Brieflaufzeiten – Wann kommt der Bußgeldbescheid?

Von Sarah K.

Letzte Aktualisierung am: 16. März 2024

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Postlaufzeiten im Bußgeldverfahren

Die Brieflaufzeiten in einem Bußgeldverfahren sind variabel und hängen von unterschiedlichen Faktoren ab.
Die Brieflaufzeiten in einem Bußgeldverfahren sind variabel und hängen von unterschiedlichen Faktoren ab.

Eine Ordnungswidrigkeit im Straßenverkehr ist schnell begangen. Wer mit zu hoher Geschwindigkeit fährt oder an einer roten Ampel nicht ordnungsgemäß wartet, kann schnell geblitzt werden. Dann beginnt das Warten auf den Bußgeldbescheid.

Doch wie sehen die Brieflaufzeiten im Bußgeldverfahren eigentlich aus? Vorab: Diese Frage kann nicht pauschal beantwortet werden. Unterschiedliche Faktoren spielen eine Rolle und können die Brieflaufzeit beeinflussen.

Um welche es sich handelt, wann eine Verjährung des Bußgeldbescheids eintritt, wodurch die Frist unterbrochen werden kann und die durchschnittlichen Postlaufzeiten von einem Brief in Deutschland, finden Sie im folgenden Ratgeber.

FAQ: Brieflaufzeiten

Was geben die Brieflaufzeiten an?

Die Brieflaufzeiten geben an, wie lange ein Brief – wie etwa ein Bußgeldbescheid oder ein Einspruch – im Durchschnitt braucht, um beim Empfänger einzutreffen.

Warum sind die Postlaufzeiten im Bußgeldverfahren relevant?

Die Brieflaufzeiten sind immer dann von Bedeutung, wenn es darum geht, bestimmte Fristen einzuhalten. So haben Sie für den Einspruch gegen den Bußgeldbescheid zwei Wochen Zeit. Trifft der Brief zu spät bei der Bußgeldstelle ein, kann dies dazu führen, dass der Bescheid rechtskräftig wird.

Welche Zeiten sollte ich für den Versand einplanen?

Laut Angaben der Post kommen die meisten Briefe bereits am nächsten Tag an. Um sicherzustellen, dass Sie beim Bußgeldbescheid wichtige Fristen auch einhalten, kann es sinnvoll sein, einen Puffer einzuplanen. So planen Gerichte zum Beispiel in der Regel drei Tage ein.

Wann kann ein Bußgeldbescheid verschickt werden?

Grundsätzlich hat die Behörde drei Monate nach einem Verkehrsverstoß Zeit, um den Verkehrssünder zur Rechenschaft zu ziehen. Ist in dieser Zeit kein Bußgeldbescheid eingegangen, so ist von einer Verjährung auszugehen. Allerdings kann die Verjährungsfrist durch unterschiedliche Faktoren unterbrochen werden.

In § 26 Absatz 3 Straßenverkehrsgesetz (StVG) ist diese Frist definiert:

Die Frist der Verfolgungsverjährung beträgt bei Ordnungswidrigkeiten nach § 24 drei Monate, solange wegen der Handlung weder ein Bußgeldbescheid ergangen noch öffentliche Klage erhoben ist, danach sechs Monate.

Ausnahmen bzw. Unterbrechungen lassen sich in § 33 Ordnungswidrigkeitengesetz (OWiG) finden. Im Folgenden werden einige beispielhaft genannt:

  • Der Erlass des Bußgeldbescheids (wenn dieser innerhalb von zwei Wochen zugestellt wird )
  • Die Zustellung des Bußgeldbescheids
  • Die Zusendung des Anhörungsbogens
  • Richterliche Anordnungen zur Vernehmung des Betroffenen
  • Richterliche Anordnungen zur Vernehmung von Zeugen

Um die Brieflaufzeiten für einen Bußgeldbescheid festzulegen, spielen verschiedene Faktoren eine Rolle. So ist zum Beispiel wichtig, wie groß der Aufwand der Behörde ist, um den entsprechenden Verkehrssünder zu identifizieren.

Ist der Fahrer auf einem Blitzerfoto eindeutig erkennbar, ist der Arbeitsaufwand verhältnismäßig gering und der Bescheid kann schneller verschickt werden. Muss der Autofahrer allerdings erst durch die Polizei ermittelt werden, kann dies einige Zeit in Anspruch nehmen.

Die Brieflaufzeiten in einem Bußgeldverfahren können nicht genau bestimmt werden. Eine Verjährung tritt nach drei Monaten ein, diese Frist kann allerdings unterbrochen werden.

Wie ist die durchschnittliche Laufzeit von einem Einschreiben?

Die Postlaufzeiten im Bußgeldverfahren hängen auch vom Arbeitsaufwand der Behörde ab.
Die Postlaufzeiten im Bußgeldverfahren hängen auch vom Arbeitsaufwand der Behörde ab.

Ein Schriftstück kann auf unterschiedliche Weisen verschickt werden. So gibt es zum Beispiel den Standardversand (einfacher Brief mit Briefmarke) oder auch die Möglichkeit, die Post per Einschreiben zu verschicken.

In diesem Fall erhöhen sich die Portokosten. Für den Postmitarbeiter entsteht nämlich ein zusätzlicher Arbeitsaufwand: Der Empfang der Sendung muss vom Empfänger per Unterschrift bestätigt werden. Den Brief einfach „einzuwerfen“ reicht hier also nicht aus.

An den Brieflaufzeiten ändert ein Einschreiben in der Regel nichts. Verlangen Sie bei einem Einspruch gegen den Bußgeldbescheid eine Akteneinsicht, so wird diese per Einschreiben an Sie verschickt. Die Brieflaufzeiten sind dabei variabel.

Postlaufzeiten werden vom Gericht in der Regel mit etwa drei Tagen definiert. Dies dient als Richtwert, wenn es um die Zustellung von Bußgeldbescheiden oder ähnlichem geht und der Empfänger behauptet, er habe diesen verspätet erhalten.

Über den Autor

Sarah
Sarah K.

Sarah absolvierte ein Journalismus-Studium an der DEKRA Hochschule für Medien in Berlin mit dem Schwerpunkt "Onlinejournalismus" und ist seit 2016 Teil unseres Teams. Sie schreibt Texte zu unterschiedlichsten Fragestellungen im Bereich Verkehrsrecht und ist insbesondere für den Newsbereich zuständig.

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