich meinem Kind helfen?

Hier erhalten Sie einen Überblick der Schritte, die Sie in die Wege leiten können, wenn Ihr Kind unter Mobbing an der Schule leidet.

Welche Strafe erwartet den Täter?

Opfer haben unterschiedliche rechtliche Möglichkeiten um gegen Täter, die Mobbing in der Schule praktizieren, vorzugehen. So können auch unter 14-Jährige Kinder schon zivilrechtlich für ein solches Fehlverhalten belangt werden. Ab einem Alter von 14 Jahren oder mehr kommen sogar strafrechtliche Konsequenzen in Betracht. Mehr dazu hier.

Was bedeutet Mobbing genau?

Mobbing in der Schule: Laut Definition ist darunter eine wiederholte und regelmäßige Schikane einzelner Mitschüler zu verstehen.
Mobbing in der Schule: Laut Definition ist darunter eine wiederholte und regelmäßige Schikane einzelner Mitschüler zu verstehen.

Das Wort Mobbing ist vom englischen Verb „to mob“ abgeleitet. Dieses bedeutet „belästigen oder anpöbeln“. Der Begriff wird in der Soziologie genutzt und beschreibt das wiederholte und regelmäßige Schikanieren eines einzelnen Menschen.

Mobbing kann an unterschiedlichen Orten ausgeübt werden. Häufig tritt es am Arbeitsplatz oder in der Schule auf. Auch im Internet steht Schikane gegen andere nicht selten auf der Tagesordnung. In diesem Fall handelt es sich um Cyber-Mobbing.

In der Schule kann sich Mobbing in unterschiedlichen Formen äußern. Die Handlungen der Täter haben das Ziel, das ausgewählte Opfer fertig zu machen und sozial auszugrenzen. Dabei lassen sich zwei unterschiedliche Formen der Schikane unterscheiden:

  • Direktes Mobbing in der Schule: Drohungen und Beschimpfungen, öffentliches Hänseln, Schikane, das Opfer bloßstellen
  • Indirektes Mobbing in der Schule: Ausgrenzung, falsche Gerüche über das Opfer verbreiten, Beschädigung des Eigentums

Wichtig: Es gibt für das Mobbing in der Schule keine einheitliche Definition. Die Schikanen können unterschiedliche Ausmaße annehmen und für die Opfer unterschiedlich schwerwiegende Folgen haben. Auch vermeintlich kleinere Streiche gegen Mitschüler können für diese schon eine Form des Mobbings darstellen.

Mobbing in der Klasse: Auswirkungen auf die Opfer

Wie eingangs bereits erwähnt, gibt es nicht wenige Kinder und Jugendliche, die von Mobbing in der Schule betroffen sind. Gerade in jungen Jahren kann die Schikane tiefe Spuren hinterlassen und sogar zu psychischen Schäden führen.

Betroffene ändern oft ihre Verhaltensweisen. Erstes Anzeichen für ein Mobbing in der Schule kann sein, dass der Jugendliche nicht mehr den Unterricht besuchen möchte. Weiterhin ziehen sich viele Opfer zurück und versuchen, sich von der Außenwelt abzuschotten.

Auch Alpträume und ein Abfall der schulischen Leistungen können ein Merkmal sein, dass der Betroffene gemoppt wird. In einigen Fällen geht die Belastung so weit, dass Mobbingopfer versuchen, sich das Leben zu nehmen.

Mobbing in der Schule: Hilfe für Betroffene

Was können Eltern und Schüler unternehmen, um an der Schule das Mobbing zu stoppen?
Was können Eltern und Schüler unternehmen, um an der Schule das Mobbing zu stoppen?

Da Mobbing in der Schule häufig im Verborgenen geschieht, ist es für Lehrer und Eltern nicht immer leicht, dieses zu erkennen. Viele Betroffene stehen daher vor der Frage, wo Sie sich Hilfe holen können, wenn Sie Opfer von Schikanen durch Mitschüler werden.

Auch wenn das häufig schwerfällt, ist der beste Weg, sich einem Erwachsenen anzuvertrauen. Dieser kann dann entsprechende Schritte einleiten und den Vorfall beispielsweise der Schule melden. Dann sind die Lehrer in der Pflicht, der Sache nachzugehen.

Hat das Mobbing in der Schule schon schwere psychische Schäden angerichtet, kann auch der Besuch bei einem Therapeuten ein Weg sein, diese Probleme anzugehen. Merken Eltern, dass ihre Kinder gemobbt werden, sollten sie diese nicht zu sehr unter Druck setzen und die weiteren Schritte mit dem Betroffenen absprechen.

Es kann nämlich manchmal auch kontraproduktiv sein, wenn die Eltern sich vor die Klasse stellen und beispielsweise eine pauschale Bestrafung aller Mitschüler fordern. Es kommt also immer auf den Einzelfall an, auf welche weise einem Opfer von Mobbing in der Schule geholfen werden kann.

Gut zu wissen: Viele Schulen verfügen über sogenannte Vertrauenslehrer. Auch diese können der richtige Ansprechpartner sein, wenn ein Schüler gemobbt wird.

Mobbing in der Schule: Rechtliche Schritte einleiten

Betroffene müssen das Mobbing in der Klasse nicht hinnehmen, sondern können unter anderem rechtliche Schritte einleiten.
Betroffene müssen das Mobbing in der Klasse nicht hinnehmen, sondern können unter anderem rechtliche Schritte einleiten.

Kommt es zum Mobbing in der Schule, können Betroffene bzw. deren Eltern unterschiedliche rechtliche Schritte einleiten. Haben Sie die Lehrer darauf hingewiesen und diese haben nichts unternommen, um Ihr Kind zu schützen, rechtfertigt das in aller Regel eine Forderung auf Schadensersatz.

Die Lehrer bzw. die Schule als Einrichtung haben nämlich eine Fürsorgepflicht für Ihr Kind. Auch der Täter kann zivilrechtlich belangt werden. Dies ist schon möglich, wenn der Mobbende sieben Jahre alt ist.

Mit der Hilfe eines Anwalts können Sie dann ggf. eine Unterlassungserklärung durchsetzen. Macht der Täter mit dem Mobbing in der Schule weiter, droht ihm dann eine hohe Vertragsstrafe.

Auch strafrechtlich können Sie gegen die Täter vorgehen. Ab einem Alter von 14 Jahren ist es nämlich möglich, dass Jugendlichen gemäß Strafgesetzbuch sanktioniert werden können. Wofür diese konkret belangt werden, hängt davon ab, wie sich das Mobbing in der Schule äußert. Als Tatbestände kommen zum Beispiel eine Verleumdung oder die Nötigung in Betracht.

Wichtig: Richten Kinder unter 14 Jahren unbewusst einen Schaden an, können sie für diesen nicht haftbar gemacht werden.

Mobbing in der Schule: Ist eine Prävention möglich?

Damit Mobbing an der Schule gar nicht erst entsteht, ist es wichtig, dass sowohl Eltern als auch die Schule entsprechende Aufklärungsarbeit leisten. Daher macht es in Klassen durchaus Sinn, Workshops zu diesem Thema durchzuführen.

Quellen und weiterführende Links

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