Die richtige Fahrradpflege: Eine Anleitung für Fahrradbegeisterte

Fahrradpflege sorgt für lang anhaltende Freude am Rad.

Fahrradpflege sorgt für lang anhaltende Freude am Rad.

Wie pflege ich mein Fahrrad am besten?

Es will gelernt sein, das eigene Fahrrad richtig zu pflegen. Denn jedes Bike besitzt verschiedene Einzelteile, die gewartet werden müssen, damit der Verschleiß nicht zu Materialschäden führt. Dabei spielt es nur eine kleine Rolle, ob es um ein Mountainbike, ein Rennrad oder ein handelsübliches Citybike geht: Pflege muss sein.

Der vorliegende Ratgeber liefert einen umfassenden Überblick zum Thema Radpflege. Hier erfahren Sie, worauf Sie achten müssen, wenn Sie die Kette, die Bremsen und die Reifen bei einem Bike warten.

Nicht zuletzt werden Sie darüber informiert, wie sich eine effektive Reinigung gestaltet und wann sich beim Fahrrad Pflegemittel eignen.

Mechanische Fahrradpflege: Bremse & Kette

Ohne Kette kann sich ein handelsübliches Rad kaum bewegen. Denn diese dient dem Antrieb und beeinflusst, wie viel Kraft notwendig ist, um das Fahrrad zu bewegen. Fehlt hier notwendiges Öl oder kommt es zu starker Verschmutzung, kann es sehr mühsam sein, in die Pedale zu treten. Fehlende Fahrradpflege kann dabei sogar noch drastischere Folgen haben:

  • Die einzelnen Gelenkteile beginnen damit, aneinander zu reiben.
  • Das verkürzt die Lebenszeit der Kette. Denn ohne Schmierung wirkt zu viel Sand wie Schleifpapier.
Starke Verschmutzungen lassen sich mit Kettenbürsten oder auch alten Zahnbürsten entfernen. Danach sollte Öl oder spezielles Kettenfett an die Innenseite der Kette angebracht werden. Durch Bewegung der Pedale verteilt sich diese dann gleichmäßig. Nicht zu empfehlen ist jedoch die Reinigung mit einem Hochdruckreiniger oder Lösungsmitteln. Dabei kommt es zum Verlust von Schmiermittel.
Bei einem Fahrrad benötigt die Federgabel auch etwas Pflege.

Bei einem Fahrrad benötigt die Federgabel auch etwas Pflege.

Eine Grundregel dafür, wie oft die Kette gepflegt werden sollte, gibt es nicht. Grundsätzlich sollte sie jedoch immer ein Teil der Fahrradpflege sein, welche in regelmäßigen Abständen vorgenommen wird. Ähnliches gilt auch für die Bremsen. Denn die einzelnen Bremsbeläge verschleißen durch häufige Nutzung. Dass das eigene Bike oder das Dienstfahrrad hier Pflege bedarf, erkennen Fahrer daran, dass die Bremswege länger ausfallen als zuvor.

Bei nachlassender Bremswirkung lässt sich kostengünstig oft noch eine Verbesserung erzielen, indem die Einstellschrauben am Bremsgriff ausgeglichen werden. Zeigt sich jedoch, dass auf den Bremsblöcken die Querrillen nicht mehr klar zu erkennen sind, sollten Sie einen Umtausch anstreben. Mithilfe eines Inbus- oder Schraubenschlüssels können auch Laien den alten Belag mit seiner Halterung herauslösen und gegen neue austauschen. Am Ende sollte zwischen Felge und Bremsbelag nicht mehr als zwei bis vier Millimeter Abstand herrschen.

Fahrradpflege nach dem Winter ist ebenso wichtig wie während der Sommermonate. Denn auch während der langen Standzeit kann sich Rost u. a. an der Kette bilden. Hier gilt es im Frühling einen genauen Frühjahrscheck durchzuführen.

Sitzt, wackelt und hat Luft: Tipps zu Reifen & Federgabel

Geht es um die Fahrradpflege beim eigenen Rad, sollten auch die Reifen nicht vernachlässigt werden. Die Gummimischung, die einen luftgefüllten Schlauch ummantelt, trägt ihren Teil dazu bei, dass das Fahren auf unterschiedlichen Untergründen angenehm bleibt. Damit es dabei nicht zu unerwarteten Ausfallerscheinungen kommt, sollten Sie regelmäßig den Luftdruck beider Reifen kontrollieren. Achten Sie dabei auf folgende Hinweise:

  • Die Mindest- und Maximaldruckgrenzen sind in der Regel auf der Reifenflanke vermerkt.
  • Entdecken Sie Fremdkörper wie Dornen oder Scherben im Reifenprofil, entfernen Sie diese. So verhindern Sie eine verspätete Schädigung des Reifens.
  • Sind die Profilrillen schon soweit abgenutzt, dass diese kaum noch vorhanden sind, ist es an der Zeit für einen Reifenwechsel.

Achten Sie auch auf kleine Risse, die auf der Lauffläche oder an den Reifenflanken auftreten. Treten diese in kleiner Größe auf, ist das nicht weiter schlimm. Bei zunehmender Dimension steigt jedoch das Risiko, dass sich Fremdkörper festsetzen und auf Dauer zu Reifenpannen führen. Verliert ein Reifen über eine gewisse Zeit Luft, machen Sie den Test: Pumpen Sie ihn wieder auf und beobachten Sie über einige Tage, ob er wieder platt wird. Ist tatsächlich ein Loch im Schlauch, kommen Sie nicht ums Flicken herum. Auch dabei sollten Sie prüfen, ob Fremdkörper eingedrungen sind.

Wenn Sie bei der Fahrradpflege gerade bei den Reifen sind, sollten Sie auch die Fahrradgabel begutachten. Dabei handelt es sich um das Bauteil, was welches das Vorderrad mit dem Rahmen verbindet. Je nach Modell werden dabei verschiedene Gabeln verbaut. Nicht selten findet sich eine sogenannte Teleskopgabel oder eine Federgabel am Fahrrad wieder. Pflege ist bei diesem Bauteil ebenso notwendig wie beispielsweise bei der Kette.
Wie pflege ich mein Fahrrad schonend? Auf Hochdruckreiniger sollte verzichtet werden.

Wie pflege ich mein Fahrrad schonend? Auf Hochdruckreiniger sollte verzichtet werden.

Gerade Federgabeln sollten regelmäßig gereinigt werden, damit Straßendreck, Streusalz und andere Verunreinigungen dem Fahrrad an dieser Stelle nicht zu sehr zusetzen. Lauwarmes Wasser und ein fusselfreies Tuch sind hier schon sehr effektiv. Im Fachhandel gibt es auch spezielle Reinigungsmittel. Von kriechenden Ölen und zähen Fetten sollten Fahrradfans aber die Finger lassen.

Ein Fahrrad angemessen reinigen

Eine gewisse Grundreinigung sorgt nicht nur für ein schöneres Äußeres beim Fahrrad. Sie ist ein fester Bestandteil der Fahrradpflege. So sollten nicht nur spezifische Einzelteile wie Ketten und Bremsen immer wieder gesäubert werden. Auch der Rahmen eines Fahrrads bedarf einer gründlichen Reinigung. Denn durch Schmutz können Risse in diesem mitunter erst zu spät entdeckt werden. Verschiedene Gegenstände und Hausmittel helfen bei der Fahrradreinigung. Dazu gehören:

  • Schwämme
  • Bürsten (auch alte Zahnbürsten)
  • Tücher
  • Gartenschlauch oder alternativ eine Gießkanne

Hartnäckiger Dreck, wie er sich beispielsweise am Rahmen befinden kann, sollte im Zuge der Fahrradpflege zunächst immer eingeweicht werden. Andernfalls erweist es sich oft als sehr schwer, den Verschmutzungen mit Bürsten beizukommen. Zum Abspülen eignet sich grundsätzlich Wasser, wobei von Hochdruckreinigern immer Abstand zu nehmen ist. Diese lassen das Wasser auch in abgedichtete Bereiche eindringen, was Rostschäden begünstigt.

Mittel gegen Flugrost: Begegnen Sie bei der Fahrradpflege diesem Erzfeind aller Fahrradliebhaber, können Sie ihm mit rostlösenden Ölen zu Leibe rücken. Wer sein Rad besonders schützen will, kann zudem auf spezielle Polituren und Wachsbeschichtungen zurückgreifen. Hier empfiehlt es sich, im Fachhandel eine Beratung zu erbitten. Nicht zuletzt ist darauf zu achten, im Winter ein Rad so zu lagern, dass es vor Feuchtigkeit geschützt ist.

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