Ist Autofahren nach einem Schlaganfall noch erlaubt? Hürden und Voraussetzungen

Darf man nach einem Schlaganfall noch Autofahren?

Sie erlitten einen Schlaganfall und möchten weiterhin Autofahren? Unter bestimmten Voraussetzungen ist dies möglich.

Von einem Schlaganfall betroffen zu sein, bedeutet unter Umständen mit großen Einschränkungen leben zu müssen. Dies ist sowohl für Betroffenen selbst, wie auch für Angehörige eine große Belastung. Nicht selten bleiben auch gesundheitliche Einschränkungen dauerhaft.

Kehrt nach Monaten wieder der Alltag ein und die Rehamaßnahmen sind abgeschlossen, möchte der ein oder andere gerne mobil sein und nicht den Angehörigen und Freunden zur Last fallen. In diesem Zusammenhang ist es des Meisten besonders wichtig wieder ein Auto fahren zu können und das trotz Schlaganfall.

Auch wenn dies mit vielen Hürden und Kosten verbunden ist, kann dies tatsächlich in manchen Fällen möglich gemacht werden. Dabei kommt es allerdings sehr darauf an, wie die gesundheitlichen Einschränkungen aussehen. Hier sind alle Verkehrsteilnehmer auf die Offenheit und Ehrlichkeit der Schlaganfall-Patienten angewiesen, denn führen die gesundheitlichen Probleme auch zu Einschränkungen im Auto, besteht eine Gefahr.

Gibt es ein Fahrverbot nach einem Schlaganfall?

Grundsätzlich kann die Fahrtauglichkeit nach einem Schlaganfall eingeschränkt sein oder sogar nicht mehr vorhanden sein. Zuerst einmal liegt es in der Verantwortung jedes einzelnen, zu prüfen ob das Autofahren nach einem Schlaganfall noch möglich ist. Liegen Einschränkungen vor, sollte der Betroffene nicht darauf hoffen, dass alles gut läuft und die Fahrerlaubnisbehörde davon nichts erfahren würde.

Laut der Begutachtungsleitlinien zur Kraftfahreignung, ist nicht zum Führen eines Kraftfahrzeugs geeignet, wer neurologische und/oder neuropsychologische Ausfälle hat. Hierzu zählen beispielsweise Gesichtsfeldausfälle oder Lähmungen. Konnte der Schlaganfall hingegen vollständig kuriert werden, kann ein Kraftfahrzeug bedenkenlos gefahren werden.

Nach einer erfolgreichen Behandlung und in Abhängigkeit des Einzelfalls kann allerdings anders entschieden werden. Hierzu konkretisiert hierzu, dass ein ärztliches Gutachten vorgelegt werden muss, um den Führerschein nach einem Schlaganfall behalten zu dürfen. Darüber hinaus kann auch eine MPU angeordnet werden.

Der Arzt legen bei seiner Entscheidung verschiedene Faktoren zu Grund. Wie steht es um den Zustand des Patienten? Liegen Störungen vor, die das Autofahren nach einem Schlaganfall beeinträchtigen? Wie steht es um die Rückfallgefahr?

Lassen Sie Ihre Fahrtauglichkeit nach dem Schlaganfall überprüfen

Betroffenen dürfen den LKW nicht mehr fahren nach einem Schlaganfall.

Betroffenen dürfen den LKW nicht mehr fahren nach einem Schlaganfall.

Auch wenn die Fahrerlaubnisbehörde nicht automatisch über einen Schlaganfall informiert wird, sollte es im Interesse des Patienten sein, ein Gutachten anfertigen zu lassen. Liegen nur leichte oder gar keine Einschränkungen vor, ist eine Fahreignung auch nach einem Schlaganfall noch vorhanden.

Fallen Sie erst einmal auf und haben sich nicht prüfen lassen, ist es umso schwieriger die Behörde davon zu überzeugen, dass Sie trotz Schlaganfall Autofahren können.

Beachten Sie allerdings, dass sowohl das Gutachten um die Fahreignung nach einem Schlaganfall zu prüfen und ein eventueller Umbau des Autos viel Geld kosten kann. Unter Umständen kann eine Kostenbeihilfe beantragt werden.

Dies kann vor allem dann Erfolg haben, wenn Sie berufsbedingt auf Ihr Auto angewiesen sind.

Welche Kosten entstehen, um nach einem Schlaganfall Autofahren zu dürfen? In erster Linie ist ein ärztliches Gutachten relevant, welches zwischen 300 und 600 Euro kostet. Darüber hinaus kommt es sehr darauf an, ob ein Umbau des Autos nötig wird. Ist dies der Fall muss auch eine Fahrprobe nach dem Schlaganfall absolviert werden. Diese kostet zwischen 200 und 300 Euro. Hinzu kommt die Umrüstung des Autos, mit welchem ebenfalls Fahrstunden gefahren werden müssen.

LKW fahren nach einem Schlaganfall

Wie steht es um eine Fahrerlaubnis nach dem Schlaganfall für einen LKW? Hierzu hält die Fahrerlaubnisverordnung (FeV) in Anlage vier fest, dass ein LKW nach einem Schlaganfall nicht mehr geführt werden darf. Auch das Fahren von Bussen ist dann nicht mehr erlaubt. Die Fahrerlaubnis für die Klassen C, C1,CE, C1E, D, D1, DE, D1E, und FzF sind dann erloschen.

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7 Kommentare

  1. Franz F. sagt:

    Ich habe Anfang Juli, während der Fahrt auf einer Autobahn, einen Schlaganfall erhalten. Den Wagen konnte ich sicher auf dem Parkplatz einer Raststätte anhalten. Meine anwesende Frau hat dann den Rettungsdienst über das Personal der Raststätte anrufen lassen. Nach kurzer Zeit wurde ich durch den Rettungsdienst in ein nahegelegenes Krankenhaus gebracht. Dieses Krankenhaus war mit einer s. g. „Stroke Unit“ ausgestattet, sodass mir innerhalb kürzester Zeit mittels Systemischer Lysetherapie medizinisch geholfen werden konnte. Durch diese, innerhalb kürzester Zeit, verabreichte Therapie sind bei mir neurologisch überhaupt keine körperlichen Ausfälle festzustellen. Diese Feststellung haben die behandelnden Krankenhausärzte (Neurologen) bzw. die nachuntersuchende Hausärztin bzw. die zu Rate gezogene Neurologin getroffen. Eine Reha steht von ärztlicher Seite aus nicht zur Debatte und wird auch nicht durchgeführt, da keine dauerhaften gesundheitlichen Einschränkungen festzustellen sind.
    Ich wurde aber über eine Fahruntauglichkeit für drei Monate aufgeklärt, die die zu Rate gezogene Neurologin bestätigt hat. Diese Tatsache ist auch so ok für mich und ich werde mich entsprechend daran halten.
    Meine Frage, wie sollte / könnte ich mich nach diesem z. g. Krankheitsverlauf bzgl. ein „Fahrverbotes“ verhalten?

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo FRanz,

      nach Ablauf der drei Monate sollten Sie sich erneut ärztlich untersuchen und beraten lassen.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  2. Gilbert sagt:

    Habe einmal eine Frage wo wird die Fahruntauglichkeit festgehalten

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Gilbert,

      im Regelfall sollte die Fahrerlaubnisbehörde durch ein Attest hierüber Kenntnis besitzen.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  3. Ute sagt:

    Hallo und guten Tag,
    mein Mann hatte am 30.11.17 einen Schlaganfall. Bis zu diesem Zeitpunkt ist er mit seinem Führerschein Klasse 3 (von 09/1986, also inkl. Lkw bis 7,49 t) den Firmen-Lkw (bis 7,49 t) gefahren. Die Krankenkasse will ihn noch in die Reha schicken (sonst streichen sie das Krankengeld). Nun sagt die Neuropsychologin – er solle sich wiedereingliedern (ohne Reha) lassen, dann könnte er auch wieder arbeiten. Wenn der MDK oder die Reha-Ärzte in den Bericht schreiben, (warum auch immer) er dürfe nicht mehr in seinem Beruf arbeiten, verliert er seinen „Traumjob“. Er will nicht ins Lager bei seiner Firma, denn dann müsste er wieder Schichtdienst machen (auch nicht gesundheitsförderlich). Er befindet sich in der Zwickmühle. Er fährt privat wieder Auto und Roller – klappt gut. Aber er fühlt sich noch nicht in der Lage einen Arbeitstag zu bewältigen. Da braucht er einfach noch ein bisschen Zeit. Doch auf der anderen Seite steht er jetzt unter Druck nach der Ausssage der Neuropsychologin. Was kann er tun?? Wer kann ihm helfen bei der Entscheidungsfindung. Vielen Dank im Voraus.
    Mit freundlichen Grüßen

    Ute

  4. Dieter sagt:

    Hallo , momentan beschäftigt mich das Thema Führerschein Klasse 2 /CE , nach Schlaganfall ! Sie schreiben Entzug der Fahrerlaubnis!? Ich persönlich kenne 3 Personen ( (Klasse2) die alle einen Schlaganfall erlitten hatten …einer davon sogar mit dem Lkw auf der Autobahn . Es ist ihnen ja bekannt das Lkw Fahrer alle 5 Jahre ( ab dem 50 Lebensjahr) auf ihre Fahrtauglichkeit untersucht werden , haben die 3 geschummelt ,oder wie haben diese den Führerschein behalten !? Die 3 sind alle mittlerweile in Rente und fahren immer noch …

    Meine Info im Krankenhaus /Reha war : Pkw fahren ab 3 Monate und Lkw ab 6 Monate (sollte! man sich durch einen Fahrlehrer attestieren lassen ) und zusätzlich steht jetzt ( noch 2 Monate ) bei mir die Gesundheitsprüfung an . ..kommt auch auf den jeweiligen Fall an , ich habe auch gelernt dass nicht jeder Schlaganfall gleich ist ! Gruß Dieter

  5. Franz sagt:

    Die Fahrerlaubnisbehörde hat keine Kenntnis über eine Fahruntauglichkeit. Das ist nur 30 Jahre in der Krankenakte abgelegt. Sollte man einen Unfall nach einem Schlaganfall haben ohne neurologische Tests und Fahrprobe kann es sehr teuer werden & Gefängnis droht, aber nur wenn die Gegenseite oder der Staatsanwalt die Krankenakte anfordert.
    LKW fahren und Personenbeförderung kann man übrigens nach einem Schlaganfall nicht mehr.
    Jeder Fahrzeugführer ist für seine Fahrtauglichkeit haftbar. Man fährt ja auch nicht betrunken nur weil man denkt es ist doch nicht so schlimm. Ich habe mich in der Reha testen lassen und habe nach 3 Monaten eine Fahrprobe bei einer Fahrschule dokumentieren lassen. Damit ist man 90% sicher. Perfekt ist der offizielle Weg, selber bei der Straßenbehörde melden und entsprechende Test bei einem unabhängigen Neurologen mit anschließender Fahrprobe beim Tüv.

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