Bescheinigung über lenkfreie Tage: Das müssen Lkw-Fahrer wissen

Von Gitte H.

Letzte Aktualisierung am: 11. März 2024

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Was ist der Tätigkeitsnachweis für Lkw-Fahrer?

Die Bescheinigung über lenkfreie Tage für Lkw-Fahrer ist bei Kontrollen vorzuzeigen.
Die Bescheinigung über lenkfreie Tage für Lkw-Fahrer ist bei Kontrollen vorzuzeigen.

Die Lenk- und Ruhezeiten von Berufskraftfahrern sind nicht nur in Deutschland, sondern in der gesamten EU streng geregelt und werden entsprechend kontrolliert.

Dazu dient u. a. die Bescheinigung über lenkfreie Tage für Lkw-Fahrer. Diese Bescheinigung – auch als Tätigkeitsnachweis bekannt – haben Kraftfahrer als ergänzenden Nachweis bei Kontrollen vorzulegen. Sie dient dem Lkw-Fahrer als Urlaubsbescheinigung und zum Nachweis von Krankentagen.

Unter Umständen müssen auf dem Tätigkeitsnachweis auch die Tätigkeiten außerhalb des Fahrzeugs dokumentiert werden, wenn sich diese nicht auf der Fahrerkarte nachtragen lassen. Wann dies der Fall ist und wie die Bescheinigung über lenkfreie Tage für Lkw-Fahrer auszusehen hat, verrät Ihnen dieser Ratgeber.

FAQ: Bescheinigung über lenkfreie Tage

Wozu dient die Bescheinigung über lenkfreie Tage?

Die Bescheinigung dient bei einer Verkehrskontrolle zum Nachweis über die Zeiträume, in denen der Lkw nicht bewegt wurde.

Welche Zeiten müssen im Tätigkeitsnachweis aufgeführt werden?

Krankheits- und Urlaubstage, Ruhezeiten sowie Zeiten, in denen der Lkw-Fahrer andere Tätigkeiten verrichtet hat, die nicht unter die Lenkzeit fallen.

Macht die Fahrerkarte den Tätigkeitsnachweis obsolet?

Verfügt das Fahrzeug über einen digitalen Tacho, muss die Bescheinigung über lenkfreie Tage nicht mehr mitgeführt werden. Stattdessen können diese auf der Fahrerkarte eingetragen werden.

Wie muss die Bescheinigung über lenkfreie Tage für Lkw-Fahrer aussehen?

In der Bescheinigung von Tätigkeiten geben Lkw-Fahrer an, in welchen Zeiträumen sie ihren Lkw nicht bewegt haben. Dies berücksichtigt:

  • Krankheitstage
  • Urlaubstage
  • Ruhezeiten
  • Zeiten, in denen sie ein Fahrzeug gelenkt haben, für das keine Nachweispflicht besteht
  • Zeiten, in denen sie andere Tätigkeiten ausgeführt haben, die nicht unter Lenktätigkeiten fallen


Für die Bescheinigung von Tätigkeiten ist gemäß Verordnung (EG) Nr. 561 / 06 ein vorgegebenes Formular zu verwenden. Dieses EU-Formblatt über lenkfreie Tage wird vom Bundesamt für Güterverkehr kostenlos zur Verfügung gestellt.

Die Bescheinigung über lenkfreie Tage für Lkw-Fahrer ist lückenlos und maschinenschriftlich auszufüllen und muss die Originalunterschriften des Fahrers und seines Arbeitgebers beinhalten. Letzterer muss die Tätigkeitsbescheinigung dem Lkw-Fahrer vor Antritt der Fahrt ausstellen und aushändigen.

Ersetzt die Fahrerkarte die Bescheinigung über arbeitsfreie Tage für Lkw-Fahrer?

Die Fahrerkarte enthält einen Speicherchip, der die nachgewiesenen Fahr- und Arbeitszeiten der Lkw-Fahrer digital erfasst und festhält. Sie ist seit dem Inkrafttreten der Fahrpersonalverordnung am 1. Mai 2006 ständig von Fahrern mitzuführen, die ein Kfz mit einem zulässigen Gesamtgewicht von mindestens 3,5 Tonnen fahren.

Die Fahrerkarte dient somit dem digitalen Nachweis der Tätigkeiten des Lkw-Fahrers, die innerhalb der EU lückenlos erfasst werden müssen. Existieren jedoch für einen Tag keine digitalen Aufzeichnungen zu den Lenk- und Ruhezeiten, ist bei einer Kontrolle die Bescheinigung über lenkfreie Tage vom Lkw-Fahrer vorzulegen, weshalb diese trotz des digitalen Kontrollgeräts mit sich geführt werden muss.

Seit dem 2. März 2015 muss der Tätigkeitsnachweis für Lkw-Fahrer nicht mehr zwingend die Tätigkeiten außerhalb des Fahrzeugs nachweisen.
Seit dem 2. März 2015 muss der Tätigkeitsnachweis für Lkw-Fahrer nicht mehr zwingend die Tätigkeiten außerhalb des Fahrzeugs nachweisen.

Seit März 2016 ist jedoch die Verordnung (EU) Nr. 165 / 2014 in Kraft. Nach dieser gilt seit dem 2. März 2015, dass der Nachweis der Tätigkeiten außerhalb des Fahrzeuges nicht mehr mit der Bescheinigung über lenkfreie Tage vom Lkw-Fahrer erfolgen muss. Stattdessen sind diese manuell auf der Fahrerkarte nachzutragen.

Die Voraussetzung dafür ist, dass das Fahrzeug über einen digitalen Tacho verfügt. Fahrer, die noch mit einem analogen Tacho unterwegs sind, haben weiterhin ihre Tätigkeiten außerhalb des Fahrzeugs mit dem Formblatt nachzuweisen.

Folgende Tätigkeiten müssen demnach nicht länger mit der Bescheinigung über lenkfreie Tage für Lkw-Fahrer, sondern stattdessen auf der Fahrerkarte nachgewiesen werden:

  • Ruhezeiten des Lkw-Fahrers (dies betrifft sowohl die täglichen als auch die wöchentlichen Ruhezeiten)
  • Bereitschaftszeiten des Lkw-Fahrers
  • andere Arbeitsaufgaben des Lkw-Fahrers, die nicht unter die Lenktätigkeit fallen (z. B. Be- und Entladen, Erledigen gesetzlicher oder behördlicher Formalitäten, Reinigung, Wartung und Instandsetzung des Fahrzeugs)
  • Pausen des Lkw-Fahreres und andere Arbeitsunterbrechungen

Für die Bescheinigung dieser Tätigkeiten dürfen die Mitgliedsstaaten der EU seit März 2015 nicht länger die Vorlage von Formularen verlangen.

Achtung! Das bedeutet nicht, dass die Bescheinigung komplett entfällt. Lenkfreie Tage müssen Lkw-Fahrer nach wie vor mit dem Formblatt nachweisen. Dies betrifft Krankenstand und Urlaub. Die „Urlaubsbescheinigung für Lkw-Fahrer“ ist deshalb nach wie vor mitzuführen.

Über den Autor

Gitte
Gitte H.

Gitte erhielt ihren Master-Abschluss in Germanistik und Kommunikationswissenschaften. Als Redakteurin schreibt sie Ratgeber im Bereich Verkehrsrecht und unterstützt die bussgeldkatalog.org-Redaktion tatkräftig im Lektorat. Außerdem zählen die Pflege und Kontrolle unseres YouTube-Kanals zu ihren Kernaufgaben.

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