Autofahren nach einer Bypass-OP: Wieder unterwegs mit frisch sanierten Gefäßen

Herz-OP und Autofahren: Wie passt das zusammen?

Gesundheit geht vor: Mit dem Autofahren nach einer Bypass-OP sollte vorerst gewartet werden.

Gesundheit geht vor: Mit dem Autofahren nach einer Bypass-OP sollte vorerst gewartet werden.

Wenn die Pumpe nicht mehr so will wie ihr Inhaber, hilft manchmal nur noch der Gang zum Arzt. Steht dann eine Herzoperation zur Debatte, flößt das dem Patienten nicht selten einen gehörigen Schreck ein.

Doch Eingriffe am Herzen, wie zum Beispiel ein Bypass, sind bei Medizinern gang und gäbe. Laut der Fachgesellschaft der deutschen Herzchirurgen wurden im Jahr 2015 128.175 OPs am Herzen durchgeführt. Dem Patienten bleibt ohnehin nichts anderes übrig, als sich vertrauensvoll in die Hände des Fachpersonals zu begeben, wenn er einen Bypass benötigt.

Nach der erfolgreichen Bypass-OP ist das Autofahren gerade für Berufskraftfahrer ein wichtiges Thema. Ab wann ist der frisch Operierte nicht mehr fahruntüchtig? In unserem Ratgeber erfahren Sie, ob das Autofahren nach einer Bypass-Operation (kurz: OP) ohne Probleme möglich ist und was Patienten beachten sollten.

Autofahren nach einer Herzklappen-OP: Gesundheit steht an erster Stelle

Keine Herz-OP gleicht der anderen. Denn nicht nur das Alter und die körperliche Konstitution des Patienten bestimmen maßgeblich mit, wie kompliziert ein chirurgischer Eingriff verläuft und wie sich im Anschluss die Heilungsphase gestaltet. Auch die jeweilige Erkrankung selbst spielt eine wichtige Rolle für die Genesung des Einzelnen.

Je nachdem, wie der Patient den Eingriff überstanden hat, wird er üblicherweise nach acht bis zwölf Tagen aus dem Krankenhaus nach Hause entlassen bzw. zur Anschlussheilbehandlung (Reha) angewiesen.

Der Erfolg der Heilung bestimmt den Zeitpunkt mit, ab dem das Autofahren nach einer Herz-OP wieder problemlos möglich ist. Wichtig ist es hier, die Gesundheit in den Vordergrund zu stellen. Auch wenn der Wunsch, wieder selbst mobil zu sein, sicher hoch ist, sollte mit der Verwirklichung unter Umständen noch gewartet werden. Insbesondere dann, wenn einzunehmende Medikamente die Fahreignung beeinträchtigen.

Wenn dem Autofahren nach einer Bypass-OP zu früh wieder gefrönt wird, kann sich das also nachteilig auf die Wundheilung auswirken, zu gesundheitlichen Defiziten führen und im Ernstfall gar einen Unfall nach sich ziehen.

Wann ist das Autofahren nach einer Herzklappen-OP möglich?

Viele Patienten wollen mit dem Autofahren nach einer Bypass-OP so schnell wie möglich wieder beginnen.

Viele Patienten wollen mit dem Autofahren nach einer Bypass-OP so schnell wie möglich wieder beginnen.

Wann das Autofahren nach einer Bypass-OP wieder erfolgen sollte, wird von Fachkräften der Verkehrsmedizin und Kardiologen unterschiedlich bewertet. Erstere sind in der Regel strenger und gehen von längeren Wartefristen aus:

  • Verkehrsmediziner: Autofahren nach einer Bypass-OP ist erst erlaubt, wenn drei Monate verstrichen sind, da der Patient dann seine Fahrtüchtigkeit zurückerlangt hat.
  • Kardiologen: Eine Wartezeit von vier bis sechs Wochen ist ausreichend. Auf das Autofahren nach einer Bypass-OP muss über diese Zeitspanne hinaus nur verzichtet werden, wenn Beschwerden oder Komplikationen, wie erhebliche Schmerzen am Brustbein vorliegen.

Eine Unterschreitung der verkehrsmedizinischen Vorgaben kann bei einem Unfall gegebenenfalls zu Problemen bei der Schadensregulierung führen. Wird nachgewiesen, dass der Fahrer aufgrund des Eingriffes noch nicht fahrtüchtig war, verweigert die Versicherung unter Umständen ihre Zahlungen.

Klären Sie in jedem Fall das Autofahren nach einer Herzklappen- oder Bypass-OP spätestens einen Tag vorher mit Ihrem behandelnden Hausarzt ab. Äußert dieser Bedenken über Ihre Teilnahme am Straßenverkehr, sollten Sie dem Rat des Mediziners folgen und Ihr Auto im Zweifel noch ein paar Wochen stehen lassen.

Was ist eine Bypass-OP?

Die Bezeichnung „Bypass“ steht für eine Umgehung. Diese wird künstlich von Chirurgen angelegt, wenn ein Patient verengte Blutgefäße und somit eine gestörte Blutversorgung aufweist. Als Material kommen dafür Venen oder Arterien in Frage. Bei Bypässen am Herz wird häufig die linke Brustwandarterie für die Umgehung der verengten Stelle genutzt.

Oft empfehlen die Ärzte nach der Operation in der Klinik eine Überweisung an eine Reha-Einrichtung . Die dort stattfindende Anschluss­heilbehandlung erstreckt sich in der Regel auf drei bis vier Wochen.

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